Tierhilfe Karlsruhe
Karlsruher Storchenexperte Fritz Meier über Rettung, Bestände & Unterstützung

Tierhilfe Karlsruhe Karlsruher Storchenexperte Fritz Meier über Rettung, Bestände & Unterstützung

Interview
Quelle: myh, meinKA, pixabay

Fritz Meier aus Dettheim-Rußheim kümmert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich um Weißstörche in Karlsruhe und der Umgebung. Früher war der Storch nur selten zu sehen – heute haben sich die Bestände, dank des Einsatzes, wie dem von Fritz Meier, erholt.

Interview mit Storchenexperte Fritz Meier

Fritz Meier ist als Storchenexperte der Vogelwarte Radolfzell tätig – er erfasst und beringt die Störche regelmäßig, um mehr über den Bestand und ihre Flugrouten zu erfahren. Zudem kümmert sich der 66-Jährige um Störche in Not, päppelt sie auf und entlässt sie wieder in die Freiheit. Wir sprachen mit Fritz Meier über sein ehrenamtliches Engagement.

 

meinKA: Seit über 30 Jahren bist du aktiv im Storchen-Schutz – erzähl uns gerne mehr über deine Arbeit.

Fritz Meier: Es fing Anfang der 90er Jahre an – da gab es die Wiederansiedlung der Weißstörche in Baden-Württemberg. Seitdem bin ich mit dabei. Später kam dann noch die Beringung der Störche dazu – das mache ich für die Vogelwarte Radolfzell. Inzwischen ist der Storchenbestand immer weiter gestiegen: In den 70er Jahre gab es hier nur 15 Paare und nun zählen wir rund 2.500 – das hat sich also sehr gut entwickelt.

 

meinKA: Wie sieht denn so eine Storchen-Saison bei dir aus?

Fritz Meier: Die Saison beginnt im zeitigen Frühjahr (Januar/Februar), da kommen die ersten Störche zu uns – mittlerweile überwintern viele sogar. Zunächst fahre ich ab Anfang März dann alle Nester/Horste, um zu sehen, ob und welche Brutpaare hier sind. Da werden dann auch bei den beringten Störche die Ringe ausgelesen.

Wenn die Störche dann brüten, geht es darum, in das Nest zu schauen: Gibt es Nachwuchs, wie viel Nachwuchs gibt es? In der ersten Juni-Woche, wenn der Nachwuchs vier- bis fünf Wochen alt ist, wird er dann beringt. Für einen Überblick über die Gesamtpopulation. Danach beginnt die schwierige Zeit: Wenn die Jungstörche ausfliegen, kommt es zu verunglückten Störchen und zu Verletzungen – dann geht für mich die Storchen-Rettung los.

 

meinKA: Nester abfahren, Störche beringen und retten – dahinter steckt ja ein zeitlicher und finanzieller Aufwand. Wie stemmst du das? 

Fritz Meier: Es ist ein Ehrenamt – die Zeit investiere ich gerne. Aber die Kosten bleiben natürlich auch an mir hängen. Auch wenn diese für mich nicht im Vordergrund stehen, sondern das Wohl der Störche. Es hat halt alles mal recht klein und mit wenig Kosten angefangen – aber mittlerweile bin ich bei der Betreuung von ungefähr 200 Horste. Mein Gebiet reicht bis Östringen/Kraichtal und die Horste werden in einer Saison drei- bis fünfmal abgefahren – da kann man sich vorstellen, wie viele Kilometer da zusammenkommen. Bei der Jungstorchen-Rettung ist man dann zusätzlich noch unterwegs.

Die Kosten trage ich selbst und ich wünsche mir, dass da die Ämter und Naturschutzverwaltungen da vielleicht erkenntlich zeigen könnten. Das zeigt dann auch den Wert des Ehrenamts ein bisschen.

 

meinKA: Wie kann man dich und deine Storchen-Arbeit unterstützen?

Fritz Meier: Für mich wäre wichtig, dass es eine bessere Vernetzung geben würde. Es gibt so viele Menschen im Wildtier-Ehrenamt; Einzelpersonen, die vielleicht eine Schwalbe pflegen können oder sich um Igel kümmern. Bei mir rufen so viele Leute an, die Hilfe bei Wildtieren benötigen – nicht nur Störche! – daher wäre es für mich sehr hilfreich, wenn man hier besser vernetzt wäre.

Ihr möchtet eure Hilfe anbieten? Dann schreibt uns gerne an redaktion@meinka.de, Betreff: Wildtierhilfe und wir stellen den Kontakt zu Fritz Meier her. 

 

Spendenaufruf – unterstützt die Storchen-Rettung

Wer die ehrenamtliche Arbeit von Fritz Meier und damit das Wohl der Störche in Karlsruhe gerne finanziell unterstützen möchte, kann das gerne bei unserer Spendenaktion.

 

 

 

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