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Apfelernte schwankt – dieses Jahr aber mit Pluszeichen

Nachrichten Apfelernte schwankt – dieses Jahr aber mit Pluszeichen

Quelle: Miriam Schönbach
dpa

Baden-Württemberg rechnet mit einer soliden Apfelernte. Doch Naturschützer erinnern: Die Erträge schwanken stark.

In diesem Herbst lohnt sich das Körbe schleppen: Die Apfelbäume im Südwesten hängen vielerorts voll. Nach mageren Jahren mit Frostschäden und Trockenheit tragen die Bäume in den meisten Regionen wieder reichlich, teilte das Agrarministerium in Stuttgart mit. Dies freut auch die vielen Mostereien im Land, die aus dem angelieferten Obst Säfte, Most und auch Cidre herstellen. Überlaufen werden sie in diesem Jahr aber voraussichtlich nicht, meinen Experten.

 

Wie wird die Apfelernte im Südwesten?

Insgesamt spricht laut dem Ministerium vieles dafür, dass 2025 auch in Baden-Württemberg ein eher gutes Streuobstjahr wird – mit vollen Körben auf den Streuobstwiesen und einer regen Nachfrage in den Keltereien. Genauere Zahlen werden vom Verband der Fruchtsaftindustrie nach der laufenden Mostsaison veröffentlicht. Besonders bei Äpfeln, die im Land traditionell eine große Rolle spielen, rechnen die Fachleute laut dem Ministerium vielerorts mit einer guten Erntemenge. Im Plantagenobstbau erwarte man in diesem Jahr in Qualität und Menge eine gute Tafelobsternte.

 

Naturschützer weisen auf ständiges Auf und Ab hin

Der Naturschutzbund Nabu sagt, dass es nach einem Totalausfall vor allem in den östlichen Bundesländern im vergangenen Jahr in diesem Jahr wieder aufwärts ginge. «Wir haben dieses Jahr in den Plantagen eine relativ gute Ernte. Im Streuobstbau haben wir aber eine sehr durchmischte Ernte, die vielleicht geringfügig über dem Durchschnitt liegt», sagt Markus Rösler, Grünen-Sprecher für Naturschutz. Dies habe habe mit der sogenannten Alternanz – einem ständigen Auf und Ab – zu tun.

Im Streuobstbau sei es bekannt, dass man im einen Jahr eine ganz hohe Ernte und im anderen Jahr eine ganz niedrige Ernte habe. Und dieses Jahr? «Wir hatten letztes Jahr eine ganz ordentliche Ernte. Dieses Jahr ist es eine gute Durchschnittsernte», sagte Rösler. Er erwartet als Prognose zwischen 160.000 bis 180.000 Tonnen Streuobstanlieferung in den Mostereien im Südwesten. Auffällig ist laut Rösler, wie regional unterschiedlich die Erträge landesweit sind. Die einen gehen von mehreren hundert Kilogramm aus, die anderen von einigen Dutzend.

 

Zwei Stimmen aus der Praxis

Das Unternehmen Fruchtsäfte Jung aus Teningen ist beispielsweise von der diesjährigen Ernte nicht so begeistert. Mitinhaber Leander Jung-Lüdemann spricht von einem nicht so guten Jahr im Vergleich. Seinen Streuobstsorten hätten Frostschäden zugesetzt und es gebe weniger Äpfel an den Bäumen.

Markus Schütterle aus Seefelden (Breisgau-Hochschwarzwald) hat eine mobile Safterei. Mit seiner Anlage, in der sich alles findet, was man zum Pressen braucht, bedient er private Obstbesitzer zwischen Offenburg und Wehr am Oberrhein. Manche kommen mit 150 Kilogramm an, manche mit 300 oder 400 Kilogramm.

 

Baden-Württemberg ist Streuobstwiesenland

Schätzungen nach weist Baden-Württemberg die größten zusammenhängenden Streuobstbestände Europas mit 7,1 Millionen Streuobstbäumen auf etwa 89.000 Hektar Wiesenfläche auf. Um das Jahr 1900 gab es noch 19 Millionen Bäume in Baden-Württemberg. Der Streuobstanbau ist seit März 2021 von der deutschen Unesco-Kommission als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

 

Wie sieht es anderswo in Deutschland aus?

Die Apfelernte in Deutschland insgesamt wird in diesem Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich gut ausfallen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis einer ersten Ernteschätzung aus dem Juli dürften die Obstbauern erstmals seit 2022 wieder mehr als eine Million Tonnen Äpfel ernten: Die Betriebe erwarten rund 1.009.000 Tonnen. Das wären 3,9 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (970.500 Tonnen) und fast 16 Prozent mehr als 2024. Die Bedingungen waren in diesem Jahr deutlich günstiger, weil es zur Blütezeit mild war und weil Frost und Hagel in den meisten Anbauregionen ausblieben.

 

 

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