News
Trotz Rückgang: Hasen hoppeln weiter zahlreich durchs Land

News Trotz Rückgang: Hasen hoppeln weiter zahlreich durchs Land

Quelle: Boris Roessler, dpa

Auch wenn der Nachwuchs 2025 etwas schwächelte – in Baden-Württemberg hoppeln noch immer so viele Hasen durchs Land wie kaum je zuvor.

Früher galt der Feldhase als gefährdete Spezies. Aber zuletzt hat er sich wieder prächtig vermehrt. Auch im vergangenen Jahr hielten sich die Langohren in Baden-Württemberg wacker: Trotz eines kleinen Rückgangs blieb ihr Bestand auf hohem Niveau. Doch Experten sehen neue Risiken für die Tiere. Das Wichtigste dazu in Kürze:

 

Wie viele Hasen gibt es in Baden-Württemberg?

Gezählt wird nach Quadratkilometern. Und da bleibt die Population der Feldhasen auf hohem Niveau. Im Herbst 2025 wurden im Schnitt 18 Tiere pro Quadratkilometer Offenland – also Felder, Wiesen und Äcker – gezählt, zwei weniger als im Rekordjahr zuvor. Damit hält sich der Bestand seit drei Jahren in starker Höhe – trotz leichter Schwankungen.

 

Wer zählt die Hasen – und wie funktioniert das?

Seit 1997 erfasst die Wildforschungsstelle des Landes zusammen mit dem Landesjagdverband (LJV) die Bestände. Jägerinnen und Jäger zählen die Tiere ehrenamtlich, meist ein- bis zweimal pro Jahr im Frühjahr und Herbst. Bei dieser sogenannten Scheinwerfertaxation werden festgelegte Routen mit dem Auto abgefahren, Felder werden abgeleuchtet und die Augen der Hasen reflektieren das Licht charakteristisch. Wissenschaftler werten die Daten anschließend aus und vergleichen sie zwischen Regionen und Zeiträumen.

 

Wo leben in Baden-Württemberg besonders viele Feldhasen?

Am häufigsten sind sie in der badischen Rheinebene sowie im Donau-Iller-Lech-Raum zu finden. Deutlich weniger gibt es im Hochrheingebiet und im oberschwäbischen Hügel- und Moorland. Damit spiegelt sich im Südwesten ein deutschlandweites Muster wider: Die höchsten Dichten gibt es im Nordwestdeutschen Tiefland mit rund 30 Hasen pro Quadratkilometer, im Süden liegen die Werte meist etwas darunter.

 

Welche Ursachen stehen hinter dem stabilen Bestand?

Das milde, trockene Winterhalbjahr 2024/25 und ein frühes, regenarmes Frühjahr spielten der Art in die Karten. Als Steppentier liebt der Feldhase offene, strukturreiche Landschaften mit Wiesen, Brachen und Blühstreifen. Solche Lebensräume sind allerdings seltener geworden – im Vergleich zu den 1970er Jahren steht deutlich weniger geeignete Fläche zur Verfügung.

 

Welche Gefahren drohen trotzdem?

Die größten Risiken bleiben Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, Wetterextreme und Krankheiten. Auch Raubtiere wie Füchse oder Waschbären setzen den Langohren zu. Fachleute warnen zudem, dass Klimaveränderungen künftig häufiger extreme Wetterphasen bringen könnten, die Jungtiere gefährden.

 

Was hat es mit der neuen Hasenkrankheit auf sich?

Seit 2023 breitet sich die Myxomatose, eine früher nur von Wildkaninchen bekannte Viruserkrankung, auch unter Feldhasen aus. Betroffene Tiere sterben meist. Bundesweit zeigen die Bestände bisher keine deutlichen Einbrüche, doch Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen deuten darauf hin, dass sich stark betroffene Populationen bislang kaum erholt haben. In Baden-Württemberg sind laut Landesjagdverband bislang noch keine Fälle bekannt.

 

Kann der Mensch helfen, die Bestände zu sichern?

Ja – durch den Erhalt und die Wiederherstellung strukturreicher Lebensräume. Projekte in Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigen, dass eine Kombination aus Lebensraumverbesserung und der gezielten Bejagung räuberischer Arten positive Effekte hat: Dort hat sich die Hasenpopulation innerhalb von drei Jahren bis 2025 verdoppelt, auch Arten wie das Rebhuhn profitierten.

 

Weitere Nachrichten

Neues Wolfsrudel in Baden-Württemberg: Welpe tappt in Fotofalle

Nach Jahren ohne Rudel streunt jetzt wieder eine Wolfsfamilie durch den Nordschwarzwald. Ein Welpe ist gesichtet worden.

Millionenschwere Hehlerei - wie die Betrüger ins Netz gingen

Edelmetalle im Wert von 50 Millionen Euro: Hinter der Fassade eines Pforzheimer Unternehmens haben Betrüger ihre Beute zu Bargeld gemacht. Was steckt dahinter?

Unwetter-Bilanz: Immer weniger Blitze in Baden-Württemberg

Der Sommer in Baden-Württemberg war dieses Jahr besonders heiß und trocken. Die Auswirkungen davon zeigen sich auch in der Anzahl der Blitze im Land. Wo steht der Südwesten im bundesweiten Vergleich?

Kein einziges Bußgeld: Verstöße gegen 12-Uhr-Tankregel bisher ohne Folgen

Seit April dürfen Preise an Tankstellen nur einmal pro Tag erhöht werden. Bei Verstößen in Baden-Württemberg wurde bisher kein einziges Bußgeld verhängt.

Rechtsstreit um Online-Apotheke von dm - Fakten zum Mitreden

Vor dem Landgericht Karlsruhe streiten dm und die Wettbewerbszentrale über die Online-Apotheke dm-med. Worum es in dem Verfahren geht und welche Argumente beide Seiten anführen.

Saisonbilanz: Etwas mehr Badetote - wer besonders gefährdet ist - und wo

Rettungskräfte haben Hunderte aus dem Wasser gerettet. Bei fast drei Dutzend Menschen kam ihre Hilfe aber zu spät. Wer vor allem betroffen ist.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.