News
Müllentsorgung: Mit KI gegen Plastik in der Biotonne

News Müllentsorgung: Mit KI gegen Plastik in der Biotonne

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Künstliche Intelligenz soll in Reutlingen helfen, den Biomüll frei von Restmüll zu halten. Noch werden die betroffenen Haushalte nur gewarnt.

In der Stadt Reutlingen wird mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz beobachtet, wie viel Plastik in den Tonnen für Biomüll landet. Laut Projektleiter Henrique Barbosa läuft die Mülltrennung beim Biomüll in der Stadt nicht ganz so gut. Deswegen fahren seit einigen Wochen außen und innen mit Kameras und Sensoren ausgestattete Müllwagen durch die Straßen.

Reutlingen ist nicht die erste Stadt in Baden-Württemberg, in der dies gehandhabt wird. Die Qualität des Biomülls wird unter anderem schon in Pforzheim geprüft.

Ab Mai gelten in Deutschland strengere Regeln für die Entsorgung von Biomüll. Wird bei einer Kontrolle durch die Müllabfuhr oder ein Entsorgungsunternehmen ein höherer Störstoffanteil – etwa Plastik – als drei Prozent festgestellt, soll die Biotonne ungeleert stehengelassen werden. Auch Bußgelder sind bei Verstößen möglich.

KI-basierte Kameras entdecken Plastik

Die Detektionssysteme an den Reutlinger Abfallsammelfahrzeugen sind mit KI-basierten Kameras ausgestattet und können Fremdstoffe teilweise bereits vor, spätestens jedoch während des Schüttvorganges erkennen. Zu Fremdstoffen zählen Plastik und Holz, erzählt Mitarbeiter Kai Petruv.  «Also alles, was nicht zu Bio gehört, das erkennt die KI und macht davon auch Fotos.»

Über das Ergebnis der KI-Analyse informieren Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) die Bürger jetzt noch mit Hinweisen. Und zwar mit an der Biotonne angebrachten Aufhängern. Richtig befüllte Tonnen erhalten einen grünen Aufhänger, der das korrekte Sammeln bestätigt. Falsch befüllte Behälter erhalten einen gelben Aufhänger. Das bedeutet: Hier ist noch Verbesserungsbedarf. Geleert werden die Tonnen in dieser Phase aber noch.

Rote Karte und Bußgelder

Schon bald wird es aber ernst. Wenn die KI dann Plastik und sonstige Störstoffe im Biomüll feststellt, folgt ein roter Zettel. Die Tonne bleibt ungeleert stehen. Betroffene Haushalte müssen diese dann von Hand nachsortieren und zur nächsten regulären Leerung bereitstellen oder eine Sonderleerung beauftragen. Diese kostet bis zu 80 Euro.

Fallen die Verunreinigungen erst beim Schüttvorgang auf, ist die Tonne laut Stadt zwar geleert, jedoch wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und gegebenenfalls ein Bußgeldbescheid erlassen.

Die in Reutlingen gesammelten Bioabfälle bilden mit fast 20 Prozent einen großen Teil der häuslichen Abfälle: pro Person fallen jährlich rund 80 Kilogramm an. Allerdings überschreitet der Fremdstoffgehalt des Reutlinger Bioabfalls bereits heute die Grenzwerte teils deutlich, heißt es bei den TBR.

 

Weitere Nachrichten

Konjunktur-Stimmung im Handwerk: Viele warten auf bessere Zeiten

Viele Handwerksbetriebe hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels. Wer besonders optimistisch bleibt – und wo das Stimmungsbarometer überraschend steigt.

Kriminelle Ausländer: Migrationsstaatssekretär fordert Druck auf Heimatstaaten

Das Land will mehr Kriminelle nach Syrien abschieben - bislang ist aber nur einmal ein Straftäter ins Flugzeug gesetzt worden. Das liegt nicht zuletzt auch am Bund, meint der Migrationsstaatssekretär.

Feuerpause im Streit um den Wolf? Richter bitten um Aufschub

Es ist ein Hin und Her im Streit um den Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald. Bis Mitte Februar dürfte die Entscheidung über den «Hornisgrinde-Wolf» nun ruhen. Warum das?

Neue Designer-Droge im Raum Karlsruhe entdeckt: Was man dazu wissen muss

Cychlorphin gilt als hochpotente synthetische Droge: Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Was Fachleute zu Risiken und Schutzmaßnahmen sagen.

21-Jähriger fährt in Karlsruhe gegen Oberleitungsmast und stirbt

Mitten in der Nacht rücken die Einsatzkräfte in Karlsruhe aus. Ein Autofahrer hat einen Unfall - kurz darauf gibt es schlimme Neuigkeiten.

Karlsruher Kita-Träger pleite – Gehälter bleiben aus

600 Angestellte ohne Januar-Gehalt und rund 1.300 betroffene Kinder - zwei Karlsruher Kita-Träger melden Insolvenz an. Der Betrieb läuft weiter. Was nun geplant ist.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.