News
Karlsruhe ist Spitzenreiter: Das kostet das Parken in den Städten im Südwesten

News Karlsruhe ist Spitzenreiter: Das kostet das Parken in den Städten im Südwesten

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Der Parkdruck steigt gerade in größeren Städten im Land. Was einzelne Kommunen in Baden-Württemberg von Autofahrern verlangen – und wer der Spitzenreiter ist.

Höhere Gebühren für Anwohnerparkausweise, teureres Parken in den Innenstädten: Mit höheren Parkgebühren versuchen mehrere Städte im Südwesten dem wachsenden Parkdruck zu begegnen – aber auch steigende Kosten aufzufangen und damit die klammen öffentlichen Kassen zu entlasten.

Ein Überblick:

 

Die Teuren

Karlsruhe ist mit 360 Euro Jahresgebühr für Anwohnerparkausweise laut Verkehrsministerium der Spitzenreiter im Südwesten. Der Gemeinderat hatte im Dezember die Erhöhung von 180 Euro pro Jahr auf 360 Euro beschlossen, wie die Stadt mitteilt. Auch beim Parken in der Innenstadt entschied sich der Gemeinderat zu einer Erhöhung: Eine Stunde kostet von Juni an 6 Euro statt bisher 4 Euro.

Ulm hat die Kosten für Anwohnerparkausweise zum Februar auf 300 Euro angehoben – von zuvor 200 Euro. An Parkscheinautomaten auf öffentlichen Parkflächen in der Innenstadt zahlen Autofahrer in Ulm aktuell 2,50 Euro pro Stunde. Im kommenden Jahr soll dies laut Stadt drei Euro pro Stunde kosten.

In Tübingen kostet ein Anwohnerparkausweis generell 240 Euro pro Jahr, wie die Verwaltung mitteilt. Für besonders große Fahrzeuge erhöhe sich die Gebühr auf 300 Euro: Dabei geht es um klassische Autos mit einem Gewicht von mehr als 1,8 Tonnen und Elektrofahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 2 Tonnen. Tübingen bietet – wie einige andere Kommunen – einen Nachlass für Menschen mit geringem Einkommen.

 

Das breite Mittelfeld

In Freiburg kosten Anwohnerparkausweise pro Jahr 200 Euro. Parken im Innenstadtbereich kostet an den Straßen seit Februar 4,20 Euro die Stunde. Davor waren es noch 3,80 Euro, wie die Stadt mitteilt. Demnach werden die Parkgebühren laut Gemeinderatsbeschluss alle zwei Jahre um jeweils zehn Prozent erhöht.

In Mannheim liegt die Gebühr für Anwohnerparkausweise pro Jahr bei 127,50 Euro, wie die Stadt mitteilt. Das Parken am Straßenrand im Kern der Innenstadt stieg zu diesem Jahr von 3,60 Euro die Stunde auf vier Euro. Dabei wurde das Parken in den städtischen Parkhäusern und Tiefgaragen auf maximal zwei Euro für die erste Stunde gesenkt.

In Heidelberg beträgt die Jahresgebühr für einen Bewohnerparkausweis laut Stadtverwaltung 120 Euro. Der Gemeinderat hatte Ende 2025 eine Erhöhung der Gebühren beschlossen. Die Verwaltung arbeite aktuell noch an einer Umsetzung, heißt es von der Stadt. An Parkscheinautomaten kostet eine Stunde drei Euro – auch in der Innenstadt. In den Parkhäusern der Stadtwerke Garagen GmbH kostet demnach die erste Stunde 2,50 Euro.

Auch Ludwigsburg verlangt laut Stadtverwaltung 120 Euro Jahresgebühr für einen Anwohnerparkausweis. Parken in der Innenstadt kostet in Bereichen mit Parkscheinautomaten demnach drei Euro die Stunde.

In Heilbronn steigen die Gebühren für die Anwohnerparkausweise zum kommenden Jahr von generell 30,70 Euro auf 120 Euro. Die Parkgebühren in der Innenstadt steigen demnach von rund 1,50 Euro für die erste Stunde auf drei Euro. Zudem gibt es eine Begrenzung der Parkzeit auf maximal eine Stunde.

In Konstanz liegt die Gebühr für einen Anwohnerparkausweis bei jährlich 150 Euro, wie die Stadt mitteilt. Seit Mai gelten zudem höhere Parkgebühren an den Parkscheinautomaten von mindestens vier Euro für die erste Stunde in der Kernzone.

 

Die Günstigen

In der Landeshauptstadt Stuttgart kosten Anwohnerparkausweise laut Verwaltung 30,70 Euro. Demnach wird aktuell eine Erhöhung auf 55 Euro ab dem Sommer diskutiert. Dafür ist eine Stunde Parken in der Innenstadt vergleichsweise teuer: Aktuell zahlen Autofahrer 5,50 Euro, im kommenden Jahr werden die Gebühren auf 6,40 Euro steigen. Die Parkgebühren werden demnach meist alle drei Jahre angepasst. Die Erhöhungen orientieren sich dabei an der Entwicklung der Fahrpreise des öffentlichen Personennahverkehrs.

Auch die Stadt Pforzheim gehört zu den günstigsten Kommunen, was die Gebühr für das Anwohnerparken angeht. 30,70 Euro pro Jahr kostet der Ausweis laut Stadt. Auch beim Parken in der Innenstadt ist Pforzheim günstig unterwegs: 2 Euro kostet die Stunde. Bei beiden Punkten gibt es laut Stadt Überlegungen, aus Gründen der Kostendeckung und Verkehrslenkung die Gebühren zu erhöhen.

 

Das sagt der Städtetag

Der Städtetag Baden-Württemberg verweist darauf, dass die Kommunen im Südwesten seit 2021 die Preise für Anwohnerparken selbst festlegen dürfen. Bis dahin war bundesweit die Gebühr auf 30,70 Euro gedeckelt. Die allermeisten Städte und Gemeinden hätten seither die Gelegenheit genutzt zu erhöhen, sagt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Susanne Nusser.

Gerade in größeren Städten mit dichterer Bebauung gebe es den Wunsch, mit den höheren Gebühren für die Anwohnerparkausweise den Parkdruck in den Wohngebieten zu senken. «Ich möchte insgesamt die Zahl der Fahrzeuge, die da auf der Straße rumstehen, reduzieren, sodass man sich vielleicht das zweite, dritte Auto dann eher noch mal überlegt», erklärt Nusser.

Sie betont, dass die Kommunen die Preise für die Anwohnerparkausweise stets begründen müssten. Es gehe immer um eine Verhältnismäßigkeit zum Angebot.

 

Weitere Nachrichten

Statistik: Sophia und Noah erneut beliebteste Vornamen in Baden-Württemberg

Seit mehreren Jahren halten sich zwei Vornamen hartnäckig an der Spitze der beliebtesten Namen im Südwesten. Auch andere Namen büßen nicht an Popularität ein.

Anpassung an Hitzewellen: Schwitzen in Offenburg, Schatten in Kiel

In grünen Oasen lässt sich Hitze besser ertragen als in Betonwüsten. Doch die Zahl der Bäume sinkt vielerorts. Vor allem eine Stadt im Südwesten hat nach Ansicht der Umwelthilfe großen Nachholbedarf.

"Glücksatlas": Wo Großstädter im Land zufriedener sind - und wo weniger

In den meisten großen Städten im Land sind die Menschen laut einer Umfrage nicht so zufrieden, wie es die objektive Lebensqualität nahelegt. Wo die Unzufriedeneren leben - und wo die Zufriedeneren.

22 Asse: Karlsruher Hanfmann mit starkem Aufschlag beim Rasenturnier in Stuttgart weiter

Kein Aufschlagverlust, 22 Asse und trotzdem Zittern bis zum Schluss: Wie Tennisprofi Hanfmann das enge Duell in Stuttgart für sich entscheidet und sich nun Chancen aufs Viertelfinale ausrechnen kann.

Am Bahnhof Bruchsal: Eisenbahner wird von Güterzug erfasst und verletzt

Ein Eisenbahn-Beschäftigter will einen Güterzug am Bahnhof Bruchsal abfertigen - und wird dabei von einem anderen Zug erfasst. Der 45-Jährige hatte Glück im Unglück.

Kommt Stuttgart 21 erst 2031? Mehr Infos Ende Juni

Dass Stuttgart 21 nicht rechtzeitig fertig wird, ist für die Menschen in Stuttgart inzwischen Routine. Medien berichten nun von weiteren Verzögerungen. Was die Bahn sagt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.