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Afrikanische Schweinepest an Landesgrenze entdeckt

Nachrichten Afrikanische Schweinepest an Landesgrenze entdeckt

Quelle: Lino Mirgeler/dpa
dpa

Vor fast zwei Jahren brach die Afrikanische Schweinepest zum bisher einzigen Mal im Südwesten aus. Danach wurde der Umgang mit der gefährlichen Tierseuche geprobt. Das könnte nun hilfreich sein.

Nach dem Ausbruch der Schweinepest in Hessen bereitet sich auch Baden-Württemberg auf mögliche Nachweise vor allem im Norden des Landes vor. «Die Afrikanische Schweinepest ist weiterhin ein Risiko», sagte der baden-württembergische Landwirtschafts- und Verbraucherminister Peter Hauk. Ausbrüche in Süd- und Osteuropa hätten das Risiko erhöht, dass kontaminierte Lebensmittel aus dem Urlaub mitgebracht und nicht so entsorgt würden, dass sie vor Wildschweinen sicher sind. Auch die Entwicklung in Brandenburg und Sachsen werde beobachtet.

Vor einigen Tagen war bekanntgeworden, dass bei einem Tier in Hessen die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen wurde. Die für den Menschen ungefährliche Viruserkrankung betrifft Haus- und Wildschweine und verläuft fast immer tödlich. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter übertragen werden.

Jäger in den baden-württembergischen Stadt- und Landkreisen an der Landesgrenze zu Hessen sollten häufiger und stärker jagen und ab sofort erlegtes Schwarzwild auf Schweinepest untersuchen lassen, riet der CDU-Minister. Auch sollten vor allem Jäger, Förster und Landwirte gefundenes totes Wild und auffällige lebende Wildschweine bei den Tiergesundheitsbehörden melden. So könne eine mögliche Verbreitung des Virus in der Wildschweinepopulation in Baden-Württemberg frühzeitig erkannt werden, sagte Hauk.

«Der Fall macht wieder einmal deutlich, dass man trotz bester Schutzmaßnahmen nie eine 100-prozentige Sicherheit vor einem Eintrag schaffen kann», teilte der baden-württembergische Landesbauernverband dazu mit. Für schweinehaltende Betriebe stelle die Afrikanische Schweinepest ein existenzbedrohendes Risiko dar. Neben dem Verlust des Tierbestandes drohe auch ein Verlust der Genetik und eine Bestandssperre mit daraus folgenden Platz- und Tierschutzproblemen. «Umso wichtiger ist es, die eigene Tierhaltung vor dem Eintrag von Krankheitserregern durch Biosicherheitsmaßnahmen zu schützen», appellierte der Verband an seine Mitglieder. Das könne auch beim Vorbeugen und Bekämpfen anderer Krankheitserreger wie Salmonellen oder Influenza nutzen.

Landesminister Hauk rief aber auch die Bevölkerung auf, vorsichtig zu sein. Lebensmittel- und Speisereste sollten beim Wandern oder dem Aufenthalt in der Natur nicht zurückgelassen, Speisereste am Rast- oder Parkplatz ausschließlich in gut verschließbaren Mülleimern entsorgt oder Reste wieder mit nach Hause genommen werden. «Werfen Sie die Speisereste auf gar keinen Fall in die Landschaft», sagte Hauk.

Um verendete Wildschweine aufzuspüren, können in Baden-Württemberg nach einem Nachweis unter anderem Kadaver-Suchhunde, Drohnen und Desinfektionsschleusen eingesetzt werden. Die Behörden im Land absolvieren zudem regelmäßig Tierseuchenübungen, auch zur Geflügelpest.

Der erste Fall in Deutschland wurde am 10. September 2020 bei einem Wildschwein in Brandenburg nachgewiesen. Der erste und bisher auch letzte Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg passierte in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Forchheim (Landkreis Emmendingen) Ende Mai 2022. Nach Auskunft des Agrarministeriums war die Ursache wahrscheinlich, dass Schweine Zugang zu unsachgemäß entsorgten, virushaltigen Speiseabfällen hatten.

 

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