Personalmangel: Lehrer an Gemeinschaftsschulen an Belastungsgrenze

Personalmangel: Lehrer an Gemeinschaftsschulen an Belastungsgrenze

Quelle: Marijan Murat/dpa/Symbolbild
dpa

Der Verband Erziehung und Bildung ist besorgt über den Zustand der Gemeinschaftsschule. Lehrkräfte bemängeln eine zu hohe Belastung – die Gewerkschaft fordert mehr Personal.

Ein Großteil der Lehrer an den Gemeinschaftsschulen klagt über eine zu hohe Arbeitsbelastung. Wenn es nicht gelinge, den Job wieder leistbar zu machen, drohe der Schulart eine massive Abwanderung von Fachkräften, sagte Gerhard Brand, Chef des Landesverbands Bildung und Erziehung, am Montag in Stuttgart.

Er verwies auf eine Verbandsumfrage, nach der 95 Prozent der befragten Lehrer und Lehrerinnen von einer sehr hohen (77 Prozent) oder hohen (18 Prozent) Arbeitsbelastung berichteten. Das Land sei in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Schulart als attraktiven Arbeitsplatz weiterzuentwickeln.

Die Einführung der Gemeinschaftsschule war in Baden-Württemberg umstritten. Sie ist eine Schule für Kinder aller Leistungsstufen. An der Schulform unterrichten nach Verbandsangaben rund 7000 Pädagogen. Die Umfrage ist nach den Worten von Brand keine repräsentative Erhebung. Obwohl sich rund 60 Prozent der Lehrkräfte grundsätzlich mit der Gemeinschaftsschule identifizierten, wollten fast ebenso viele aufgrund der hohen Belastung diese Schulen verlassen.

Zur Verbesserung der Situation forderte der VBE unter anderem mehr Poolstunden. Das sind zugewiesene Stunden an die Pädagogen. Diese können genutzt werden, um Schüler besser zu fördern. Zugleich solle anstelle des Lernentwicklungsberichts zum Halbjahr, den es anstatt der klassischen Zeugnisse gibt, Gespräche geben zwischen Lehrkraft, Eltern und Schüler.

Der Philologenverband übte erneut Kritik an der Gemeinschaftsschule. Landeschef Ralf Scholl erklärte, nach dieser Umfrage helfe kein Schönreden seitens des Kultusministeriums mehr, hier müsse endlich die Konzeption der Gemeinschaftsschule auf den Prüfstand. Grün-Rot hatte die umstrittene Schulart eingeführt. Die SPD-Abgeordnete Katrin Steinhülb-Joos sagte, die Schulform habe sich im baden-württembergischen Schulsystem längst etabliert. «Das pädagogische Konzept wird von den Lehrkräften unterstützt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.»

Der FDP-Politiker Timm Kern sprach mit Verweis auf die Umfrage von einem «bildungspolitischen Scherbenhaufen». Die AfD forderte die Abschaffung der Gemeinschaftsschule und eine Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem.

 

Weitere Nachrichten

Kultusministerium äußert sich: Hitzefrei auch an Berufsschulen und Oberstufen möglich

Bisher hieß es, dass es kein Hitzefrei für Berufsschulen und Oberstufen gibt. Nun stellt das Ministerium klar: Auch diese Schüler können Hitzefrei bekommen. Wer entscheidet am Ende?

Beziehungsberater KI - wenn ChatGPT Tipps in der Liebe gibt

Eifersucht, Betrug und Leidenschaft: Menschen bitten KI-Chatbots auch um Hilfe in ihren Beziehungen. Wo ist der Einsatz sinnvoll - und wo ist er heikel? Und warum sind KI-Schmeicheleien so kritisch?

Laut Studie: Wo bis 2040 besonders viele Hausärzte fehlen könnten

Wer heute einen neuen Hausarzt sucht, braucht oft Geduld. In den nächsten Jahren dürfte sich das Problem noch verschärfen. Wo es besonders schlimm werden könnte - und was helfen würde.

Weniger Windkraft auf See? EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen

Steigende Kosten, teure Technik: Der EnBW-Chef fordert, beim Windkraft-Ausbau auf See vorerst auf die Bremse zu treten. Warum er weniger für mehr hält.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.