Nachrichten
„Totalausfall“: Städtetags-Chef Mentrup entschuldigt sich bei Minister für Wortwahl

Nachrichten „Totalausfall“: Städtetags-Chef Mentrup entschuldigt sich bei Minister für Wortwahl

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Die Kommunen haben Finanznöte – doch als der Städtetagspräsident gegen den Innenminister austeilte, schaltete sich sogar Ministerpräsident Kretschmann ein. Nun gab es ein persönliches Gespräch.

Städtetagspräsident Frank Mentrup (SPD) hat sich bei Innenminister Thomas Strobl (CDU) dafür entschuldigt, ihn als «Totalausfall» bezeichnet zu haben. «Diese Formulierung war emotional überzogen und war auch inhaltlich falsch», erklärte Mentrup nun. «Es gibt viele Beispiele, wie sich Thomas Strobl erfolgreich zum Wohle der Kommunen in seinem Haus und im Kabinett eingesetzt hat.» Hintergrund sind die klammen Kassen der Kommunen.

Mit ungewohnt scharfen Worten hatte Mentrup, der auch Oberbürgermeister von Karlsruhe ist, auf die Abfuhr des Landes nach einem Hilferuf der in Finanznot geratenen Stadt Baden-Baden reagiert. Strobl sei ein «Totalausfall für die Kommunen, wenn es um wirkliche Verantwortungsübernahme bei schwierigen Themen geht», sagte er den «Badischen Neuesten Nachrichten». Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rief Mentrup daraufhin zu einem sachlicheren Ton auf und stellte sich damit vor seinen Innenminister.

Entschuldigung angenommen

In einem persönlichen Austausch habe sich Mentrup jetzt bei Strobl für die Wortwahl entschuldigt, hieß es in einer Mitteilung des Städtetags. Der Minister habe die Entschuldigung angenommen. Beide hätten sich ausgesprochen und seien sich einig, dass es nun darum geht, den Blick nach vorne zu richten und die bestehenden Herausforderungen gemeinsam konstruktiv anzugehen.

Spitzentreffen zur Finanzmisere geplant

In Kürze wollen sich den Angaben nach der Innenminister, der Finanzminister, der Chef der Staatskanzlei und die Vertreter der drei kommunalen Landesverbände treffen, um Lösungen für die kommunale Finanzmisere zu diskutieren. «Dass das Treffen zustande kommt, zeigt auch: Es geht nicht nur um einen Einzelfall wie Baden-Baden, sondern um eine landesweite Herausforderung, die zahlreiche Städte, Gemeinden und Landkreise betrifft», sagte Mentrup. «Die strukturelle Krise in der kommunalen Finanzierung ist real.»

Unter dem Hashtag #HandlungsfähigWerden hatten 60 Oberbürgermeister und Bürgermeister vor Kurzem ein Video in sozialen Medien veröffentlicht. Darin fordern sie mit dem Städtetag mehr Unterstützung durch Land und Bund.

In den vergangenen Monaten haben die meisten Städte und Gemeinden im Südwesten Schulden angehäuft. Ausgeglichene Haushalte sind die Ausnahme.

 

Weitere Nachrichten

Schon zum vierten Mal: Unbekannte werfen Steine auf Autobahn bei Karlsruhe

Schon wieder fliegen Steine auf die A5: Diesmal landen sogar Holzstücke auf der Straße. Was Zeugen über die mutmaßlichen Täter berichten und wie die Polizei jetzt vorgeht.

Tote Tiere in Stuttgart: Warum ist es so schwer, Koalas in Zoos zu halten?

Warum sterben immer wieder Koalas in Zoos? Die sensiblen Beuteltiere stellen Pfleger vor große Herausforderungen – und das nicht nur in Stuttgart.

Zu viel Umweltgift in Badesee im Landkreis Rastatt: Behörde warnt

Das Landratsamt Rastatt rät wegen einer mit dem Umweltgift PFAS belasteten Badestelle zur Vorsicht. Kleinkinder sollten dort nicht uneingeschränkt planschen.

Protesttag an Kliniken - mit Auswirkungen für Patienten?

Mit Einsparungen unter anderem bei den Krankenhäusern will die Bundesregierung die Finanzen der Krankenkassen stabilisieren. Kliniken und deren Mitarbeiter wollen das nicht hinnehmen.

Wenig Wasser im Bodensee – was das für Urlauber bedeutet

Schwimmen im Bodensee wird zum Spaziergang: Das Wasser ist so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Was bedeutet das für Urlauber, Schiffe und seltene Wasservögel?

Königsbach-Stein vermisst seine Ortsschilder

Unbekannte schrauben nachts die Ortsschilder ab. Wofür braucht jemand die gelben Tafeln?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.