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„Feuerschein am Himmel“: Meteor über dem Südwesten? Polizei und Expertin ordnen ein

Nachrichten „Feuerschein am Himmel“: Meteor über dem Südwesten? Polizei und Expertin ordnen ein

Quelle: Gianni Gattus/TNN/dpa
dpa

Ein Meteor hält die Menschen in Atem. Flog der Feuerball auch über Baden-Württemberg? Anrufer bei der Polizei berichten von einem «Leuchtball» und einem «Feuerschein am Himmel».

Ein hell leuchtender Meteor hat am Sonntagabend viele Menschen in Westdeutschland in Atem gehalten. Auch in Baden-Württemberg war ein Feuerball am Himmel zu sehen, wenngleich er einer Expertin zufolge nicht direkt über Baden-Württemberg geflogen sein dürfte. In der Nacht erhielt die Polizei im Nordwesten des Landes zahlreiche Anrufe zu dem mysteriösen Leuchtschein am Horizont, bestätigten die Lagezentren der Polizeipräsidien Mannheim, Heilbronn und Karlsruhe. Auch in Südbaden sei er Augenzeugen zufolge zu sehen gewesen.

Bürger hätten von einem «Feuerschein am Himmel» und einem «Leuchtball» berichtet, so ein Sprecher der Polizei Mannheim. In den sozialen Medien meldeten sich unter anderem Augenzeugen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen.

 

Meteor sichtbar – aber flog er auch über Baden-Württemberg?

Der Meteor sei auch aus großer Entfernung noch sichtbar gewesen, sagte Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg. Hunderte Kilometer entfernt habe man ihn noch sehen können. Die Expertin sagte, dass er aber eher über Rheinland-Pfalz geflogen sein dürfte und nicht über Baden-Württemberg, das lasse sich anhand von Sichtungen und Fotos ganz gut eingrenzen. Es habe auch Sichtungen in den Niederlanden, in Belgien, Frankreich oder der Schweiz gegeben.

«In Baden-Württemberg ist das ein schönes Lichtspektakel gewesen», sagte Liefke. Sie selbst habe den Himmelskörper zufälligerweise auch privat gesehen. Man habe ihn über mehrere Sekunden hinweg beobachten können.

Wie gefährlich ist ein Meteorit?

Teile des Meteoriten sind am Abend in Koblenz in Rheinland-Pfalz in ein Hausdach eingeschlagen. Verletzt wurde dabei niemand. «Personenschäden sind bisher nicht bekannt. Das Ereignis hat keinen Zusammenhang mit einer militärischen Aktivität», betonte das Lagezentrum für Bevölkerungsschutz in Koblenz. An sich seien die Teile aber vollkommen ungefährlich, sagte Expertin Liefke. Es handele sich vereinfacht gesagt um ganz normale Steine – die aus dem Weltall kommen.

 

Ein Meteoriteneinschlag passiert selten

Trifft ein Meteoroid aus dem All auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man Meteoriten oder Meteoritenteile. Sie stammen nach Angaben von Experten meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems. Die Leuchterscheinung am Himmel heißt Meteor.

Meteoriteneinschläge auf der Erde sind sehr selten. In Deutschland fielen im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten zu Boden. Das größte Fragment war ein rund 3,7 Kilogramm schwerer Brocken, der von Wissenschaftlern untersucht und später ausgestellt wurde. Er galt damals als das schwerste gefundene Meteoritenstück seit rund 100 Jahren in Deutschland.

 

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