News aus Baden-Württemberg
Beamte sollen sich leichter krankenversichern können

News aus Baden-Württemberg Beamte sollen sich leichter krankenversichern können

Quelle: Frank Rumpenhorst
dpa

Beamtinnen und Beamte sollen sich ab 1. Januar 2023 leichter bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern können.

Die grün-schwarze Koalition hat sich darauf verständigt, eine pauschale Beihilfe als Alternative zur individuellen Beihilfe in der Krankenversicherung einzuführen. Das bestätigten die Fraktionen von Grünen und CDU am Donnerstag in Stuttgart. Bisher zahlt das Land für Beamtinnen und Beamte keinen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse. Das heißt, dass Staatsdiener, die freiwillig gesetzlich versichert sind, die gesamten Beiträge selber schultern müssen. Künftig übernimmt das Land diesen Anteil. Baden-Württemberg sei das sechste Bundesland, das sich an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen beteiligt.

Das Land rechnet mit Mehrausgaben von 13,8 Millionen Euro im Jahr. Allerdings werde diese Summe jährlich etwa um rund 3 Millionen Euro steigen, so die Schätzung. Bisher sind von den 190 000 Beamtinnen und Beamten nur ein Bruchteil gesetzlich versichert, nämlich 1369. Von den Pensionären sind 2641 bei der gesetzlichen Kasse.

Die Frage ist, für welche Beamten die gesetzliche Krankenversicherung attraktiv wäre. Die Beiträge für die private Krankenversicherung orientieren sich anders als bei der gesetzlichen nicht am Einkommen, sondern am Beitrittsalter und am Gesundheitszustand. Vor allem Staatsdiener mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie Beamte in Teilzeit würden dadurch überdurchschnittlich belastet.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Hildenbrand zeigte sich erfreut, dass Baden-Württemberg nun auch dem Modell aus Hamburg folge. «Mit der Einführung einer pauschalen Beihilfe schaffen wir mehr Wahlfreiheit und mehr Gerechtigkeit.» Der Grünen-Finanzexperte Markus Rösler erklärte, mit der Einführung der pauschalen Beihilfe unterstreiche man «die Rolle des Staates als guter Arbeitgeber». Das neue Angebot richte sich vor allem an diejenigen, die neu in den Staatsdienst eintreten oder schon jetzt freiwillig gesetzlich krankenversichert sind.

CDU-Fraktionschef Manuel Hagel erklärte: «Wir halten Wort und arbeiten unseren Koalitionsvertrag konsequent ab.» Die pauschale Beihilfe sei «ein wichtiges Signal zur Stärkung des öffentlichen Dienstes und greift unseren Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen unter die Arme». Klar sei aber auch, «dass wir im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten bleiben und die verfassungsrechtlichen Vorgaben beachten». Zuletzt hatte ein Gutachten im Auftrag des Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) ergeben, dass die pauschale Beihilfe in Baden-Württemberg «auf gravierende verfassungsrechtliche Bedenken» stoße.

 

Weitere Nachrichten

Wolfswelpen im Sommer? Sechster Wolf in Baden-Württemberg sesshaft

Ein weiterer Wolf ist im Südwesten sesshaft - damit streifen fünf Rüden und eine Wölfin durch die Wälder. Auf ein Rudel wird weiter gewartet.

"Eine Gnade": Ministerpräsident Kretschmann verabschiedet sich nach 15 Jahren

Manche Jugendliche können sich an gar keinen anderen Ministerpräsidenten erinnern - nun hat Winfried Kretschmann nach 15 Jahren im Amt seinen Abschied genommen. Was sagen die Weggefährten dazu?

Immer mehr Beschäftigte in Baden-Württemberg mit Zweitjob

Jeder achte Beschäftigte in Baden-Württemberg hat inzwischen einen Minijob zusätzlich. Besonders auffällig: Ältere und Hochqualifizierte greifen immer öfter zu Nebenjobs.

Vor dem 01. Mai: Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg steigt

Im Südwesten steigt die Waldbrandgefahr – zum 1. Mai könnten regional die höchsten Warnstufen erreicht werden. Was das für Ausflügler und Grillfreunde bedeutet.

Im Landkreis Karlsruhe: 76-Jähriger erfasst mit Auto vier Kinder vor Imbiss

Beim Einparken verwechselt ein Autofahrer das Pedal: Vier Kinder werden vor einem Imbiss in Philippsburg leicht verletzt. Auch der Imbiss-Inhaber trägt Verletzungen davon.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.