News
So ist der Stand im Tauziehen um den Hornisgrinde-Wolf

News So ist der Stand im Tauziehen um den Hornisgrinde-Wolf

Quelle: Christian Charisius/dpa
dpa

Das Verwaltungsgericht stoppt den geplanten Abschuss des Hornisgrinde-Wolfs – vorerst. Was hinter der Entscheidung steckt und wie die Debatte weitergeht.

Der geplante Abschuss des Wolfs auf der Hornisgrinde im Nordschwarzwald ist vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart gab einer Klage von Naturschützern gegen die Ausnahmegenehmigung des baden-württembergischen Umweltministeriums statt. Bis zu einer Entscheidung im Eilverfahren darf das Tier nicht getötet werden.

Zuvor hatte es von verschiedenen Seiten Kritik an der Entscheidung zur Tötung gegeben. Zwei von Privatpersonen gestartete Petitionen haben mittlerweile insgesamt mehrere zehntausend Unterschriften erreicht. Der Landesjagdverband hinterfragte in einer Mitteilung unter der Überschrift «Wolfsabschuss in Wahlkampfzeiten?», ob «die politische Entscheidung der Umweltministerin Thekla Walker auf einer rein fachlich fundierten Wissensbasis anerkannter Wildbiologen beruht».

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke äußerte sich deutlicher: Walker (Grüne) habe den Wolf für den Wahlkampf von Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir opfern wollen. Es sei gut, dass der Hornisgrinde-Wolf «zumindest vorerst nicht unter die Räder gerät», so Rülke.

 

Ministerium: Entscheidung zum Schutz der Menschen

Das Umweltministerium hatte zuvor eine bis 10. März befristete Ausnahmegenehmigung zum Abschuss erteilt. Begründet wurde dies damit, dass sich der Wolf mehrfach Menschen und Hunden genähert habe. Zudem habe ein Wolfstourismus begonnen. Menschen hätten versucht, den Wolf gezielt anzulocken – auch um Fotos machen zu können. Darum sei die Entscheidung zum Schutz der Gesundheit von Menschen getroffen worden.

Den Zeitpunkt des Abschusses erklärte das Ministerium mit der sogenannten Ranzzeit, also der Phase der Fortpflanzungsbereitschaft. Diese gehe bis März. In dieser Zeit nähere sich der Wolf Hunden und Menschen bis auf wenige Meter.

Der Naturschutzbund Nabu hatte die Entscheidung des Ministeriums grundsätzlich unterstützt. Das Verhalten des Wolfs sei eindeutig unerwünscht gewesen und ein Eingreifen daher richtig.

 

Kläger verweisen auf geringe Wolfspopulation

Die klagende Naturschutzinitiative (NI) argumentierte hingegen, dass in Baden-Württemberg derzeit nur vier Wölfe nachgewiesen seien. Der Abschuss eines einzelnen Tieres entspräche damit einem Viertel der bekannten Population und könne den Erhaltungszustand der Art verschlechtern – was nach EU-Recht unzulässig wäre.

Nun wird – wenn überhaupt – erst später gehandelt. Hintergrund der jüngsten Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist nach Angaben der Justizbehörde, dass in der Nacht auf kommenden Dienstag (3. Februar) bereits erste Versuche geplant waren, den Wolf zu erlegen. Mit der Tötung des Tieres würden nicht umkehrbare Zustände geschaffen, entschied die Kammer.

 

Weitere Nachrichten

Invasive Tiere: Jagd auf Ochsenfrösche in Karlsruhe - fast 7.000 Tiere wurden getötet

Mit Reusen, Tauchern und Schusswaffen gegen eine Invasion: Wie sich der Nordamerikanische Ochsenfrosch ausbreitet und was das für Teichbesitzer bedeutet.

40 Jahre nach dem Super-GAU: Tschernobyl-Unfall - Wo strahlt es noch im Land?

Auch 40 Jahre nach Tschernobyl können sich Spuren des Reaktor-Unglücks auf unseren Tellern finden. Wo Verbraucher aufpassen sollten – und was heute als sicher gilt.

Bundesweiter Test: Klagen wegen Flügen oder Mieten werden jetzt digital gelöst

Probleme mit dem Flieger oder der Miete? In Nürtingen und Mannheim kann man jetzt online klagen, wenn es Ärger gibt. Das spart Zeit und Wege. Das Angebot ist Teil eines bundesweiten Tests.

Kühler Wochenstart - wann es wieder richtig sonnig wird

Am Wochenende lockte teilweise der Frühling mit Biergarten-Wetter. Doch schon am Sonntag war damit erst einmal wieder Schluss. Die Woche startet kühl - wie es weiter geht mit dem Wetter.

Nach Landtagswahl-Debakel: SPD will mit Mitgliederbefragung neuen Vorsitz finden

Nach dem historischen Wahldebakel sucht die SPD Baden-Württemberg per Mitgliederbefragung eine neue Spitze. Wer sich bisher zur Wahl stellt und wie der Zeitplan aussieht.

Aufklärung mal anders: Wie ein Theaterstück Senioren vor Betrug warnen soll

Bühne statt Betrugsfalle: Wie Senioren beim Theaterstück «Tatort Telefon» lernen, Betrügern nicht auf den Leim zu gehen – und warum Humor dabei hilft.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.