News aus Baden-Württemberg
Verlängerte AKW-Laufzeit kostete EnBW hohen Millionenbetrag

News aus Baden-Württemberg Verlängerte AKW-Laufzeit kostete EnBW hohen Millionenbetrag

Quelle: Armin Weigel/dpa/Symbolbild
dpa

Die bis Mitte April verlängerte Laufzeit für das Atomkraftwerk Neckarwestheim 2 und die Umplanungen beim Rückbau haben den Betreiber EnBW einen Betrag im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gekostet.

Dafür gebe es keine Entschädigung, sagte der Chef der EnBW-Kernkraftsparte, Jörg Michels, am Donnerstag in Karlsruhe. Weil die Strompreise wiederum gedeckelt wurden, sei die Marge «nicht so hoch». Konkrete Angaben dazu machte er nicht.

Wann genau das jüngste deutsche Kernkraftwerk am 15. April vom Netz geht, werde abhängig von den dann aktuellen Gegebenheiten entschieden, erklärte Michels. Schon vorher erwarte er die volle Rückbaugenehmigung. Eine Sprecherin des dafür zuständigen Umweltministeriums Baden-Württemberg bestätigte dies.

Bis zur Abschaltung wird der 1989 ans Netz gegangene Block 2 den Angaben nach in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt haben. Insgesamt würden es dann rund 375 Milliarden Kilowattstunden sein. Er deckte etwa ein Sechstel des jährlichen Strombedarfs in Baden-Württemberg, wie Michels erklärte.

 

Die Frage, ob die Laufzeitverlängerung für das AKW im Landkreis Heilbronn und zwei weitere deutsche Meiler nötig war, beantwortete er nicht mit einem klaren Ja oder Nein. Er verwies aber auf Momente in diesem Jahr, als der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW Strom aus dem Ausland zur Netzstabilisierung kaufen musste, obwohl AKW liefen.

Der drittgrößte deutsche Energieversorger konzentriert sich seit dem 2011 beschlossenen Atomausstieg auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein möglicher AKW-Weiterbetrieb sei daher aus vielerlei Gründen kein Thema, sagte Michels und verwies etwa auf Personalplanung und Brennelemente, die sonst benötigt würden. Das Ende der Atomära komme also nicht plötzlich. Dennoch sagte der Chef der Kernkraftsparte: «Es wird ein besonderer Moment sein, wenn wir abschalten.»

 

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