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Waldbestattungen: Angebot wächst – vielfältige Möglichkeiten

News Waldbestattungen: Angebot wächst – vielfältige Möglichkeiten

Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
dpa

Zurück zur Natur – viele Menschen möchten ganz natürlich im Wald und ohne viel Tamtam wie Grabsteine, Kreuze oder Grablichter bestattet werden. Warum ist das so und wie läuft das ab?

Viele Menschen möchten inzwischen unter Bäumen in einem Wald bestattet werden. Das Angebot wächst stetig, die Möglichkeiten sind vielfältig.

 

Was genau ist eine Waldbestattung?

Eine Waldbestattung ist eine Beisetzung in einem Wald unter einem Baum. Wer sich so bestatten lassen möchte, muss sich vorher einäschern lassen. Die Asche des Verstorbenen wird dann in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Die Pflege der sogenannten Bestattungswälder wird von der zuständigen Forstverwaltung oder den Waldbesitzern erbracht.

 

Darf ich mich in jedem Wald bestatten lassen?

Nein, Bestattungen sind nur in dafür ausgewiesenen Bestattungswäldern erlaubt. In Deutschland gibt es verschiedene, auf Waldbestattungen spezialisierte Anbieter wie FriedWald oder RuheForst. Sie benötigen einen Betreiber wie eine Gemeinde, eine Kirche oder einen Landesforst, wie ein FriedWald-Sprecher erläutert. Jeder Standort sei ein nach öffentlichem Recht genehmigter Friedhof im Wald.

 

Was kostet das?

Das kommt darauf an und richtet sich auch nach dem Standort. So kostet ein «Basisplatz» in einem Bestattungswald rund 600 Euro, schreibt FriedWald. Teurer wird es, wenn man sich den Baum, unter dem üblicherweise mehrere Menschen bestattet sind, selbst aussucht oder gar einen Baum nur für sich erwirbt. Zudem werden pauschale Beisetzungskosten von rund 500 Euro fällig. Mit einkalkuliert werden sollten darüber hinaus auch die Kosten für den Bestatter, der unter anderem die Einäscherung des Leichnams organisiert.

 

Was darf ins Grab und was aufs Grab?

Auf das Grab darf eigentlich nichts. Die Grabpflege wird der Natur überlassen, Kreuze oder Grabsteine sind nicht erlaubt, ebenso wenig wie Grablichter oder Blumenschmuck. Stattdessen kann eine Namenstafel an dem betreffenden Baum befestigt werden. Ins Grab dürfen etwa bei FriedWald einzelne Blumen, kleine Steine, Briefe oder ein selbst gemaltes Bild.

 

Welche Vorteile hat diese Art von Bestattung?

Viele Angehörige bevorzugen es, wenn Kosten und Logistik für Grabpflege und Grabstein entfallen, erläutert Simon Walter vom Bundesverband Deutscher Bestatter. Das allerdings sei auch auf konventionellen Friedhöfen möglich, sofern sie Gemeinschaftsgrabstätten oder Baumbestattungen auf dem Friedhofsgelände anbieten.

Viele Menschen beruhige zudem der Gedanke, in der Natur bei einem Baum begraben zu werden. Das gesellschaftliche und das individuelle Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sei in den letzten Jahren stetig gestiegen, so Walter.

 

Und welche Nachteile?

Bestattungswälder sind laut Walter nicht das ganze Jahr über verkehrssicher. Auch sei die Grabstelle nicht unbedingt barrierefrei zugänglich, so wie das weitgehend bei «normalen» Friedhöfen der Fall sei. Manche kritisierten auch den Verlust eines Raumes für soziale und kulturelle Begegnung. Andere Trauernde, mit denen man sich austauschen könne, finde man im Bestattungswald nicht so einfach wie auf Friedhöfen.

 

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