Nachrichten
Fehlt Sport beim Sondervermögen? Kritik der Länderminister

Nachrichten Fehlt Sport beim Sondervermögen? Kritik der Länderminister

Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
dpa

Der Deutsche Olympische Sportbund hat die Pläne der Bundesregierung schon kritisiert. Nun legen die Fachministerinnen und -minister aus den Bundesländern nach – und schreiben dem Kanzler persönlich.

Mit Blick auf marode Sporthallen, Spitzensport und eine geplante Bewerbung für die Olympischen Spiele monieren die Sportminister und -ministerinnen der Länder das geplante Sondervermögen. Die Sportinfrastruktur finde in den Entwürfen keinerlei Erwähnung, schreibt die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Theresa Schopper (Grüne) aus Baden-Württemberg, in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Die Bundesregierung will mit einem schuldenfinanzierten Sondervermögen die Möglichkeit schaffen, abseits von der Schuldenbremse Kredite über 500 Milliarden Euro aufzunehmen. 100 Milliarden davon sind für den Klimaschutz eingeplant, weitere 100 Milliarden für Infrastrukturinvestitionen der Länder.

«Ohne eine entsprechende Beteiligung des Sports am Sondervermögen wird es Ländern und Kommunen alleine nicht möglich sein, die notwendige Ertüchtigung unserer Sportstätten voranzutreiben und ein spürbarer Rückgang an Sportangeboten in unserem Land ist zu befürchten», warnt Schopper in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt. Die Fachministerinnen und -minister bitten eindringlich, die Pläne zu ergänzen.

 

Moderne Sportanlagen zur Reduktion von CO2-Emissionen

Schopper argumentiert, dass der Sport viele Millionen Menschen in Deutschland erreiche und enorme Beiträge zum körperlichen Wohlbefinden sowie zum sozialen Zusammenhalt leiste. Doch gebe es bei Sporthallen hohen Investitionsbedarf, gerade in Hinblick auf den energetischen Zustand: «Mit einer flächendeckenden Sportstättensanierung besteht zudem die große Chance, auch die Klimaziele entscheidend voranzutreiben.»

Gemäß den Entwürfen könnten Vereinssportstätten größtenteils nicht gefördert werden, heißt es in dem Brief, der auch an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (CDU), geht. Ebenso bleibe unklar, ob dringend benötigte Investitionen des Bundes in die Spitzensportinfrastruktur getätigt werden könnten.

 

Länderminister sehen Schlechterstellung

Die Ausklammerung des Sports hätte zudem erhebliche negative Auswirkungen auf das laufende Bewerbungsverfahren Deutschlands für Olympische und Paralympische Spiele, schreibt Schopper weiter. Es gehe dabei vor allem um die mit den Spielen verbundenen nachhaltigen Investitionen in die Breitensport- und Leistungssportinfrastruktur.

Vor kurzem hatte auch der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) die Pläne kritisiert. Es gebe einen Investitionsstau von mindestens 31 Milliarden Euro bei den Sportstätten in Deutschland, sagte Verbandschef Thomas Weikert.

 

Weitere Nachrichten

Rechtsanspruch ab September: Ganztagsbetreuung in der Grundschule – das muss man wissen

Ab Herbst haben Erstklässler in Baden-Württemberg Anspruch auf mindestens acht Stunden Betreuung pro Tag. Doch reicht das Angebot? Was Eltern zu Plätzen, Kosten und Ferien wissen sollten.

Sturmfolgen in Karlsruher Freibädern - Rheinstrandbad bleibt vorerst zu

Unwetterfolgen in Karlsruhe: Im Rheinstrandbad sind Bäume beschädigt und geborsten. Das Bad bleibt übers Wochenende zu. Auch andere Freibäder sind betroffen vom Sturm.

Regelrecht "gekocht": Wie Hitze und Trockenheit Tiere plagen

Salamander, Wasseramsel, Steinkrebs und Co. leiden unter Niedrigwasser und steigenden Gewässertemperaturen. Fachleute warnen vor schrumpfenden Beständen und verlorenen Lebensräumen.

Alternative Antriebe: So beliebt sind Elektroautos im Südwesten

In Baden-Württemberg wächst das Interesse an E-Autos. Mehr als ein Viertel aller Neuwagen fahren ausschließlich mit Strom. Nur in zwei Bundesländern sind E-Autos noch beliebter.

Umfrage: Fast jeder dritte Studierende wohnt bei den Eltern

Nach der Schule nichts wie raus aus dem Kinderzimmer? Das gilt für viele Studierende im Südwesten nicht, zeigt eine neue Erhebung. Wo Studierende am häufigsten wohnen - und wie sie zur Uni kommen.

Geld Münzen

Pensionsrücklagen: Hessen und Baden-Württemberg legen gemeinsam Geld an

Die Länder und der Bund müssen dafür sorgen, die künftigen Pensionen ihrer Beamten zahlen zu können. Ein neuer Spezialfonds soll die Rücklagen von Hessen, Baden-Württemberg und dem Bund sichern.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.