Corona in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg: Menschen genießen erste Lockerungen

Corona in Baden-Württemberg Baden-Württemberg: Menschen genießen erste Lockerungen

Quelle: Lino Mirgeler

Nach monatelanger Zwangspause haben viele Menschen am Wochenende in den Städten und Regionen die Corona-Lockerungen genossen. Wirklich Mühe gab sich die Sonne zwar nicht, aber das schien den meisten egal zu sein. Nur in Heidelberg hatte die Polizei allerhand zu tun.

Ein bisschen Sonne und nach langer Corona-Zwangspause auch mal ein Einkaufsbummel oder eine Pause im Café in der Stadt: in Heidelberg, Karlsruhe und anderen Regionen haben die Menschen die ersten Lockerungen der Corona-Notbremse genossen. Dabei hielten sie sich weitgehend an die Regeln. Allerdings lockte das eher kühle Wetter zum Beispiel am Bodensee am Wochenende auch nicht so viele Menschen nach draußen. Vor allem in Heidelberg übertrieben es einige dagegen auch mit der Feierstimmung: Hunderte Menschen feierten dort am Pfingstwochenende, bis die Stimmung kippte und die Polizei einschritt.

In der Neckarstadt wurden die schärferen Maßnahmen im Rahmen der Corona-Notbremse bereits am Donnerstag gelockert. Am Samstag zog es daher viele Menschen in die City, eine belebte Fußgängerzone und volle Terrassen waren die Folge. Um Heidelberg herum bildeten sich Staus.

Auch in Karlsruhe war der Andrang am Samstag groß, nachdem der Stadtkreis die Bundes-Notbremse lockern durfte. In der Fächerstadt öffneten auch die Freibäder. Viele weitere Kommunen und Kreise setzten ebenfalls erste Lockerungen um. Einige andere Städte und Kreise wie Stuttgart müssen aber noch Geduld üben, weil die Ansteckungen noch nicht lange genug unterhalb der Markte von 100 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche liegen.

So richtig spielte das Wetter allerdings noch nicht mit: Wo es zum Beispiel am Sonntag nicht regnete, war der Himmel zumindest wolkenverhangen, wie etwa über der Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist auf dem Berg Bussen im Kreis Biberach. Dort nutzten vereinzelt Menschen den Feiertag für einen Spaziergang. Wechselhaft blieb es auch am Pfingstmontag, wenngleich sich dann auch die Sonne stärker zeigte.

Schlechte Nachrichten mögen das für Spaziergänger sein, sehr gute hingegen für die Erdbeeranbauer, die wegen der vergleichsweise niedrigen Temperaturen in den vergangenen Wochen knallrote und schmackhafte Früchte versprechen. Die Erdbeeren hätten mehr Zeit zum Reifen, erklärte etwa Otmar Böser vom gleichnamigen Erdbeer- und Spargelhof in der badischen Gemeinde Forst. «So kann sich die Frucht schön entwickeln und der Geschmack auch.» Der Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), Simon Schumacher, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn jetzt noch ein paar Sonnentage kommen, dann kriegen wir große und süße Früchte.»

Alle Hände voll zu tun hatte die Polizei am Wochenende in Heidelberg. Am frühen Samstagabend versammelten sich im Zentrum zunächst bis zu rund 400, auf der Neckarwiese weitere bis zu 1000 überwiegend junge Menschen zum Feiern. In der Nacht zum Montag feierten abermals Hunderte. Viele seien betrunken und teils aggressiv gewesen. Wegen der Ausschreitungen wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt, wie die Beamten mitteilten.

Die Stadt reagierte mit einem kurzfristigen Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese für die Nacht zum Dienstag und warnte, es werde ein Großaufgebot an Polizei und Ordnungskräften im Einsatz sein. «Wir sind schockiert über das Ausmaß an Gewaltbereitschaft und inakzeptablem Verhalten, das wir an den Pfingsttagen in Heidelberg gesehen haben», sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner.

 

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