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1,8 Tonnen-Weltkriegsbombe in Pforzheim entschärft

News 1,8 Tonnen-Weltkriegsbombe in Pforzheim entschärft

Quelle: Marius Bulling/dpa
dpa

Ausnahmezustand in Pforzheim wegen eines Blindgängers: Nach einer umfangreichen Evakuierungsaktion entschärfen Experten eine der größten Weltkriegsbomben.

Eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe ist in Pforzheim ohne Zwischenfälle entschärft worden. Die Entschärfung hatte nur knapp 15 Minuten gedauert und verlief problemlos, wie ein Stadtsprecher sagte.

Gegen 14.30 Uhr hatte sich ein Team von fünf Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes an die Arbeit gemacht, um die Bombe vom Typ HC-4000 unschädlich zu machen. Solche Bomben, es handelt sich dabei nach Worten des Einsatzleiters um englische Luftminen, gehören zu den größten im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Sprengkörpern. Die reine Explosivstoffmasse des am vergangenen Mittwoch entdeckten Blindgängers betrug demnach rund 1,35 Tonnen.

Zuvor hatten zwischen rund 27.000 und 30.000 Menschen im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Fundstelle ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Pforzheim hat etwa 130.000 Einwohner. Von wenigen Verzögerungen abgesehen sei die Evakuierung problemlos verlaufen, hieß es. Nur vereinzelt hatten Menschen sich zunächst geweigert, den Sperrbereich zu verlassen. Rund 1.500 Kräfte unter anderem von Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz gewesen.

Der Blindgänger war bei Bauarbeiten am Quartierspark in der Oststadt gefunden worden. Trotz der Größe dieses Bombentyps galt die Entschärfung nicht als problematischer als die kleinerer Bomben, wie Bombenentschärfer Mathias Peterle zuvor dem SWR gesagt hatte. Die Zünder seien bekannt und schon zigmal von seinem Team und ihm ausgebaut worden.

 

Menschen können in ihre Häuser zurück

Ab sofort könnten die Menschen wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren, wie der Stadtsprecher sagte. Der öffentliche Nahverkehr werde sukzessive wieder anrollen, und auch der Hauptbahnhof könne nach und nach seinen Betrieb wieder aufnehmen.

Von den Maßnahmen war ein Teil der Innenstadt betroffen gewesen, auch der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart war stark eingeschränkt. Vier Altenheime mussten evakuiert werden, ebenso wie die in Pforzheim ansässige Abschiebehafteinrichtung. Der ÖPNV fiel zum Teil aus. Die Autobahn konnte hingegen befahren werden. Das Helios-Krankenhaus war mit einem Wall von mit Erde gefüllten Containern abgesichert worden und musste nicht geräumt werden.

 

Bombardement am 23. Februar 1945

Die Royal Air Force hatte Pforzheim im Zweiten Weltkrieg bombardiert. Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt innerhalb von nur 22 Minuten weitgehend in Schutt und Asche gelegt, rund 18.000 Menschen starben.

Alljährlich findet am Jahrestag ein traditionelles Gedenken auf dem Hauptfriedhof statt. Während der 22 Minuten des Angriffs läuten ab 19.50 Uhr alle Kirchenglocken der Stadt.

 

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