News aus Baden-Württemberg
Verkehrsminister gegen 9-Euro-Ticket auf Dauer: „Kaum finanzierbar“

News aus Baden-Württemberg Verkehrsminister gegen 9-Euro-Ticket auf Dauer: „Kaum finanzierbar“

Quelle: Tom Weller
dpa

Eine langfristige Fortsetzung des 9-Euro-Tickets für Busse und Bahnen hält der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann nicht für machbar.

«Auf Dauer sind solche Super-Sonderangebote wie das 9-Euro-Ticket kaum finanzierbar», sagte der Grünen-Minister der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst müsse ein guter öffentlicher Nahverkehr mit fairen Ticketpreisen stabil finanziert werden können. Außerdem sei es wichtig, das wachsende Defizit im Schienenpersonennahverkehr auszugleichen, forderte Hermann.

Der Bund müsse die Mittel erhöhen, mit denen die Länder den ÖPNV finanzierten. Die Länder hätten einmütig gefordert, diese sogenannten Regionalisierungsmittel um jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro anzuheben. Nur so könnten die gestiegenen Energie- und Personalkosten bewältigt und das bestehende Angebot ohne Kürzungen gesichert werden. Außerdem sei es wichtig, den Ausbau anzugehen, um die Fahrgastzahlen verdoppeln und die Klimaziele erreichen zu können.

Zuvor hatte auch der Bundesverkehrsminister dem 9-Euro-Ticket über August hinaus eine Absage erteilt. Diese Maßnahme als Reaktion auf die hohen Energiepreise sei zeitlich befristet im Gesetz angelegt, hatte Volker Wissing (FDP) in Berlin deutlich gemacht. «Dementsprechend gibt es derzeit keine Überlegungen, das zu verlängern.» Die Verbraucherzentralen hatten auch als Entlastung von steigenden Preisen ein Anschluss-Angebot gefordert.

Die 9-Euro-Tickets gelten im Juni, Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland – viel günstiger als normale Monatstickets, die zudem nur im Verbundbereich gelten.

 

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