News
Erweiterung von Nationalpark wird erst später beschlossen

News Erweiterung von Nationalpark wird erst später beschlossen

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
dpa

Verantwortliche des Nationalparks Schwarzwald debattieren über die geplante Gebietserweiterung. Eine Entscheidung darüber lässt aber auf sich warten.

Die Verantwortlichen des Nationalparks Schwarzwald wollen entgegen ursprünglicher Planung erst am 21. Februar die vieldiskutierte Ausweitung des Gebiets beschließen. Das höchste Entscheidungsgremium des Schutzgebiets verzichtete wegen Debatten und Bedenken in der Region zunächst auf ein Votum. «Die zusätzliche Zeit ist gut investiert», sagte der Vorsitzende des Nationalparkrats, der Freudenstädter Landrat Klaus Michael Rückert, nach Beratungen in Baiersbronn.

Nach dem Willen der grün-schwarzen Regierungskoalition sollen die beiden Teilstücke des bisher rund 100 Quadratkilometer großen Nationalparks zu einem zusammenhängenden Gebiet verbunden werden. Den Plänen zufolge könnte der baden-württembergische Landtag Ende des Jahres über den sogenannten Lückenschluss entscheiden.

Zusicherungen von Walker

Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) hatte zu Jahresbeginn bei einem Treffen in Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) Zusicherungen gemacht, um auf zahlreiche Sorgen von Anwohnern einzugehen. Es werden demnach Straßen, Wasserversorgung und andere Infrastruktur im Erweiterungsgebiet erhalten und weiterentwickelt. In bewohnten Bereichen werde der Wald frei zugänglich bleiben, das Sammeln von Beeren und Pilzen für den persönlichen Bedarf bleibe möglich. «Wir haben in kurzer Zeit, in zahllosen
Gesprächen, viele Belange der Menschen vor Ort aufgegriffen», sagte Walker nun laut einer Mitteilung.

Das zu Baiersbronn gehörende Langenbachtal mit rund 150 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie andere Gebiete liegen bisher außerhalb des Nationalparks – künftig sind sie mittendrin. Der Baiersbronner Bürgermeister Michael Ruf (CDU) hatte bereits den Fahrplan für den Beschluss kritisiert: «Ich hätte mir ein bisschen mehr Zeit gewünscht», sagte er. In den Topgremium des Parks sitzen auch weitere Vertreter von Kommunen.

Waldgenossenschaft gibt Flächen

Für das Mammutvorhaben werden Flächen der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft gegen Staatswald in derselben Region getauscht. Im Zuge dieser komplizierten Transaktion zieht sich das Land aus der Genossenschaft zurück und verkauft seine Anteile an die verbleibenden Eigner.

Nationalpark 2014 gegründet

Der Nationalpark Schwarzwald wurde 2014 eingerichtet und ist bisher das einzige Großschutzgebiet dieser Art im Südwesten. Eine Besonderheit eines Nationalparks ist, dass der Mensch in bestimmten Kerngebieten nicht mehr eingreift. Auch in anderen Bundesländern gibt es Nationalparks.

 

Weitere Nachrichten

Balkonsolaranlagen: Preise sinken, Leistung steigt rasant

Mehr als 28.000 neue Balkonsolaranlagen wurden in Baden-Württemberg gemeldet – doch Experten vermuten eine Dunkelziffer. Wie groß ist das echte Solarpotenzial?

Verfassungsschutzbericht: Diese Extremisten bedrohen das Land am stärksten

Islamistische Angriffe, rechtsextremer Nachwuchs und «Wegwerf-Agenten» im Dienste Russlands: Der Staat wird angefeindet, von allen Seiten. Wie gefährlich der Extremismus ist für das Land.

Zwischen Sexfrust und Salafismus: die "Mincel"-Bewegung

Im Netz gedeihen neue Ideologen, die Gleichberechtigung ablehnen und starre Rollenbilder zementieren. Wie gefährlich ist die neue Bewegung?

Bundeswehr baut Sigmaringen zum Zentrum für Heimatschutz aus

Die Bundeswehr plant, Sigmaringen zum Zentrum für Heimatschutz in Baden-Württemberg auszubauen. Was sich vor Ort künftig ändern soll.

Mädchen nach Zusammenstoß mit Auto im Landkreis Karlsruhe schwer verletzt

Eine Elfjährige will offenbar einen Bus erreichen und rennt auf die Straße. Dort wird sie von einem Auto erfasst.

74-Jähriger stirbt bei Frontalzusammenstoß auf Landstraße in Karlsbad

Ein älterer Fahrer gerät in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn – der Zusammenstoß endet für ihn tödlich. Ein 29-Jähriger wird bei dem Unfall schwer verletzt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.