News
Vernachlässigt und geschlagen: Mehr Jugendliche im Land sind gefährdet

News Vernachlässigt und geschlagen: Mehr Jugendliche im Land sind gefährdet

Quelle: Nicolas Armer/dpa
dpa

Am Dienstag ist der internationale Tag der Jugend. Das Statistische Landesamt hat aus diesem Anlass das Wohl der Jugendlichen im Land unter die Lupe genommen – und zieht ein besorgniserregendes Fazit.

Schläge, psychische Misshandlung, sexuelle Gewalt oder Vernachlässigung – das Wohl von Jugendlichen ist zunehmend gefährdet, wie aus Auswertungen des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Demnach hat die Zahl akuter oder latenter Kindeswohlgefährdungen bei Jugendlichen mit 1.268 in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht.

 

Starker Anstieg der Fälle

Bezogen auf die insgesamt 429.887 Jugendlichen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren, die 2024 im Südwesten lebten, entsprach dies zwar «nur» einem Anteil von 0,3 Prozent. Seit Beginn der Erhebung notierte das Landesamt aber einen kontinuierlichen Anstieg: Die Zahl hat sich seit 2012 von 580 auf nun 1.268 mehr als verdoppelt, teilte die Behörde anlässlich des internationalen Tags der Jugend (12. August) mit.

 

Gefahr droht ausgerechnet von Eltern

In gut zwei Drittel dieser Fälle ging die Gefährdung dem Amt zufolge von der eigenen Mutter, Adoptivmutter oder dem eigenen Vater oder Adoptivvater aus. Eine Gefährdung durch einen Stiefelternteil oder eine neue Partnerin beziehungsweise einen neuen Partner wurde in 5,6 Prozent der Fälle festgestellt. Bei 9,2 Prozent war die Hauptperson eine sonstige Person aus der Verwandt- oder Bekanntschaft.

 

Meist geht es um Vernachlässigung

Bei über der Hälfte der 1.268 Fälle stellten die Jugendämter Anzeichen für Vernachlässigung fest, gefolgt von psychischen Misshandlungen (41,2 Prozent) und körperlichen Misshandlungen (32,6 Prozent). Sexuelle Gewalt kam demnach in 7,2 Prozent der Fälle vor. In Verdachtsfällen werden die Jugendämter hinzugezogen, die Schritte prüfen, um einer Gefährdung entgegenzuwirken.

 

Auch bei Kindern steigende Zahlen

2024 machten die Jugendlichen 18,5 Prozent aller Fälle von akuter oder latenter Kindeswohlgefährdung aus. Über alle Altersgruppen hinweg gab es im vergangenen Jahr 6.846 Fälle. Auch bei Gefährdungen des Kindeswohls wurde 2024 ein neuer Höchststand erreicht: 2012 wurden bei Kindern 3.463 akute und latente Gefährdungseinschätzungen registriert.

 

Weitere Nachrichten

Freundin getötet? Mann aus Raum Karlsruhe bleibt in Schweden in Haft

Ein 33-jähriger Deutscher soll im Schweden-Urlaub seine Freundin getötet haben. Nach der Auslieferung kommt es zur Haftverhandlung - und das Gericht trifft eine Entscheidung.

Fahrplanwechsel ab Mitte Dezember: Das ändert sich bei der Bahn im Land

Berlin, Paris, Wien oder die Ostseeküste: Mit dem Fahrplanwechsel bekommen die Menschen in Baden-Württemberg auf manchen Strecken mehr oder ganz neue Verbindungen. Es gibt aber auch Einschränkungen.

Grenzkontrollen: Immer weniger illegale Einreisen nach Baden-Württemberg

Seit rund zwei Jahren finden an den deutschen Außengrenzen wieder Kontrollen statt – auch an den Landesgrenzen von Baden-Württemberg zu der Schweiz und Frankreich. Wie entwickeln sich die Zahlen?

Gewalt gegen Frauen: Kaum freie Plätze in Frauenhäusern in Baden-Württemberg

Die Gewalt gegen Frauen nimmt bundesweit zu – auch im Südwesten. In Frauenhäusern sollen die Betroffenen und ihre Kinder Schutz finden. Was aber, wenn es keine freien Plätze gibt?

Prognose für 2027: Arbeitslosigkeit steigt - aber weniger stark

Die Arbeitsagentur rechnet 2027 mit mehr Arbeitslosen in Baden-Württemberg. Allerdings falle der Anstieg deutlich schwächer aus als in den Vorjahren. Vor allem eine Branche trifft den Südwesten.

Hitze, Allergien und Zukunftssorgen: Was die Klimakrise mit Kindern macht

Hitze, Allergien und Zukunftssorgen belasten Kinder schon heute. Ein Kinderarzt, eine Psychologin und ein Lehrer sprechen über Folgen – von der Medizin bis zum Schulalltag in Schwäbisch Gmünd.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.