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Experten aus Baden-Württemberg: Not-Nasenspray kann Drogentod verhindern

News aus Baden-Württemberg Experten aus Baden-Württemberg: Not-Nasenspray kann Drogentod verhindern

Quelle: Christian Böhmer/dpa
dpa

179 Menschen starben im vergangenen Jahr im Südwesten wegen Drogenkonsums. Ein Nasenspray kann in Notlagen Leben retten. Bei der Verbreitung des Medikaments hakt es nach Einschätzung von Fachleuten aber noch.

Mit einem speziellen Nasenspray lassen sich Experten zufolge Todesfälle beim Drogenkonsum vermeiden. Das Notfallmedikament Naloxon ist zwar schon seit 2018 in Deutschland erhältlich, sollte aber noch breiter angewendet werden, wie Simon Fleißner vom Frankfurter Institut für Suchtforschung bei einer Fachveranstaltung in Kehl (Ortenaukreis) sagte. Anlass war der sogenannte Weltdrogentag an diesem Montag – dann wird international auf den Drogenmissbrauch und seine Folgen aufmerksam gemacht.

«Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, die am weitesten sind», sagte Fleißner, der ein bundesweites Naloxon-Projekt koordiniert. Ziel ist es dabei, möglichst viele Drogenkonsumenten mit dem verschreibungspflichtigen Medikament zu versorgen. Im Südwesten seien bereits rund 340 Menschen im Umgang mit dem Spray geschult worden, berichtete Fleißner.

Es besteht Fachleuten zufolge Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr starben in Baden-Württemberg 179 Menschen wegen Drogenkonsums – das waren 49 mehr als im Vorjahr.

Die häufigste Ursache für den tödlichen Drogenkonsum blieb nach Angaben des Innenministeriums der Konsum von Heroin, gefolgt von Kokain. Besonders gefährlich ist es demnach, Heroin oder Kokain mit anderen Drogen, Medikamenten oder Alkohol zu kombinieren.

Naloxon kann innerhalb weniger Minuten die atemlähmende Wirkung von Heroin, Fentanyl oder Morphin aufheben und so Leben retten. Dabei geht es insbesondere um Überdosierungen. «Alle Notfallsanitäter sollten Naloxon im Koffer haben», forderte Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg.

Drogenkonsum sei auch im Land keine Randerscheinung, sagte Niemeier. In die Beratungsstellen des Südwestens kamen im vergangenen Jahr über 21.200 Menschen, die illegal Drogen konsumieren. Das Institut für Suchtfragen gehört zur sogenannten Frankfurt University of Applied Sciences, einer großen Fachhochschule.

 

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