News aus Baden-Württemberg
Asylpolitik: Innenminister Strobl fordert Abschiebung nach schweren Straftaten

News aus Baden-Württemberg Asylpolitik: Innenminister Strobl fordert Abschiebung nach schweren Straftaten

Quelle: Sebastian Gollnow
dpa

Die Attacke auf zwei Mädchen in Illerkirchberg sorgt weiter für Diskussionen. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl fordert eine harte Gangart gegen Geflüchtete nach schweren Straftaten. Aber die SPD wirft ihm vor, verschiedene Fälle zu vermischen.

Nach dem blutigen Angriff auf zwei Mädchen in Illerkirchberg rückt die Frage nach Abschiebungen von Menschen nach schweren Straftaten zunehmend in den Fokus. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl sprach sich deutlich dafür aus, bestimmte Täter abzuschieben. «Schwere und schwerste Straftäter haben ihr Bleiberecht verwirkt und müssen wenn irgend möglich auch abgeschoben werden», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im baden-württembergischen Landtag. «Wer als Geflüchteter in dem Land, das ihm Schutz gewährt, einen Menschen ermordet und einen weiteren Menschen schwer verletzt, der hat sich dafür entschieden, dass er in diesem Land nicht bleiben möchte.»

Ein Mann aus Eritrea soll die beiden Mädchen am 5. Dezember auf dem Weg zur Schule in Illerkirchberg nahe Ulm angegriffen, eine 14-Jährige getötet und ein 13 Jahre altes Mädchen schwer verletzt haben. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sascha Binder, zeigte sich verwundert darüber, dass die CDU aus seiner Sicht den aktuellen Fall von Illerkirchberg mit einem verdächtigen Eritreer nutze, «um die Debatte um die Abschiebungen nach Afghanistan noch mal etwas mit Leben zu füllen.»

Hintergrund der jüngsten Abschiebungsdebatte ist nämlich nicht der Fall des getöteten Mädchens, sondern die Debatte um einen jungen Afghanen, der in einem Flüchtlingsheim – ebenfalls in Illerkirchberg – mit anderen Männern 2019 ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt hatte. Er war zu einer Haftstrafe verurteilt worden, ist aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Justizministerin Marion Gentges (CDU) hatte sich beim Bund dafür eingesetzt, dass der Mann nach Afghanistan abgeschoben wird. Die Bundesregierung hat Abschiebungen nach Afghanistan aufgrund der Sicherheitslage aber ausgesetzt.

Natürlich werde jetzt die Frage gestellt, warum gerade Menschen Straftaten begehen, die in Deutschland Schutz suchen, sagte SPD-Generalsekretär Binder weiter. «Dafür kann es nur eine Antwort geben: Wir gehen mit ihnen so um, dass auch für sie die volle Härte des Gesetzes in der Bundesrepublik Deutschland gilt.»

Strobl warnte in seiner Rede zudem davor, den gewaltsamen Tod des Mädchens in Illerkirchberg nahe Ulm politisch zu instrumentalisieren. Es gebe keine Hinweise auf eine politisch, religiös oder extremistisch motivierte Tat. Die innere Sicherheit im Südwesten sei gewährleistet. «In Baden-Württemberg können unsere Kinder sicher zur Schule gehen», sagte Strobl.

Die baden-württembergischen Landtagsabgeordneten gedachten der Opfer von Illerkirchberg am Mittwoch in einer Schweigeminute. «Wir sind erschüttert», sagte Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) zu Beginn der Plenarsitzung in Stuttgart.

Die Frage nach dem Motiv sei immer noch nicht geklärt, sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Daniel Lede Abal. «Die Eltern, die Angehörigen werden Gründe suchen und Fragen stellen – auch nach Versäumnissen. Das werden nicht nur die Eltern tun.» Es sei Aufgabe der Polizei und der Justiz, zu ermitteln und Antworten zu finden, sagte Lede Abal.

Die AfD machte die Asylpolitik der anderen Parteien mitverantwortlich für den tödlichen Angriff. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Daniel Lindenschmid, forderte eine «groß angelegte Abschiebeoffensive» durch die Politik: «Denn Abschieben schafft Sicherheit und wer Grenzen schützt, schützt Menschen.»

 

Weitere Nachrichten

Aktion zur WM: Flattert hier Deutschlands höchste Deutschland-Flagge?

Eine XXL-Fahne in einem kleinen Örtchen im Rems-Murr-Kreis sorgt für Aufsehen: Ist das der höchste Fahnenmast Deutschlands? Die Feuerwehr ist jedenfalls im WM-Fieber.

Cybercrime-Zentrum in Karlsruhe klagt Mann wegen sexuellen Missbrauchs an

Ein Mann soll im Netz Mädchen kontaktiert haben. Er schickt ihnen von sich selbst erstellte pornografische Inhalte - und bringt sie dazu, ihm ebenfalls solche zu schicken. Welche Strafe ihm droht.

Hitze im Südwesten: Was jetzt auf Baden-Württemberg zukommt

Mehr als 35 Grad, erste Tropennächte und ungewöhnlich hohe Temperaturen für Mitte Juni: Baden-Württemberg steht vor einer Hitzewelle. Was man dazu wissen sollte.

Dieser Landkreis ist bei der Geburtenrate im Land spitze

Die Geburtenrate im Land ist niedrig - doch die regionalen Unterschiede sind groß. Wo die Ausreißer liegen und was mögliche Hintergründe sind.

24-Jähriger nach mutmaßlichem Raubüberfall in Ettlingen in U-Haft

Nach einem Raubüberfall auf einen Supermarkt sitzt ein 24-jähriger nun Tatverdächtiger in U-Haft. Bei der Tat soll er eine Pistole dabeigehabt haben. Wie ihm die Polizei auf die Spur kam.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.