News aus Baden-Württemberg
Nur zahlende Anbieter gezeigt: Karlsruher Gericht rügt Vergleichsportal

News aus Baden-Württemberg Nur zahlende Anbieter gezeigt: Karlsruher Gericht rügt Vergleichsportal

Quelle: Uli Deck
dpa

Das Vergleichsportal Verivox hat einem Gerichtsurteil zufolge Verbrauchern wesentliche Informationen vorenthalten und dafür eine Rüge vom Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe kassiert.

Künftig darf es seinen Vergleich von Privathaftpflichtversicherern nur noch dann zeigen, wenn es ausdrücklich auf die dabei verwendete eingeschränkte Anbieterzahl verweist. Denn Verivox hatte nur diejenigen Versicherer berücksichtigt, mit denen es eine Vermittlungsprovision vereinbart hatte. Das sei unlauterer Wettbewerb, erläuterte ein OLG-Sprecher am Montag. Das Gericht gab damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) statt. (Az. 6 U 82/20)

Beim Verivox-Vergleich hatte fast die Hälfte aller Anbieter gefehlt, «darunter viele große Versicherer wie Allianz, Huk-Coburg, Continentale, WWK und Württembergische», so der VZBV. Laut Gericht war das für die Verbraucher aber nicht ersichtlich gewesen.

Zwar sei Verivox nicht verpflichtet, alle Versicherungen vollständig abzubilden, sagte der OLG-Sprecher. Es müsse aber transparent und deutlich auf eine eingeschränkte Auswahl verweisen. Das habe das Portal versäumt und den entsprechenden Hinweis versteckt hinter zwei Links auf seiner Internetseite untergebracht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und könnte ein Fall für den Bundesgerichtshof (BGH) werden. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wurde eine Revision zum BGH zugelassen.

 

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