News aus Baden-Württemberg
Schon wieder: Diebe stehlen Killer-Ortsschild

News aus Baden-Württemberg Schon wieder: Diebe stehlen Killer-Ortsschild

Quelle: Sebastian Kahnert
dpa

Das Ortsschild der Ortschaft Killer ist heiß begehrtes Diebesgut. Einmal mehr ist das Schild jüngst gestohlen worden. In dem kleinen Ort findet man das gar nicht mehr lustig.

Es scheint eine Art Trophäe zu sein: Zum dritten Mal in diesem Jahr haben Diebe das Ortsschild der Ortschaft Killer auf der schwäbischen Alb gestohlen. Ortsvorsteher Gerd Schäfer ist also Kummer gewohnt. «Der Humor ist an der Grenze», sagte Schäfer am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Diesmal könnten es Jugendliche aus Nachbardörfern gewesen sein. «Es war wohl eine Mutprobe oder ein Scherz.» Nach Angaben der Polizei Reutlingen war das Schild bis Sonntagvormittag noch nicht aufgetaucht. Killer gehört zur Gemeinde Burladingen.

Vier Verdächtige sind nach Schäfers Worten gegen 20.00 Uhr am Freitagabend mit ihren Mofas ohne Licht von Autofahrern gesehen worden. Einer der Fahrer hatte das gelbe Schild zwischen die Beine geklemmt. Zwar seien die jungen Leute getürmt, bevor er und die Polizei vor Ort waren. Aber die Zeugen hätten Teile der Nummernschilder notiert.

Schäfer will nun Anfang der Woche ins Gemeindeblatt schreiben, dass die Diebe das Ortsschild ohne Bestrafung bis nächsten Freitag zurückgeben können. Sonst muss er Anzeige gegen Unbekannt wegen Diebstahl öffentlichen Eigentums erstatten. Das Schild, das an drei Ortsausfahrten steht, ist schon seit vielen Jahren begehrtes Diebesgut. Es nütze auch nichts, es noch besser zu sichern oder zu verankern. «Das haben wir schon versucht. Das hat nur dazu geführt, dass die Diebe das Schild mitsamt dem Pfosten mitgenommen haben», erzählte der Ortsvorsteher.

Die Schilder kosteten 400 bis 500 Euro pro Stück. Da es sich aber um eine Landstraße handelt, kümmere sich die Straßenmeisterei um Ersatz und übernehme auch die Kosten. «Wir kommen mit einem blauen Auge davon», findet Schäfer. Es sei aber an der Zeit, zu überlegen, ob man die begehrten Schilder nicht im Internet anbieten könne. Killer ist übrigens ein Ortsteil von Burladingen im Zollernalbkreis und hat gut 600 Einwohner. Der Name leitet sich nach Angaben der Gemeinde von Kirchweiler ab, was in der alemannischen Mundart Kilchwilari hieß. Daraus wurde im Laufe der Jahrhunderte erst Kilwilar, Killar und schließlich Killer.

Auch andere Ortsschilder sind heiß begehrt – etwa das des österreichischen Orts Fucking. Durch einen Hype in den sozialen Medien wollten sich zahlreiche Menschen mit der Ortstafel ablichten, mehrfach wurde das Schild gestohlen. Die Bewohner fühlten sich so gestört, dass sie Fucking zu Jahresbeginn in Fugging umbenannten.

 

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