Nachrichten
Wiederbelebung der Schiene: Ministerium will schnellere Reaktivierung alter Bahnstrecken

Nachrichten Wiederbelebung der Schiene: Ministerium will schnellere Reaktivierung alter Bahnstrecken

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken ist der Landesregierung ein Anliegen – geht das auf Kosten von Eidechse und Co.? Der Verkehrsminister antwortet.

Bei der Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken setzt sich die Landesregierung auf allen politischen Ebenen für eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren ein. Das betont das grüngeführte baden-württembergische Verkehrsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Christian Jung.

Das gemeinsame Interesse

Dem Ministerium zufolge sind in den letzten Jahren bereits wesentliche Fortschritte erzielt worden. So sei im vergangenen November der «Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und Ländern» von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen worden. Dabei sei die Einführung einheitlicher vereinfachter Standards beim Artenschutz angeregt worden, um den Verfahrensablauf deutlich zu beschleunigen.

Gewisse Flexibilisierung

Im Rahmen einer artenschutzrechtlichen Ausnahme dürfe sich zum einen der Erhaltungszustand der Populationen betroffener Arten nicht verschlechtern – insofern erfolge im bestehenden Rechtsrahmen ein Wechsel der Betrachtungsebene weg von der Individuenebene hin zur Populationsebene «und damit eine gewisse Flexibilisierung». Zum anderen müsse nachgewiesen werden, dass es keine zumutbaren Alternativen zu einem Vorhaben gebe.

Neuer Wohnraum für Zauneidechsen

Das Ministerium betont: Um größere Populationen von Zauneidechsen – wie es sie in Baden-Württemberg entlang von Schienen und Straßen häufig gebe – zu schützen, seien umfangreiche Umsiedlungsmaßnahmen erforderlich. Bei frühzeitiger Suche nach geeigneten Ersatzlebensräumen müsse dies Verfahren aber nicht zwingend verzögern.

Viele alte Strecken könnten aktiviert werden

Bei rund zwei Dutzend stillgelegten Bahnstrecken in Baden-Württemberg könnte sich die Wiederinbetriebnahme lohnen. Dies legen Machbarkeitsstudien nahe, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und der Interessenverband Allianz pro Schiene im vergangenen Herbst veröffentlichten. Erste Projekte wie die Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt (Kreis Böblingen), die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen auf den Fildern sowie die Untere Wutachtalbahn (für den regelmäßigen Schienenpersonennahverkehr) werden nach Angaben des Stuttgarter Verkehrsministeriums schon in den nächsten ein bis drei Jahren in Betrieb gehen. Diese Strecken sind alle bereits im Bau.

«Die Wiederinbetriebnahme ehemaliger Strecken ist ein attraktives Angebot für klimafreundliche Mobilität. Um den Ausstoß von CO2 spürbar zu senken, ist die Reaktivierung von Bahnstrecken ein wichtiger Baustein», sagt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Es gebe ein enormes Interesse an Reaktivierungsvorhaben. Allein durch die Reaktivierung der Bottwartalbahn zwischen Marbach und Heilbronn könnten rund 5.000 Fahrgäste zusätzlich für den ÖPNV gewonnen werden, antwortete das Ministerium auf die FDP-Anfrage.

 

Weitere Nachrichten

Gefährliche Raupen an Bäumen - das rät eine Expertin

Winzige Brennhaare, große Wirkung: Der Eichenprozessionsspinner sorgt für Hautreizungen – sogar ohne direkten Kontakt mit einem Tier. Eine Expertin gibt Tipps.

Bruchsaler Backinfluencerin Sally Özcan über neue Liebe: "Konnte mit mir nix anfangen"

Sally Özcan datet einen Mann, der sie anfangs gar nicht kannte. Warum sie für die ersten Dates sogar nach Frankreich auswich, verrät sie beim Grillen mit Johann Lafer.

Darum will Capri-Sun zurück zum Plastikstrohhalm

Seit 2024 kämpft das Unternehmen mit Standort in Eppelheim dafür, den Papier- wieder gegen einen Plastikstrohhalm auszutauschen. Eine Petition dafür ist gescheitert. Doch Capri-Sun gibt nicht auf.

24 Grad und steigende Pollengefahr - Wer betroffen ist

Sonne und milde Temperaturen, aber auch mehr Pollen: Was Allergikern im Südwesten blüht. Und wo Menschen in den nächsten Tagen trotz Frühlingsgefühlen mit Gewittern und Sturmböen rechnen sollten.

Betreten verboten: Zwei Verletzte aus leerem Stausee in Forbach gerettet

Ein leerer Stausee lockt Interessierte an, obwohl das Betreten verboten ist. Zwei Menschen werden verletzt.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.