Abwasser-Monitoring zeigt nach oben
„Ähnliche hohe Werte wie im Winter 2020“: Karlsruher OB & Landrat mit Impf-Appell

Abwasser-Monitoring zeigt nach oben „Ähnliche hohe Werte wie im Winter 2020“: Karlsruher OB & Landrat mit Impf-Appell

Quelle: Rolf Vennenbernd

Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Karlsruhes Landrat Dr. Christoph Schnaudigel appellieren am Freitag, 29. Oktober 2021, in einer gemeinsamen Pressemitteilung, aufgrund des Abwasser-Monitorings, an die Bevölkerung und die Ärzteschaft.

Impf-Appell an Bevölkerung und Ärzteschaft

Als Frühwarn-System für die Verbreitung des Corona-Virus nehmen Stadt- und Landkreis Karlsruhe schon seit Jahresbeginn das vom DVGW-Technologiezentrum für Wasser (TZW) dokumentierte Abwasser-Monitoring unter die Lupe. Neben wenigen anderen bundesweiten Standorten wird hier in Karlsruhe anhand von Abwasser-Proben untersucht, wie stark und wo genau sich das Corona-Virus verbreitet. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Bildung und Forschung.

„Über das Abwasser erhalten wir im Prinzip auch die Dunkelziffer aller Infektionen, die ja vor allem mit fortschreitender Durchimpfung der Bevölkerung nie abschließend über Testungen nachgewiesen wird“, erläutert Prof. Dr. Andreas Tiehm, Abteilungsleiter bei der Wassermikrobiologie am TZW. Aus diesem Grund weicht die über das Abwasser generierte Infektionskurve unter Umständen auch von den gemeldeten Inzidenzen des Robert-Koch- Instituts (RKI) ab.

Dies ist etwa aktuell ganz eindeutig der Fall: Das Abwasser-Monitoring zeigt eine stark ansteigende Infektionsrate, während die vom RKI veröffentlichten Zahlen noch niedriger ausfallen. Eine Angleichung kann aber auch zeitverzögert passieren, da die Virenlast im Abwasser meist früher ansteigt, heißt es in der Pressemitteilung.

 

Ähnliche hohe Werte wie im Winter 2020

„Die derzeit gemessenen Werte liegen in einem ähnlichen Bereich wie im Winter 2020 oder im späten Frühjahr 2021“, erklärt Tiehm. Es könne dabei nicht mit Sicherheit geklärt werden, warum die Abwasser-Kurve derzeit so stark von der RKI-Kurve abweiche. Neben den bereits genannten Gründen (weniger Testungen) könnten sich auch die Ausscheidungen der Delta-Variante von denjenigen im vergangenen Jahr unterscheiden. Mit relativer Sicherheit könne man jedoch sagen, dass die Infektionsrate in den kommenden Wochen weiter nach oben gehen werde.

Schon jetzt stellt das Gesundheitsamt Karlsruhe deutlich ansteigende Fallzahlen mit einem Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen fest; nahezu alle Schulen und viele Kitas sind aktuell betroffen. Meist handelt es sich jedoch um einzelne oder wenige Fälle ohne größere Ausbrüche. Ein relevanter Teil der Infektionsweitergabe erfolgt nach aktuellem Wissensstand in den Familien. In Pflegeheimen kommt es mit wenigen Ausnahmen nur vereinzelt zu Infektionen, die dann aufgrund der hohen Impfquote mit überwiegend milden Verläufen einhergehen.

Für die kalte Jahreszeit, in der sich ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens wieder in Innenräumen und auch in der Warnstufe ohne nennenswerte Kontaktbeschränkungen abspielt, erwartet das Gesundheitsamt einen weiteren Anstieg der Infektionen.

 

Gesundheitsamt an Überlastungs-Grenze

Synchron hierzu steigt auch das Arbeitspensum für die Behörde. Schon seit geraumer Zeit führt das Gesundheitsamt immer wieder Personal nach, um mit den steigenden Zahlen Schritt zu halten – sowohl über Neueinstellungen als auch durch Unterstützung anderer Ämter des Landratsamtes und der Stadtverwaltung Karlsruhe.

Dies ermöglichte es bislang, die gesetzlich vorgegebenen Ermittlungen ohne wesentlichen Verzug umzusetzen – also in den allermeisten Fällen am Tag des positiven Testergebnisses, in einigen Fällen aber auch am Folgetag. Bedingt durch die steigenden Fallzahlen gerät das Amt jedoch zunehmend an Grenzen. Die reine Zahl der Coronafälle ist dabei nicht das Problem. Entscheidend ist die drohende Überforderung der Intensivstationen.

 

OB und Landrat appellieren an Ärzteschaft

Alle politischen Signale deuten darauf hin, dass es nicht wieder zu erneuten relevanten Kontaktbeschränkungen kommen wird. Aus diesem Grund können gravierende Einschränkungen der Gesundheitsversorgung in Kliniken nur über eine möglichst schnell steigende Impfquote verhindert werden.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel appellieren deshalb an alle, die eine Coronaschutzimpfung erhalten könnten, diese aber aus verschiedensten Gründen bislang nicht in Anspruch genommen haben, sich impfen zu lassen.

An die Ärzteschaft geht darüber hinaus der Appell, die erforderlichen Impfkapazitäten bereitzustellen, um Impfungen auch zeitnah anbieten zu können.

 

Hier ist das Impfen in Karlsruhe möglich

Aktuell wird die Corona-Schutzimpfung hauptverantwortlich durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte durchgeführt. Wer keine Hausarztpraxis hat, kann auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden Württemberg den Standort der nächstgelegenen Corona-Schwerpunktpraxis finden und telefonisch einen Termin für eine Erst-, Zweit oder Auffrischimpfung zu vereinbaren. Für Einrichtungen sind weiterhin Mobile Impfteams unterwegs.

Darüber hinaus haben Impfwillige noch immer die Möglichkeit, sich vom Mobilen Impfteam (MIT) des Städtischen Klinikums Karlsruhe spontan gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Auch nach Schließung der Impfzentren laufen Sonderaktionen in Karlsruhe weiter.

So ist das Impfen beim Shoppen im ECE Center Ettlinger Tor noch bis mindestens Samstag, 6. November täglich zwischen 14:00 Uhr und 19:00 Uhr möglich (ausgenommen Sonn- und Feiertage). Zudem finden am Freitag, 29. Oktober, und am Dienstag, 02. November, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr Impfaktionen im Gartensaal des Schlosses (Schlossbezirk 10) statt. Am Samstag, 06. November, wartet von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr auch eine Aktion im Durlach Center (Durlacher Allee 111).

Weitere Aktionen werden jeweils aktuell unter impfen-ka.de veröffentlicht

 

Weitere Nachrichten

Zweiter Teilbereich geöffnet: Städtisches Klinikum Karlsruhe modernisiert Notfallversorgung

Moderne, helle Räume und eine bessere Orientierung: Das Städtische Klinikum Karlsruhe entwickelt seine Notfallversorgung weiter. Nachdem Teile der Notaufnahme bereits 2025 in einen neuen Bereich umgezogen sind, wurde nun der zweite Teilbereich geöffnet.

Redaktionstipp

6 tolle Veranstaltungen in Karlsruhe, die ihr diese Woche nicht verpassen solltet!

Von Neueröffnung über sportliches Laufen bis zum 150-jährigen Jubiläum: In der Woche vor - sowie am letzten September-Wochenende stehen sechs ganz besondere Veranstaltungen an. meinKA hat für euch einen kleinen Event-Überblick erstellt.

Schon wieder! Pyramide am Karlsruher Marktplatz mit Farbe besprüht

In der Nacht vom 13. auf den 14. September 2026, wurde die Pyramide auf dem Marktplatz mit blauer Farbe besprüht und dadurch beschädigt. In diesem Jahr wurde die Pyramide bereits zum vierten Mal auf diese Weise beschädigt, informiert die Stadt Karlsruhe.

Interview

Verkehrsunfälle mit Wildtieren vermeiden: Ein Gespräch mit der Polizei Karlsruhe

Es wird früher dunkel und später hell - damit steigt die Gefahr für Wildunfälle: meinKA sprach mit Ralf Schäfer (Referatsleiter Prävention/Polizei Karlsruhe) darüber, wie man Unfälle mit Wildtieren vermeidet und richtig handelt, wenn es zum Unfall kommt.

Redaktionstipp

6 tolle Veranstaltungen, die ihr diese Woche nicht verpassen solltet!

Vom 14. bis 20. September 2026, warten tolle Events in und um Karlsruhe, die keiner verpassen sollte: Neben der Kerwe mit Weinfest in Durlach, wird es beim KSC und dem Baden Marathon sportlich - zudem stehen gleich zwei verkaufsoffene Sonntage an!




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.