Nachrichten
Evangelische Landeskirche entschädigt 200 Missbrauchsopfer

Nachrichten Evangelische Landeskirche entschädigt 200 Missbrauchsopfer

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

Von Januar an sollen Opfer sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche bundesweit mehr Geld erhalten können. In Württemberg hat die Landeskirche seit 2014 bereits Millionen gezahlt.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat seit 2014 insgesamt 200 Betroffenen von sexualisierter Gewalt Zahlungen in Höhe von mehr als 4,5 Millionen Euro zugesprochen. Dabei handelte es sich um sogenannte Anerkennungsleistungen, ergänzende Hilfeleistungen und Therapiekosten, wie die Landeskirche mitteilte. Zuständig für die Bearbeitung der Fälle war die Unabhängige Kommission zur Anerkennung erlittenen Leids in Landeskirche und Diakonie. Von Januar an werden die Entschädigungen durch eine Richtlinie der Evangelischen Landeskirche Deutschland (EKD) bundesweit einheitlich geregelt.

Die Höhe der bisherigen Leistung in Anerkennung des Leids betrug demnach pauschal 21.200 Euro. Zusätzlich seien Zahlungen in Höhe von maximal 10.000 Euro für Notlagen oder Therapieangebote geleistet worden. In den mehr als zehn Jahren wurde laut Kirche nur etwa eine Handvoll Anträge abgelehnt. 16 Anträge wurden zuständigkeitshalber weiter verwiesen, hieß es.

Von Januar an erhalten Betroffene pauschal 15.000 Euro

Von Januar an sollen Betroffene nun laut EKD pauschal 15.000 Euro erhalten, wenn eine strafbare Tat vorliegt – auch, wenn diese bereits strafrechtlich verjährt ist. Die Grundlage der Entschädigung soll eine individuelle Leistung ohne Obergrenze bilden. Diese soll sich an der Tat und den jeweiligen Traumaspätfolgen der Betroffenen orientieren. Letztlich soll die Höhe der Entschädigungsleistungen durch die Reform steigen. Die neue Richtlinie wurde demnach unter anderem mit Betroffenen sexualisierter Gewalt erarbeitet.

Für die Umsetzung der neuen Regelung wird es eine neue unabhängig besetzte Kommission geben, wie es in der Mitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hieß. Die Mitglieder werden demnach durch die Leitungen der jeweiligen Verbünde berufen, arbeiten ehrenamtlich und sind externe Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen.

 

Weitere Nachrichten

Grüne in Baden-Württemberg: Özdemir will Partei modernisieren

Hunderte Änderungsanträge sind bei Parteitagen der Grünen keine Seltenheit. Der Ministerpräsident hält das für nicht mehr handhabbar und schlägt eine Reform vor.

Kind in Brunnen unter Wasser gedrückt - Staatsschutz prüft

Ein Mann soll einen Zweijährigen in der Rastatter Innenstadt attackiert haben. Wie die Polizei das Geschehen bislang bewertet.

Aktuelle Zahlen und Warnungen: Hitze, volle Seen - aber weniger Menschen ertrinken

Warum ertrinken in Baden-Württemberg weniger Menschen, obwohl die Hitze viele ans Wasser gelockt hat? Ein Blick auf aktuelle Zahlen und Warnungen.

Trockenes Flussbett: Hier fließt ein Fluss unterirdisch weiter

Die Dreisam führt nahe Freiburg scheinbar kein Wasser mehr. Der Fluss fließt jedoch unter der Erde weiter – für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung.

Sonnenfinsternis 2026: Zehn Tipps für Baden-Württemberg

Die Sonnenfinsternis am 12. August dürfte in Baden-Württemberg besonders gut zu sehen sein. Wer sie erleben möchte, braucht nicht nur eine Schutzbrille. Zehn Tipps für Beobachter im Südwesten.

Weniger Strom aus Wasserkraftwerken durch Trockenheit

Die Trockenheit hat auch Folgen für die Stromerzeugung. Flüsse führen weniger Wasser. Laufwasserkraftwerke können nicht mehr so viel Strom produzieren.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.