News aus Baden-Württemberg
Doch noch keine elektronischen Arztrezepte für den Südwesten

News aus Baden-Württemberg Doch noch keine elektronischen Arztrezepte für den Südwesten

Quelle: Bernd Weissbrod
dpa

ie sollten eine kleine Revolution bringen: Elektronische Arztrezepte. Ein Vorreiter sollte Baden-Württemberg sein. Doch nun liegt das Pilotprojekt auf Eis.

Eigentlich sollte Baden-Württemberg ein Pilotstandort für die Einführung von elektronischen Arztrezepten für Smartphones sein. Doch das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt dazu liegt auf Eis, wie der Geschäftsführer der Landesapothekerkammer, Karsten Diers, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Grund dafür sei, dass das abwickelnde IT-Unternehmen abgesprungen sei. «Wir bedauern das sehr.»

Rund 50 E-Rezepte seien von November bis zum Ende des Pilotprojekts im April ausgestellt worden, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Die Zahl sei nicht so hoch. «Aber eines konnten wir dennoch damit zeigen: Der Prozess funktioniert!»

Patienten aus dem Raum Stuttgart und Tuttlingen konnten als erste bundesweit Medikamente mit sogenannten E-Rezepten bekommen. Das Programm dazu trug den Namen «Gerda» (Geschützter e-Rezept-Dienst der Apotheken). Die Rezepte gab es nur bei zehn teilnehmenden Apotheken und nur für jene, die sich telemedizinisch behandeln ließen.

Die Patienten mussten dafür weder in die Praxis noch in eine Apotheke. Sie konnten sich die verschriebenen Medikamente per App liefern lassen. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hatte die Einführung in Baden-Württemberg als historische Stunde bezeichnet. Das Land hatte das Projekt mit einer Million Euro gefördert.

Die Apothekerkammer sieht einen Teilerfolg. Zumindest sei gezeigt worden, dass dies ein gangbarer Weg sei, sagte Diers. Wie es mit «Gerda» in Baden-Württemberg weitergehe, sei noch ungewiss. Bisher sei noch kein neuer IT-Partner gefunden worden, der das Projekt umsetzen könne. Das Telemedizin-Unternehmen Gematik arbeitet an einem bundesweiten E-Rezept, das Mitte 2021 eingeführt werden soll.

Das E-Rezept-Projekt in Baden-Württemberg war an das Telemedizinangebot «docdirekt» der Kassenärztlichen Vereinigung gebunden. Die Beratung per Telefon oder Videochat für Kassenpatienten im Südwesten wird seit gut zwei Jahren angeboten und wird nun mit einem anderen Technik-Partner weitergeführt.

 

Weitere Nachrichten

So viel kann man mit sozialen Berufen mittlerweile verdienen

Das Gehalt in sozialen Berufen hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Manche Berufsgruppen erreichen inzwischen das Niveau von Industrieberufen - und liegen teils sogar darüber.

Straftaten in Bus und Bahn teils deutlich zurückgegangen

Immer wieder gibt es Berichte über drastische Verbrechen in Bus und Bahn. Insgesamt ist der Nahverkehr aber sicherer geworden, zeigen Zahlen aus der Kriminalstatistik. Woran das genau liegt.

Dürre begünstigt Plage - so steht es um den Borkenkäfer

Auch der Regen hilft nicht mehr: Der heiße und trockene Sommer begünstigt den schädlichen Borkenkäfer. Eine Expertin ordnet die aktuelle Lage ein.

Rekord bei Windenergie - doch ist der Ausbau in Gefahr?

Bis 2040 will das Land klimaneutral werden. Dafür sind unter anderem Hunderte Windräder nötig. Wie realistisch ist das Ziel angesichts neuer Daten für das erste Halbjahr und Gesetzesänderungen?

"Kein Wasser da": Binnenschiffer trotzt dem Niedrigwasser

Binnenschiffer Patrick Mnich fährt auch bei extremem Niedrigwasser noch über den flachen Rhein. Wo seine größten Herausforderungen liegen und was er tut, wenn er statt Wasser Kies unter sich hat.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.