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Von Ruhe keine Spur: Kurswechsel verunsichert KSC-Profis

News Von Ruhe keine Spur: Kurswechsel verunsichert KSC-Profis

Quelle: Uli Deck/dpa

Fans starten eine Petition, Spieler lassen ihre Zukunft offen: Warum der Abschied von Trainer Christian Eichner beim KSC mehr auslöst als nur sportliche Fragen.

Der klare 4:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld geriet fast zur Nebensache. Denn im ersten Spiel des Karlsruher SC nach der Verkündung des Abschieds von Trainer Christian Eichner hat die Mannschaft zwar geliefert. Für Ruhe im Innenleben des Fußball-Zweitligisten sorgte das Ergebnis jedoch nicht.

Denn die Entscheidung für einen Neustart im Sommer löst nicht gerade Aufbruchstimmung unter den Profis aus. Sie wirft eher Fragen auf – und erste Zweifel innerhalb der Mannschaft. Kapitän Marvin Wanitzek fand nach dem Spiel bemerkenswert offene Worte. «Die Gegebenheiten sind im Sommer so nicht mehr da», sagte der 32-Jährige und ließ seine eigene Zukunft offen. Es seien turbulente Tage gewesen, ein turbulentes Jahr ohnehin – und nun brauche er Zeit.

 

Wanitzek verlängerte erst im Mai

Wanitzek gilt als enger Vertrauter von Eichner. Der Führungsspieler spielte auch darauf an, dass bereits zuvor Co-Trainer Zlatan Bajramovic freigestellt worden war – ohne für die Öffentlichkeit ersichtlichen Grund. Wanitzek selbst verlängerte erst im vergangenen Mai seinen Vertrag. Damals war nicht absehbar, dass Eichners Zeit enden würde. Denn der Vertrag des Chefcoachs war ursprünglich bis 2027 gültig.

Neben Wanitzek vermieden auch andere Profis klare Bekenntnisse. Angreifer Fabian Schleusener sagte: «Ich weiß es, ehrlich gesagt, noch nicht. Es ist so, dass der Verein gewisse Vorstellungen hat, wir sprechen darüber. Auch ich habe meine Vorstellungen – und wir müssen schauen, inwieweit wir zusammenkommen.»

Auch er müsse erst einmal das Jahr Revue passieren lassen, sagte der 34-jährige Routinier. Zumal die Zeit unter Eichner für ihn sehr bedeutsam und prägend gewesen sei. Auf eine Zukunft im KSC-Trikot ohne Eichner ging Schleusener nicht ein. Er holte zunächst weit aus und kehrte dann zurück auf die Fragestellung: «Ich habe darauf jetzt gar nicht geantwortet und ich glaube, das ist auch besser so.» Damit ließ er bewusst Raum für Spekulationen.

Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann hatte die Entscheidung damit erklärt, dass nach mehr als sechs Jahren frische Impulse nötig seien. Ins Detail ging der Schweizer jedoch nicht, ließ viele Fragen unbeantwortet. Auch wer künftig an der Seitenlinie stehen wird, ließ er offen.

 

Rapp lobt «sehr guten Draht» zu Eichner

So entsteht ein Vakuum, das Spieler und Umfeld spürbar verunsichert. Nicolai Rapp sprach von einem «Schock», betonte zugleich den engen Draht zum Trainer. Die Mannschaft wolle Eichner nun zumindest einen würdigen Abschied bereiten – auch wenn sportlich nach dem Erreichen der 40-Punkte-Marke längst die Luft raus ist.

Teile der Anhängerschaft scheinen die Entscheidung indes nicht mittragen zu wollen. Denn im Internet wurde eine Petition auf der Plattform «change.org» gestartet, mit der Eichner gehalten werden soll. Gleichzeitig stellen sich die Unterzeichner gegen die Vereinsführung. Chancen auf Erfolg hat solch ein Vorgehen nicht – die Signalwirkung ist allerdings eindeutig.

 

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