News aus der Fächerstadt
„Dauergrüne“ Fußgängerampel: Ergebnisse überraschen die Verantwortlichen

News aus der Fächerstadt „Dauergrüne“ Fußgängerampel: Ergebnisse überraschen die Verantwortlichen

Quelle: Uli Deck
dpa

Bei einem Forschungsprojekt wollen Stadt und Hochschule in Karlsruhe herausfinden, ob sich an Ampeln dauergrünes Licht für Fußgänger und Radfahrer lohnt. Erste Ergebnisse liegen nun vor – und überraschen selbst die Verantwortlichen.

Die ersten Erkenntnisse zu einem Projekt mit sogenannten «Dauergrün»-Ampeln für Fußgänger und Radfahrer in Karlsruhe dürften manche verwundern: Die Wartezeiten ausgerechnet für den Fuß- und Radverkehr haben sich erhöht. Das bezeichnete selbst die an dem Projekt beteiligte Stadt in einer Mitteilung als überraschend.

Doch die Erklärung ist recht einfach: Früher waren die Ampeln für Fußgänger in der Regel ausgeschaltet, wie Jan Riel, Professor für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Hochschule Karlsruhe, erläuterte. «Das Queren der Straße war also nach kurzem Blick auf den Autoverkehr bei jeder ausreichenden Lücke möglich.» Weil für den Test Kreuzungen ausgewählt wurden, die viele Fußgänger und eher weniger Autos nutzen, gab es viele große Lücken – also kaum Wartezeit.

Jetzt fahren die meisten Autos auf eine rote Ampel zu. Über eine Induktionsschleife in der Fahrbahn oder einen Radarsensor am Ampelmast wird das wartende Fahrzeug erkannt – und die Ampel für Fußgänger schaltet auf Rot. Insgesamt habe der Fußverkehr jetzt also länger Rot als vorher, fasste Riel zusammen. Auch die Wartezeiten für den Autoverkehr hätten sich – erwartungsgemäß – erhöht, hieß es.

Die wissenschaftliche Auswertung deute darauf hin, dass der bestmögliche Effekt von Anlagen mit «Dauergrün» stark von den jeweils vorhandenen Verkehrsmengen abhängt, teilte die Stadt mit. Das solle nun mit Hilfe eines Simulationsmodells näher untersucht werden. Ergebnisse werden im Laufe dieses Frühjahrs erwartet.

Das Pilotprojekt hatte im Oktober begonnen und soll untersuchen, was passanten- und radfahrerfreundliche Ampeln für Verkehr und Sicherheit bedeuten. Auf den Test-Kreuzungen werden Daten erfasst, die mit Erhebungen aus der Zeit vor der Umstellung verglichen werden. Früher war es umgekehrt: Die Autos hatten Priorität in Form von grünem Licht. Sollte das Projekt sich bewähren, könnten weitere Kreuzungen in Karlsruhe eine dauergrüne Ampelschaltung für Fußgänger bekommen.

Auch andernorts gibt es Versuche zu speziellen Ampelschaltungen – oft mit unterschiedlichen Ansätzen und nicht immer wissenschaftlich begleitet. Diskutiert wird zudem etwa, dass Autos dann rechtzeitig Grün bekommen sollen, wenn sie sich nicht schneller als mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit einer Ampel nähern.

 

Weitere Nachrichten

Landeskriminalamt: Politisch motivierte Straftaten im Südwesten stark gestiegen

Die Zahl politisch motivierter Straftaten im Südwesten ist innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Was hinter den Fällen steckt und welche Straftaten am häufigsten vorkamen.

Cyberangriff auf Hochschulen: Noten und Stundenpläne offline

Der Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg hat weitreichende Folgen: Viele wichtige Systeme sind weiter offline, auch Lehrkräfte bekommen ihr Geld nicht überwiesen.

Wann kehrt das Naturschauspiel zurück? Uracher Wasserfall nur noch ein Rinnsal

In sehr nassen Jahren rauschen mehr als 1.000 Liter pro Sekunde über den Uracher Wasserfall – jetzt ist er fast versiegt. Wann kehrt das Naturschauspiel zurück?

Diese sieben Schlösser in Baden-Württemberg solltet ihr gesehen haben

Lust auf einen Ausflug mit königlichem Flair? In Baden-Württemberg warten Schlösser mit spektakulären Ausblicken, prachtvollen Räumen und weitläufigen Parkanlagen. Diese sieben Ziele lohnen sich.

Hunderte Handys in Gefängnisse in Baden-Württemberg geschmuggelt

Gefangene dürfen in der Haft keine Handys benutzen – immer wieder werden jedoch Geräte ins Gefängnis geschmuggelt. Wie das geht und mit welchen Maßnahmen es verhindert werden soll.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.