Nachrichten
Sicherheitspaket: So will Baden-Württemberg den Terror bekämpfen

Nachrichten Sicherheitspaket: So will Baden-Württemberg den Terror bekämpfen

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Der Terroranschlag von Solingen hat ganz Deutschland erschüttert. Der Bund verschärfte deshalb die Gesetze, genau wie das Land Nordrhein-Westfalen. Nun zieht Baden-Württemberg nach.

Im Kampf gegen islamistische Radikalisierung will die grün-schwarze Landesregierung die Sicherheitsbehörden mit mehr Befugnissen, mehr Personal und mehr Geld ausstatten. Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag von Solingen einigte sich die grün-schwarze Regierung am Montagabend auf ein umfassendes Sicherheitspaket. «Um mögliche Gefährder frühzeitig zu erkennen und Anschläge zu verhindern», heißt es in dem Papier, das der dpa vorliegt, zur Begründung. Auch möchte die Regierung mit dem Paket gegen irreguläre Migration vorgehen und mehr Maßnahmen zur Prävention ergreifen. Zunächst hatte der SWR über das Paket berichtet. Wichtige Punkte sind:

Anti-Terror-Zentrum

So soll etwa in Baden-Württemberg ein neues Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum entstehen. Mit der Bedrohungslage steige auch der Bedarf an Datenaustausch und -auswertung, heißt es in dem Sicherheitspapier. Das neue Zentrum soll relevante Akteure unter dem Dach des Landeskriminalamts vernetzen – mit dabei sein sollen nicht nur Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz, sondern auch der Sonderstab «Gefährliche Ausländer» und die Landesmedienanstalt.

Sonderstab

Der Sonderstab «Gefährliche Ausländer» soll gestärkt werden, um kriminelle Ausländer schneller abschieben zu können. Dafür soll der Stab zusätzliche Mittel und Personal erhalten. Die Regierung rechnet mit einer Zunahme des Fallaufkommens beim Sonderstab. Dem Vernehmen nach geht es um 15 neue Stellen.

Nutzung von Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) soll den Ermittlern künftig im Kampf gegen den Terrorismus mehr helfen – etwa bei der Auswertung von Millionen Bild- und Videodateien, bei der Analyse riesiger Datenmengen, beim Durchsuchen extremistischer Inhalte in sozialen Medien und beim Dolmetschen von Chatverläufen. Baden-Württemberg will gemeinsam mit einer externen Hochschule in Baden-Württemberg zudem einen spezifischen Studiengang für die Analyse und Auswertung von Daten entwickeln.

Task Force Desinformation

Desinformation stelle eine wachsende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar, heißt es in dem Papier. Dem gegensteuern will man mit einer neuen «Task Force Desinformation», die zur Sensibilisierung und Aufklärung beitragen soll und eine Art Frühwarnsystem zur Erkennung von Desinformationskampagnen sein soll.

Weitere Punkte

Der Plan enthält noch weitere Punkte wie die personelle Stärkung von Polizei und Verfassungsschutz sowie eine bessere Ausrüstung der Beamten, etwa mit «schnitthemmenden Elementen» an der Uniform. Auch zur Begrenzung irregulärer Migration und zur Prävention sind noch einige Punkte geplant. Eine weitere Asylkammer soll etwa entstehen, um Verfahren zu beschleunigen. Der Titel des Pakets lautet laut Staatsministerium: «Sicherheit stärken, Migration ordnen, Radikalisierung vorbeugen».

 

Weitere Nachrichten

Mutmaßlicher Brandstifter nach rund 40 Bränden in U-Haft

Stroh, Felder, Holzstapel: Seit Juni brennt es im Enzkreis immer wieder. Jetzt könnte das ein Ende haben.

Bahnhofsvorplatz am Karlsruher Hauptbahnhof wird teilweise barrierefrei umgebaut

Derzeit entsprechen die Bahnsteige am Bahnhofsvorplatz aufgrund ihrer geringen Höhe nicht den Anforderungen an einen barrierefreien Zugang zum ÖPNV. Durch den Umbau sollen die Haltestellen bis zum Komplettumbau provisorisch umgerüstet werden.

Lebenserwartung in Baden-Württemberg steigt erneut leicht an

Fast zehn Jahre mehr Lebenszeit für Neugeborene als in den 1970ern – warum die Säuglingssterblichkeit und bessere Vorsorge die Lebenserwartung im Südwesten so stark beeinflussen.

Schwimmunterricht ohne Rettungsfähigkeit? Land lässt prüfen

Wer Schülern Schwimmen beibringt, muss im Notfall Leben retten können. Landesweit wird nun geprüft, ob das auch immer der Fall ist. Ein Verdacht aus dem Raum Baden-Baden sorgt für Unsicherheiten.

Lebensmitteleinkauf: Was Rabatt-Apps so beliebt macht – und was kritisiert wird

Rabatt-Apps versprechen exklusive Sparvorteile. Verbraucherschützer sehen genau darin eine Benachteiligung. Ein großer Teil der Kunden nutzt die Apps, hat daran jedoch oft auch etwas auszusetzen.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.