News aus Baden-Württemberg
Forschungsprojekt: Warum spielen Otter mit Steinen?

News aus Baden-Württemberg Forschungsprojekt: Warum spielen Otter mit Steinen?

Quelle: Carol Bennetto

Otter lieben Steine. Sie rollen und stapeln sie, schlagen sie gegeneinander, jonglieren mit ihnen. Ein Forschungsprojekt in Tübingen zeigt nun, dass es dieses Verhalten bei Otterarten in freier Wildbahn und in Gefangenschaft gibt.

Die meisten Otterarten spielen Wissenschaftlern zufolge gerne mit Steinen. 10 von 13 Otterarten weltweit seien dabei beobachtet worden, wie sie Steine spielerisch etwa zum Jonglieren oder Rollen verwenden, berichtet ein Forscherteam der Universität Tübingen im Journal «Animal Behavior & Cognition».

«Sehr wahrscheinlich gibt es diese Aktivitäten auch bei den drei übrigen Arten. Aber da sie in schwer zugänglichen Gebieten leben, wurde so etwas bei ihnen bislang noch nicht beobachtet», sagte Erstautorin Elisa Bandini vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Uni. Das Team hatte Otter-Experten rund um den Globus nach ihren Beobachtungen gefragt.

Im Tierreich sei das spielerische Hantieren mit Steinen sehr selten, schreiben die Forscher in dem Journal. Bislang sei es vor allem bei Makaken beschrieben worden, einer in Asien und Nordafrika lebenden Affengattung. Welchen biologischen Sinn dies habe, werde jetzt erforscht. Eine Theorie sei, dass das Spiel mit Steinen in jungen Jahren die motorische Entwicklung der Tiere unterstützt, während es im Alter dem Abbau der kognitiven Leistung vorbeugt.

Im Gegensatz zu anderen Ottern setzen Seeotter den Forschern zufolge Steine auch gezielt als Werkzeuge ein, mit denen sie Muscheln, Austern und Krebse knacken. Hat das Spielen zumindest bei ihnen zusätzlich den Sinn, den Gebrauch von Werkzeugen zu erlernen? Diese These knüpft laut Bandini an eine Studie zu wildlebenden Makaken in Thailand an. Sie habe gezeigt, dass heranwachsende Makaken, die sich mit Steinen beschäftigten, diese später mit größerer Wahrscheinlichkeit auch als Werkzeuge einsetzten – im Gegensatz zu ihren Artgenossen, die im Jugendalter nicht mit Steinen spielten.

Dass der Umgang mit Steinen unter Ottern so weit verbreitet ist, lasse auf eine genetische Veranlagung dafür schließen, sagte Bandini. Interessant sei, dass mit den Ottern eine Tiergruppe ein solches Verhalten zeige, die nicht zu den Primaten gehöre – vor allem vor dem Hintergrund, dass Steine die ersten Werkzeuge der frühen Menschen gewesen seien. «Wenn wir untersuchen, wie so unterschiedliche Tierarten mit Steinen umgehen, können wir möglicherweise auch rekonstruieren, wie unsere Vorfahren anfingen, den Nutzen von Steinen zu begreifen.»

 

Weitere Nachrichten

Gefahr für Bienen und Obst: immer mehr Asiatische Hornissen

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Imker und Obstbauern beobachten die Entwicklung mit Sorge. Das heißt aber nicht, dass jedes Nest weg muss.

Seltene Tiere: Ist der Goldschakal heimisch? Das Wichtigste zum kleinen Wolfsbruder

Er ist kein Wolf, kein Fuchs – und doch zunehmend präsent: Der Goldschakal breitet sich in Europa aus. Was das für Baden-Württemberg bedeutet und ob man ihm lieber aus dem Weg gehen sollte.

Mehr geprüfte Fahrzeuge, stabile Zahlen: Dekra legt in der Wirtschaftsflaute zu

Mehr geprüfte Fahrzeuge, stabile Zahlen: Dekra baut das Geschäft aus und schafft in Deutschland neue Arbeitsplätze. Warum der Konzern auch in schwierigen Zeiten zuversichtlich bleibt.

"Speedmarathon" am Straßenrand: So viele bangen nun ums Auto

Beim Blitzermarathon erwischt die Polizei wieder Tausende Raser. Die meisten müssen nur bezahlen, weil sie zu schnell unterwegs waren. Doch einigen droht noch mehr.

Licht statt Munition - Polizei übt Einsätze mit Lasern

Laser-Module und Sensorwesten sollen das Schießtraining für Polizisten im Land flexibler gestalten - und günstiger machen. Wie genau das funktioniert.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.