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Verdi-Warnstreik am Montag – Was Pendler wissen müssen

News Verdi-Warnstreik am Montag – Was Pendler wissen müssen

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Pendler und Schüler im Südwesten müssen am Montag auf Bus und Bahn verzichten. Verdi ruft zum Warnstreik im kommunalen Nahverkehr auf – mit Folgen für Hunderttausende.

Pendler und Schüler in Baden-Württemberg müssen sich am Montag eine Alternative für ihren Weg zur Arbeit oder Lehranstalt suchen: Verdi ruft bei Bussen und Bahnen im kommunalen Nahverkehr zum ganztägigen Warnstreik auf, wie die Gewerkschaft mitteilte. Betroffen von dem Ausstand sind Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz, wie der Verdi-Landesbezirk mitteilte. Mit dem Arbeitskampf erhöhen die Beschäftigten den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen.

In den sieben Städten dürften die Fahrzeuge also weitgehend im Depot bleiben: Verdi rechnet damit, dass keine Busse und Bahnen fahren werden. Am besten ist, sich vorsichtshalber noch einmal kurz vor dem geplanten Gang aus dem Haus zu informieren. Sicher ist aber: Von dem Ausstand dürften Hunderttausende Menschen betroffen sein. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird die SSB bestreikt. Die S-Bahn in Stuttgart fährt, weil sie von der Deutschen Bahn betrieben wird.

In allen Bundesländern stehen in diesem Frühjahr Verhandlungen über neue Manteltarifverträge für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe an. In Baden-Württemberg arbeiten dort rund 6.700 Menschen. Für sie verhandelt Verdi mit dem hiesigen Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV).

 

Verdi fordert höhere Zuschläge

Die erste Verhandlungsrunde verlief ergebnislos. Dieses Mal streiten die Tarifparteien nicht über das Gehalt. Neu ausgehandelt wird stattdessen der Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten festgelegt sind. Verdi fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nachtarbeit sowie Arbeit am Wochenende. Außerdem wolle man Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe durchsetzen.

Verdi argumentiert, dass Überstunden derzeit für Arbeitgeber günstiger seien als Neueinstellungen und die Beschäftigten durch Arbeitsverdichtung stark belastet würden. Verbesserte Zuschläge sollen nach Gewerkschaftsangaben dazu beitragen, Überstunden zu begrenzen, Personal zu gewinnen und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) langfristig zu stabilisieren.

 

Arbeitgeber: Forderungen sind nicht finanzierbar

Die Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis auf die Ankündigung der Warnstreiks und verwiesen auf die prekäre Finanzlage. Die Warnstreiks seien unverantwortlich gegenüber den Fahrgästen. «Wir hatten den Eindruck gewonnen, dass auch seitens der Gewerkschaft Verständnis für die katastrophale Haushaltslage vieler Kommunen besteht», sagte KAV-Hauptgeschäftsführerin Sylvana Donath. Statt auf Basis dieses Verständnisses weiterzuverhandeln, würden nun völlig unnötige Streiks angekündigt, die das Vertrauen in einen verlässlichen ÖPNV beschädigten.

Der Verband verwies zudem auf bereits vereinbarte tarifliche Verbesserungen. Seit 2023 seien die Entgelte einschließlich Zuschlägen um mehr als ein Fünftel gestiegen – und weitere Erhöhungen seien vereinbart. Die Verhandlungen sollen am 9. Februar in Stuttgart fortgesetzt werden. Die Friedenspflicht in dem Konflikt endete bereits zum 1. Januar.

 

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