News aus Baden-Württemberg
Diakonie & Evangelische Kirche in Karlsruhe kritisieren Asylkompromiss

News aus Baden-Württemberg Diakonie & Evangelische Kirche in Karlsruhe kritisieren Asylkompromiss

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild
dpa

Führende Vertreter der evangelischen Kirche in Baden haben die Einigung der EU-Innenminister auf verschärfte Asylverfahren in der Europäischen Union kritisiert.

Landesbischöfin Heike Springhart sagte am Donnerstag in Karlsruhe, für besonders problematisch halte sie die geplanten Schnellverfahren. Diese führten zu nichts anderem, als dass Menschen in Lager kommen, dass Menschen inhaftiert würden. Die Gefahr sei hoch, dass so auch diejenigen, die ein Recht auf Asyl hätten, «unter die Räder kommen», sagte Springhart. Es gebe keine Zeit für gute Beratung. Der Druck sei negativ für eine spätere Integration.

Die EU-Innenminister hatten vergangene Woche Pläne für eine Asylreform beschlossen. Vorgesehen ist darin unter anderem ein härterer Umgang mit Migranten ohne Bleibeperspektive. So sollen Menschen aus als sicher geltenden Ländern künftig nach dem Grenzübertritt unter haftähnlichen Bedingungen in streng kontrollierte Einrichtungen kommen – auch Familien mit kleinen Kindern. Dort soll dann innerhalb von zwölf Wochen geprüft werden, ob die Antragsteller Chancen auf Asyl haben. Wenn nicht, sollen sie umgehend zurückgeschickt werden.

Das EU-Parlament, das bei der Reform ein Mitspracherecht hat und in den kommenden Monaten mit Vertretern der EU-Staaten darüber verhandeln wird, könnte noch Änderungen an den Plänen durchsetzen.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Baden, Urs Keller, kritisierte, dass immer mehr angeblich sichere Drittstaaten ernannt werden. Auch sogenannte Pushbacks – also das Zurückdrängen von Flüchtlingen, ohne dass ihr Anspruch auf Asyl geprüft wird – seien sehr problematisch.

Aus seiner Sicht hätte Deutschland dem Beschluss der EU-Innenminister vergangene Woche nicht zustimmen dürfen. Die dort vereinbarten Maßnahmen würden nicht dazu führen, das weniger Flüchtlinge nach Europa kommen. Das werde nicht funktionieren, betonte Keller. Und die schwierigen Folgen daraus seien mit Händen zu greifen.

 

Weitere Nachrichten

Ryanair will Flugangebot in Baden-Württemberg ausbauen

Während Europas größter Billigflieger in vielen Teilen Deutschlands auf dem Rückzug ist, will er im Südwesten expandieren.

Unterrichtsabdeckung: So schlimm ist der Lehrermangel im Südwesten

Mehr besetzte Stellen, aber kaum weniger Unterrichtsausfall: Warum kommt die Entlastung an vielen Schulen nicht an? Gerade Kinder mit besonderem Förderbedarf trifft der Lehrermangel hart.

Mann soll Wohnung in Karlsruhe als Drogenküche genutzt haben

Ein 59-Jähriger sitzt nach einer Durchsuchung in Untersuchungshaft, ein mutmaßlicher Abnehmer ist wieder frei. Welche Funde die Ermittler in den beiden Wohnungen machten.

Angler fischt Handgranate aus See in Karlsruhe

Ein Angler hat eine britische Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg aus einem See in Karlsruhe gefischt. Nach Polizeiangaben sprengten Spezialisten die Granate später vor Ort.

Landeskriminalamt: Politisch motivierte Straftaten im Südwesten stark gestiegen

Die Zahl politisch motivierter Straftaten im Südwesten ist innerhalb weniger Jahre deutlich gestiegen. Was hinter den Fällen steckt und welche Straftaten am häufigsten vorkamen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.