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Wetterspektakel: Warum der Bodensee ein Tornado-Hotspot ist

News Wetterspektakel: Warum der Bodensee ein Tornado-Hotspot ist

Quelle: Kraus/swd-medien/dpa
dpa

Am Bodensee entstehen laut Wetterdienst jedes Jahr mehrere Tornados. Warum die Region ein Hotspot für Wasserhosen ist.

Der Tornado über dem Bodensee sorgte für staunende Blicke – ein einmaliges Ereignis war er aber nicht. Im Gegenteil: Der Bodensee zählt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu den Tornado-Hotspots in Deutschland. Durchschnittlich entstehen dort jedes Jahr zwei bis drei Tornados, bevorzugt im Hoch- und Spätsommer.

Warmer See begünstigt Tornados

Dass sich ausgerechnet über dem Bodensee immer wieder Wasserhosen bilden, hat meteorologische Gründe. Die im Sommer besonders warme Wasseroberfläche sorgen dafür, dass die Luft darüber feuchter ist als in der Umgebung. Gleichzeitig nimmt die Temperatur mit der Höhe stärker ab, wodurch die Atmosphäre instabiler wird. Beides begünstigt nach Angaben von Adrian Leyser Sturm, Mitglied der Tornado-Expertengruppe beim DWD, die Entstehung von Tornados.

«Gelangen Luftwirbel in die starken Aufwinde von kräftigen Gewittern, werden sie durch den Unterdruck in der Wolke nach oben gesaugt und gestreckt, womit die Windgeschwindigkeiten immer weiter zunehmen und sich ein schnell rotierender Luftschlauch – ein Tornado – bilden kann», erklärte Sturm.

Durch den Unterdruck kondensiere der Wasserdampf in der Luft und ein Trichter werde sichtbar, der manchmal auch einer Hose ähnelt. «Deswegen bezeichnet man Tornados gerne auch als Windhose oder – wenn sie über Wasser auftreten – als Wasserhose.»

Tornados auf dem See bleiben oft unbemerkt

Nach Angaben des DWD bilden sich Wasserhosen auf dem Bodensee zwar einige Male im Jahr. Viele werden jedoch kaum bemerkt, weil sie sich weit draußen auf dem See bilden oder rasch wieder auflösen. Der Tornado vor Friedrichshafen war deshalb besonders, weil er vom Ufer aus gut zu erkennen war.

Nach Angaben des DWD hielt sich die Wasserhose rund 15 Minuten. Die Windgeschwindigkeiten schätzten Meteorologen auf 100 bis 150 Kilometer pro Stunde. Schäden gab es nicht, weil sich der Tornado ausschließlich über dem Wasser bewegte. Auch die Wasserschutzpolizei registrierte keine Notfälle.

Gelangt ein Tornado an Land, kann er jedoch erhebliche Schäden verursachen. Bei Windgeschwindigkeiten wie sie am Bodensee geschätzt wurden, können Bäume umknicken oder Dächer beschädigt werden.

 

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