Nachrichten
Analyse zur E-Auto-Wende: Mercedes besser, VW fällt zurück

Nachrichten Analyse zur E-Auto-Wende: Mercedes besser, VW fällt zurück

Quelle: Christoph Dernbach
dpa

Wie effektiv stellen die weltweit größten Autohersteller auf E-Fahrzeuge um? Die deutschen Konzerne landen im Ranking vergleichsweise weit oben – vor allem ein Hersteller kann sich verbessern.

Beim Wandel zur E-Mobilität macht der Autohersteller Mercedes-Benz einer Analyse des Umweltforschungsverbunds ICCT zufolge Fortschritte. Neben zwei chinesischen Autokonzernen verbesserten sich die Stuttgarter am stärksten, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten «Global Automaker Rating 2023» hervorgeht. Innerhalb von einem Jahr machten Mercedes drei Plätze gut und landeten demnach auf dem vierten Rang.

Der Sprung von Mercedes geht den Angaben nach insbesondere auf die Dekarbonisierung der Lieferketten durch den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Batterierecycling zurück. Als bester europäischer Konzern lag allerdings BMW unverändert auf Rang 3. VW verlor in dem Ranking im Vergleich zu 2022 zwei Plätze und landete auf Rang 7 – hinter dem chinesischen Hersteller SAIC und der Opel-Mutter Stellantis.

Das International Council on Clean Transportation (ICCT) sitzt in der US-Hauptstadt Washington. 2015 hat die Organisation in den USA den VW-Abgasskandal mit aufgedeckt. Für die aktuelle Studie haben die Forscher anhand von zehn Kriterien bewertet, wie erfolgreich 21 der weltweit größten Automobilhersteller beim Übergang zu abgasfreien Fahrzeugen sind. Die Kriterien lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen: Marktdominanz, technologische Leistung und strategische Vision.

BMW bester europäischer Konzern – Tesla Spitzenreiter

13 der analysierten Hersteller klassifizieren die Studienautoren als Unternehmen, die sich mitten in der Transformation befinden – also weg vom Verbrenner hin zu emissionsfreien Modellen. Zu ihnen gehören auch Renault (Platz 10) und Ford (Platz 13). Als Spitzenreiter eingeordnet werden demnach unverändert Tesla und dahinter der chinesische Autobauer BYD. Zu den sechs Nachzüglern der untersuchten Gruppe gehören dem ICCT zufolge unter anderem der weltweit größte Autobauer Toyota sowie Mazda, Honda und Nissan.

Insgesamt stiegen in dem Ranking zwischen 2022 und 2023 sieben Hersteller, 12 verloren Plätze und einer blieb gleich. Ein Rückgang kann entweder bedeuten, dass sich die Leistung eines Unternehmens verschlechtert oder die Leistung der Wettbewerber verbessert hat. Die meisten verbesserten ihre Leistung demnach in folgenden Bereichen: Anteil von verkauften E-Autos, Energieverbrauch, Reichweite, Elektro-Ziele und Investitionen dafür.

Der Bericht stützt sich dem ICCT zufolge unter anderem auf eine eigens erstellte Datenbank zu den Verkäufen von Elektroautos und deren wichtigsten Spezifikationen in den Märkten in China, den USA, der Europäischen Union, Japan, Indien und Südkorea. 2023 entfiel auf diese sechs Märkte 82 Prozent des E-Autor-Absatzes. Insgesamt hätten sich vergangenes Jahr die Verkaufszahlen und die technologische Leistung verbessert, hieß es.

Studienautor: Gibt noch viel zu tun

Studienautor Zifei Yang teilte dazu mit: «Die Automobilhersteller machen zwar erhebliche Fortschritte bei der Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge, aber es gibt noch viel zu tun.» Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, müssten sie ihre Modellpalette erweitern, um den Verkaufsanteil emissionsfreier Fahrzeugen zu steigern. Zudem müssten sie unter anderem in Batterierecycling investieren.

Um die Erderwärmung gemäß den Pariser Klimazielen auf unter zwei Grad zu begrenzen, müsste der Verkaufsanteil emissionsfreier Autos und Vans laut ICCT-Schätzungen bis 2030 bei 77 Prozent liegen. 2035 müssten nahezu 100 Prozent erreicht werden. Für eine Begrenzung der Erderwärmung unter 1,5 Grad seien zusätzliche Maßnahmen erforderlich.

 

Weitere Nachrichten

Tragödie in Rastatt: 18 Monate altes Kind stürzt 14 Meter tief

Ein Kleinkind stürzt aus großer Höhe aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses und wird dabei lebensgefährlich verletzt. Was über die Tragödie bislang bekannt ist.

Gerichtsurteil zum Schiffsunfall an Schleuse in Iffezheim: 1,7 Millionen Euro Schadenersatz

Ungebremst krachte ein Schiff im November 2023 in ein Schleusentor auf dem Rhein – die Steuerfrau war eingeschlafen. Nun gibt es ein Gerichtsurteil zu dem Fall.

Potenzieller Superschädling? Warum diese Fliege gefährlich werden könnte

2023 tauchte sie plötzlich massenhaft auf: Wieso Fachleute die Mittelmeerfruchtfliege als potenziellen Superschädling bezeichnen. Und warum sie für deutsche Obstanbauer zum Alptraum werden könnte.

Gesundheitsreform: Hausärzte reduzieren Wartezimmerplätze aus Protest

Als Zeichen des Protests gegen Sparpläne reduzieren Hausärzte in Baden-Württemberg jeden zweiten Platz im Wartezimmer. Was der Verband mit der Aktion erreichen will.

"Cruise Lights" Warum Baden-Württembergs Polizei kein Dauer-Blaulicht will

Dauer-Blaulicht in Hamburg: Am anderen Ende von Deutschland strahlen die Streifenwagen in neuer Beleuchtung. Warum Baden-Württembergs Polizei lieber auf gelbe Folienbeklebung setzt.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.