News aus Baden-Württemberg
Philippsburg plant Klage gegen Lagerung von Atommüll

News aus Baden-Württemberg Philippsburg plant Klage gegen Lagerung von Atommüll

Quelle: Sina Schuldt
dpa

Die Stadt Philippsburg will juristisch gegen die geplante Zwischenlagerung von Atommüll aus Frankreich vorgehen.

Bürgermeister Stefan Martus (parteilos) sagte am Mittwoch, der Gemeinderat habe am Vortag in einer nicht öffentlichen Sitzung beschlossen, alles für eine Klage vorzubereiten. Noch sei aber die Genehmigung des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung nicht öffentlich. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet. Schon früher hatte die Stadt rechtliche Schritte angekündigt.

Deutschland hatte sich vergangenes Jahr mit Frankreich auf einen neuen Weg zur Rücknahme von Castoren mit hochradioaktivem Atommüll geeinigt. Bis 2024 sollen den Angaben nach fünf Behälter aus dem französischen La Hague ins Zwischenlager Philippsburg (Landkreis Karlsruhe) zurückgeführt werden. Hintergrund ist eine völkerrechtliche Vereinbarung, nach der Deutschland seinen im Ausland wiederaufgearbeiteten Atommüll zurücknehmen muss.

Das Zwischenlager sei nur bis 2047 genehmigt, sagte Martus. Weil ein Atommüllendlager in Deutschland aber erst später komme, sei dieses Datum – schon heute absehbar – nicht zu halten. «Es kann nicht einfach eine Änderung für Philippsburg erteilt werden, ohne dass über das Ende nachgedacht wird.» Deswegen wolle die Stadt mit dem Klageweg ein Zeichen setzen, sagte er. «Am Ende des Tages werden wir wohl nicht drumrumkommen, irgendwas zu nehmen, weil der Bund das will.»

Anfangs sei der Stadt immer versprochen worden, nur der Atommüll aus den hiesigen Kernkraftwerken werde auch dort lagern, sagte Martus. Beide Meiler des Karlsruher Energieversorges EnBW sind vom Netz und befinden sich seit 2017 beziehungsweise 2020 im Rückbau. Dieser wird nach Einschätzung des Unternehmens jeweils 10 bis 15 Jahre dauern.

Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hatte vergangenes Jahr anlässlich der Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich erklärt, das Land übernehme damit die Verantwortung für die radioaktiven Altlasten der atomaren Energieerzeugung.

 

Weitere Nachrichten

Karlsruhe besonders betroffen: Invasive Ameise Tapinoma in 90 Kommunen nachgewiesen

Im Südwesten treiben invasive Ameisen Kommunen sowie Anwohner zur Verzweiflung. Immer mehr Kommunen sind betroffen. Warum eine Ausrottung kaum möglich ist und die Bekämpfung teuer.

Grippesaison steht an - So steht es um den Impfstoff im Land

Die Grippe kann alles andere als harmlos verlaufen. Bald dürften die ersten Influenza-Erreger wieder unterwegs sein. Wem eine Impfung empfohlen wird – und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.

Tarifkonflikt: Weitere Warnstreiks bei SWEG - drei Tage lang

Verdi fordert Schutz vor Kündigungen und erhöht den Druck: Ab Mittwoch bis Freitag sollen SWEG-Busse in zahlreichen Städten nicht fahren.

Wasen und Wiesn: So ist die Regel fürs Rauchen im Festzelt

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Knapp 10.000 Rufnummern von Cyberkriminellen abgeschaltet

Mit internationalen Partnern gehen Ermittler aus Baden-Württemberg und Deutschland gegen betrügerische Anrufe und manipulierte Handelsplattformen vor. Welche Maßnahmen wurden ergriffen?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.