News aus Baden-Württemberg
Nicht alle Waldrappe schaffen es zurück aus Winterquartier

News aus Baden-Württemberg Nicht alle Waldrappe schaffen es zurück aus Winterquartier

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Die Brutkolonie am Bodensee muss einen weiteren Verlust hinnehmen: Waldrapp Enea ist in Italien ums Leben gekommen. Andere Vögel sind unversehrt zurück.

Nicht alle Waldrappe der Überlinger Brutkolonie haben es aus dem Winterquartier zurück an den Bodensee geschafft. Der Zugvogel Enea sei in Italien ums Leben gekommen, erklärte eine Sprecherin des Waldrapp-Teams. Er sei ein ganz besonderer Waldrapp gewesen.

2018 sei Enea am Bodensee von Hand aufgezogen worden, schrieben Experten des Teams in einem Posting zum Tod des Vogels auf Facebook. Im vergangenen Jahr habe er mit seiner Partnerin Rupert auf dem Fensterbrett eines bekannten Motorradherstellers in der Schweiz gebrütet und zwei Küken großgezogen. In 400 Jahren sei es das erste Mal gewesen, dass zwei Waldrapp-Küken in der Schweiz in freier Wildbahn geschlüpft seien. Die Todesursache sei noch nicht bekannt. Eine Untersuchung laufe.

Es war schon der zweite Verlust aus der Überlinger Kolonie in den vergangenen Monaten. Das Weibchen Knubbel war laut Waldrapp-Team auf dem Weg in den Süden in Spanien abgeschossen worden.

Mindestens zwei Waldrappe waren der Expertin zufolge aber schon wieder zurück am Bodensee. Vier Brutpaare wurden für diese Saison erwartet. Die Zugvögel mit den markanten, schopfartigen Federn am Kopf und sichelförmigen Schnäbeln waren zuletzt in freier Wildbahn praktisch ausgestorben. Sie lebten einst verbreitet im Alpen- und Mittelmeerraum. Dann wurden ihnen Vogeljäger zum Verhängnis.

Die Waldrappe am Bodensee gehören zu einer von mehreren Kolonien, die zu einem Auswilderungsprojekt im Alpenraum zählen. Das sogenannte Waldrapp-Team leitet die Auswilderung.

Der Waldrapp (Geronticus eremita) ist Naturschutzverbänden zufolge einer der seltensten Vögel der Welt. Die Art brütet gerne in der Nähe von Gewässern an Felsklippen und Steilküsten.

 

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