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Coole Ware: So sorgt eine Eiswürfelfabrik für Nachschub an heißen Tagen

Nachrichten Coole Ware: So sorgt eine Eiswürfelfabrik für Nachschub an heißen Tagen

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Ohrenbetäubender Lärm, eiskalte Produktion und riesige Türme: So entstehen die Eiswürfel, die an heißen Tagen in Supermärkten und Tankstellen ebenso heiß begehrt sind – und so manchen Sommer retten.

Draußen ist es irre heiß, drinnen angenehm kühl und der Lärm in den Produktionshallen ist ohrenbetäubend laut. Eiskalte Ware ergießt sich in klirrendem Strom aus drei Anlagen mit neun Meter hohen Türmen in einen großen Bottich – die Eiswürfelproduktion bei der Firma Crio Ice mit der Marke Icefrocks in Birkenfeld bei Pforzheim läuft auf Hochtouren.

Bergeweise Eiswürfel

Bergeweise Eiswürfel werden hier in der Eiswürfel-Hochsaison zwischen Mai und September hergestellt, derzeit rund 1.000 Tonnen pro Woche, jeden Tag rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb. Während Otto Normalverbraucher in der extremen Hitze ächzt und stöhnt – für die Firma sind solche Temperaturen eine Voraussetzung fürs Geschäft. «Ohne die könnten wir gar nicht überleben», erläutert Geschäftsführer Carsten Schweitzer.

Ob Eis in massiven Würfeln oder als Würfel mit Hohlraum, ob Crushed Ice oder das kleinwürfelige Cocktail Ice – die Firma, die sich zu den vier größten Eiswürfelherstellern Deutschlands zählt, hat das alles im Programm und beliefert vor allem Tankstellen, aber auch den Lebensmitteleinzelhandel.

Irgendwann landen die gefrorenen Schätze dann im Cocktail oder in der Eiswürfelwanne, in der bei der Sommerparty gerne mal das Bier gekühlt wird. Neuestes Produkt der Firma: Ein mit Eiswürfeln gefüllter To-Go-Becher – aufmachen, Getränk drüber gießen, fertig.

Millionen Liter Wasser für Millionen Würfel Eis

«Wir brauchen natürlich enorm große Mengen Wasser, die dann gefroren werden», sagt Schweitzer. Es dürften Millionen Liter sein, meint er. «Das Ganze passiert in Maschinen, mit Kaltgas wird es runtergekühlt.»

Danach komme wieder Heißgas dazu, damit das derweil in Röhren gefrorene Eis aus den Röhren rutschen kann. Im nächsten Schritt würden die Eisstangen in Würfel gesägt, gingen dann nochmal durch einen Tiefkühltunnel und würden schließlich abgepackt, meist in Zwei-Kilogramm-Beutel.

Millionen Eiswürfel finden dann den Weg zu den Kunden. Während des deutschen Fußball-WM-Sommermärchens 2006 habe man Eiswürfel sogar an die Nationalmannschaften geliefert – «da saßen dann Spieler in mit unseren Eiswürfeln gefüllten Eistonnen», so Schweitzer.

Cooler Arbeitsplatz an heißen Tagen

In den Produktionshallen herrschen angenehme 10 Grad – ein angesichts der herrschenden Hitzewelle sehr cooler Arbeitsplatz. Produktionsleiter Torsten Steller weiß die Arbeit derzeit besonders zu schätzen: Die Temperaturen in der Produktion seien sehr erträglich, er vertrage die Hitze sowieso nicht so gut – «und deswegen bin ich dankbar, hier arbeiten zu dürfen».

Schweizer nennt es gar ein Paradies im Hochsommer. «Wir bringen den Menschen Freude, wir bringen Abkühlung, und ich sag‘ mal – bei den Temperaturen ist es natürlich der Traum.»

Im mindestens um die minus 15 Grad kalten Kühlhaus allerdings – da, wo die fertigen Eiswürfelbeutel auf Paletten bis zur Auslieferung gelagert werden – hält man es aber nicht sehr lange aus. Nach vier Minuten wolle man da wieder raus, heißt es unisono. Zurück in die angenehm kühlen Produktionshallen – aber lieber nicht nach draußen in die schwüle Sommerhitze.

 

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