Nachrichten
Volles Haus im Hörsaal – Mehr Erstsemester in Baden-Württemberg

Nachrichten Volles Haus im Hörsaal – Mehr Erstsemester in Baden-Württemberg

Quelle: Peter Kneffel/dpa
dpa

Jura? Medizin oder Maschinenbau? Vielleicht doch eher eine Geisteswissenschaft? Jahr für Jahr sitzen weit über 65.000 meist junge Menschen zum ersten Mal in einem baden-württembergischen Hörsaal.

Es wird noch ein wenig enger in den baden-württembergischen Hörsälen. Die Zahl der Erstsemester ist im laufenden Studienjahr erneut gestiegen, sie liegt aber weiter deutlich unter dem Stand aus dem Vor-Corona-Jahr 2019.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben 68.500 meist junge Menschen ein Studium an einer Hochschule in Baden-Württemberg begonnen, knapp 400 mehr als im Jahr zuvor. Bis zum Jahr 2021 waren die Zahlen der Erstsemester fünf Jahre lang in Folge gesunken. Während der Pandemie waren vor allem Studierende aus dem Ausland ferngeblieben.

Laut Statistik waren im aktuellen Wintersemester rund 354.500 Studierende an den Hochschulen im Südwesten eingeschrieben. Im Vergleich zum Wintersemester 2023/24 hat sich die Zahl der Studierenden um knapp 6.000 oder fast zwei Prozent erhöht.

Wissenschaftsministerium: Wir brauchen mehr Studierende

Trotz der steigenden Zahlen warnte Landeswissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne), dass die Zahl der Studierenden in naturwissenschaftlichen Fächern und vor allem im Maschinenbau und Elektrotechnik überdurchschnittlich zurückgehen. «Die Tendenz ist auch dieses Jahr nicht gestoppt», sagte die Grünen-Politikerin.

Bisher liege der Fokus der Debatte sehr stark auf dem Ausbildungsbereich. Es seien aber auch höhere Studierendenzahlen wichtig, weil der erwartbare Bedarf an Arbeitskräften auch auf dem akademischen Fachkräftemarkt sehr hoch sei. Viele Menschen gingen in den Ruhestand, es gebe zudem neue Arbeitsfelder und neue Bedarfe. Perspektivisch werde gerade in anspruchsvollen Bereichen die Nachfrage steigen. «Und deshalb sind gerade in den naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern die Bedarfe hoch und können im Moment nicht so abgedeckt werden wie wir uns das wünschen würden», sagte die Ministerin.

Studie: Zehntausende Abschlüsse zu wenig für den Arbeitsmarkt

Nach einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung fehlen bis 2040 in Baden-Württemberg rund 140.000 Arbeitskräfte mit abgeschlossenem Studium. Zusätzlich müssen in diesem Zeitraum rund 720.000 akademische Arbeitskräfte ersetzt werden, die in Rente gingen. Besonders groß ist der Bedarf an Fachkräften der Studie zufolge im Gesundheitsbereich, in Bereich Bildung und Erziehung, in der Informatik und bei der Bauplanung. Auch im Maschinenbau und im Fahrzeugbau wird laut Studie zusätzliches Personal mit Bachelor- oder Masterabschluss gebraucht. In dem Bereich habe es in den vergangenen Jahren ein deutlich sinkendes Interesse der Studierenden gegeben.

Gewachsen ist im laufenden Studienjahr die Menge vor allem an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), den Kunst- und Musikhochschulen sowie den privaten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Auch an den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten sind im laufenden Semester mehr Studierende eingeschrieben als noch vor einem Jahr.

 

Weitere Nachrichten

Nach zweiter Verhandlungsrunde: Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

In der zweiten Verhandlungsrunde legt die Arbeitgeberseite ein Angebot vor. Doch dieses weisen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück. Damit dürfte es bald Warnstreiks in Baden-Württemberg geben.

Gruselhaus: Für diese Familie ist Halloween wichtiger als Weihnachten

Für viele gehört Weihnachten zum Höhepunkt des Jahres - für Kim und Wolfram König ist es Halloween. Monate investieren sie in ihr Gruselhaus. Dieses Jahr entführen sie Besucher nach Mexiko.

Krankheit Alzheimer wurde vor 120 Jahren entdeckt: Zahl der Betroffenen steigt

Die Zahl von Menschen mit Demenz nimmt zu - die meisten davon haben Alzheimer. Angehörige von Betroffenen übernehmen den größten Teil ihrer Pflege - und bräuchten selbst mehr Hilfen.

Atommüll-Endlager: Zwei Südwest-Gebiete nicht mehr im Rennen

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager geht in die nächste Runde: Die Auswahl der als geeignet bewerteten Gebiete wurde weiter eingegrenzt. Wo liegen die Schwerpunkte in Baden-Württemberg?

Geld Münzen

336 Millionen Euro mehr Steuern - aber trotzdem Lücke im Landeshaushalt

336 Millionen Euro mehr Steuern als erwartet – und trotzdem fehlt Baden-Württemberg Geld im Haushalt 2027. Warum der erwartete Aufschwung den Spielraum der Landesregierung zugleich schrumpfen lässt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.