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Essen auf Rädern – Höhere Preise ab 2026 treffen viele Senioren

News Essen auf Rädern – Höhere Preise ab 2026 treffen viele Senioren

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Für viele ältere Menschen ist Essen auf Rädern mehr als nur eine Mahlzeit. Warum der Service ab 2026 teurer wird und welche Rolle persönliche Kontakte dabei spielen.

Die Lieferung von Essen auf Rädern ist für viele Seniorinnen und Senioren oft der einzige tägliche soziale Kontakt. Gestiegene Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal treiben die Preise für den Service jedoch in die Höhe und machen damit ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden kostspieliger.

Naben den Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) berichten auch die Malteser, dass sie die Mehrkosten selbst nicht vollständig aufbringen könnten und es mit den Preisen daher nach oben gehe. «Damit der Menüservice weiterhin in der gewohnten Qualität und Zuverlässigkeit angeboten werden kann, müssen die Preise zum 1. Januar 2026 angepasst werden», sagt eine Sprecherin. Im Schnitt werde jedes Menü etwas weniger als einen Euro teurer, lässt Leonard Bartosch vom Menüservice Region Baden-Württemberg wissen.

Den Maltesern sei es wichtig, dass die Kundinnen und Kunden auch künftig auf eine sichere Versorgung und den sozialen Mehrwert des Services zählen könnten. «Deshalb setzen sie auf eine faire und nachvollziehbare Anpassung», sagt die Sprecherin.

Warmes Essen bis an die Haustür geliefert zu bekommen, wärmt nicht nur den Magen. Die Lieferung des Essens sei für viele alte Menschen der einzige soziale Kontakt am Tag.«Die Fahrerinnen und Fahrer der Malteser nehmen sich kurz Zeit für ein freundliches Gespräch, schauen, ob es den Menschen gut geht und können im Notfall Hilfe organisieren», sagt die Sprecherin der Malteser in Baden-Württemberg.

Die Johanniter Baden-Württemberg haben verschiedene Regionalverbände mit unterschiedlichen Dienstleistungen – nicht überall wird Essen auf Rädern angeboten. In den Regionen, in denen man den Menüservice anbiete, hätte man den Dienst trotz gestiegener Preise gut aufrechterhalten können, sagt eine Sprecherin. Der Kundenstamm sei relativ stabil geblieben. «Die Preise sind auch bei uns gestiegen, die Nachfrage, auch von neuen Kundinnen und Kunden, bleibt aber trotzdem erhalten.» Die Fahrerinnen und Fahrer seien oft wichtige Bezugspersonen. «Sie bringen neben dem Mittagessen auch ein Lächeln und Zeit für einen kleinen Plausch mit.» Die älteren Menschen nutzten auch gerne die Möglichkeit der telefonischen Bestellung und seien froh, wenn sie nicht nur online bestellen könnten.

Die Malteser bieten in über 200 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg den Menüservice an und versorgen mehr als 4.500 Menschen mit einer warmen Mahlzeit zu Hause. Auch in Schulen und Kindertagesstätten liefern die Malteser Mahlzeiten. «Mit vielen Kundinnen und Kunden arbeiten wir schon jahrelang zusammen. Das Essen wird an zwölf Standorten in Baden-Württemberg aufbereitet», sagt die Malteser-Sprecherin.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet, dass es auch bei den Menüservice-Lieferanten oft jährliche Preissteigerungen gebe. Die Lieferanten berichten laut einem Sprecher von Kostensteigerungen, die die gesamte Lebensmittelbranche belasteten. Dazu gehörten höhere Lohnkosten, hohe Energiepreise, gestiegene Preise für Rohstoffe wie beispielsweise Getreide und Fleisch. «Preiserhöhungen für die Tischgäste der DRK-Kreisverbände werden daher auch bei uns nicht ausbleiben», sagt der DRK-Sprecher.

Das Geschäftsfeld sei finanziell kaum attraktiv, die DRK-Kreisverbände versuchten jedoch, den Menüservice so lange wie möglich im Angebotsportfolio zu halten. «Wir setzen alles daran, die Dienstleistung aufrechtzuerhalten, damit alte Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können», so der DRK-Sprecher.

 

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