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Ukraine und Baden-Württemberg wollen Polizei vernetzen

News Ukraine und Baden-Württemberg wollen Polizei vernetzen

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Drohnen, Cyberangriffe und Sabotage: Für die Sicherheitsbehörden in der Ukraine gehört das zum Alltag. Von den Erfahrungen will Baden-Württemberg profitieren – und bei neuen Technologien unterstützen.

Baden-württembergische Polizeibeamte sollen künftig von den Erfahrungen ihrer ukrainischen Kollegen etwa im Umgang mit Drohnen lernen. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem ukrainischen Innenministerium unterzeichnete Innenminister Manuel Hagel (CDU) bei seiner Reise nach Kiew. Die Vereinbarung sieht vor, dass beide Länder die polizeiliche Zusammenarbeit stärken.

«Kaum ein anderes Land hat in den letzten Jahren mehr Erfahrungen bei Spionageabwehr, Cybercrime und Drohnenangriffen erlangt, als die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland», sagte Hagel der Deutschen Presse-Agentur. Davon profitiere Baden-Württemberg nun ganz konkret, indem man Erfahrungen über Abwehrtechniken, Einsatztaktiken und Drohnen austausche. «Wir werden unsere Experten gemeinsam mit den Ukrainern vernetzen.»

Betriebe aus dem Südwesten sollen entwickeln und produzieren

Daraus solle auch ein Innovations- und Wirtschaftsprogramm werden so Hagel. Betriebe in Baden-Württemberg sollten neue Technologie entwickeln und produzieren. «Das hilft der Ukraine, das hilft aber vor allem auch uns in Baden-Württemberg: Es schafft Sicherheit und Beschäftigung.»

Die vergangenen Wochen hätten die neue Bedrohungslage jedem vor Augen geführt. «Angriffe von Extremisten und Russlands Drohnenangriff in Leipzig zeigen, dass unsere Art zu leben, unser Staat und die Menschen in unserem Land angegriffen werden», sagte Hagel. Für diese neue Zeit wolle man nun die Sicherheitsarchitektur fit machen.

Immer wieder Angriffe in Kiew erlebt

Der CDU-Politiker war für mehrere Tage in die ukrainische Hauptstadt gereist. Begleitet wurde Hagel laut Innenministerium von Wirtschaftsvertretern, etwa aus der Sicherheitsindustrie.

Bei seinem Besuch hatte Hagel die Auswirkungen des Krieges in der ukrainischen Hauptstadt immer wieder selbst erlebt. Einem Sprecher zufolge musste die Delegation wegen Luftangriffen in einer Nacht in einen Bunker gehen. Schon auf der Hinreise nach Kiew war die Delegation kurz vor dem Hauptbahnhof in Kiew aus dem Zug evakuiert worden, weil in der Stadt Luftalarm ausgelöst worden sei. Kurz vor der Rückreise erlebte die Delegation dem Sprecher zufolge auch einen Drohnenangriff nahe dem Kiewer Bahnhof. In einem Video der «Bild»-Zeitung war zu sehen, wie Hagel und seine Begleiter in Richtung eines Gebäudes rennen.

 

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