News aus Baden-Württemberg
Gemeindetag fürchtet zu wenige Kandidaten für Kommunalwahlen

News aus Baden-Württemberg Gemeindetag fürchtet zu wenige Kandidaten für Kommunalwahlen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Hasskommentare, Pöbeleien und sogar Schläge: Immer häufiger werden Kommunalpolitiker Opfer von Gewalt. Der Gemeindetag nimmt eine Veränderung wahr und fürchtet, dass sich das auch auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr auswirken könnte.

Anfeindungen gegen Kommunalpolitiker in den sozialen Medien könnten nach Einschätzung des Gemeindetags viele davon abhalten, im kommenden Jahr für Gemeinde- und Stadtratswahlen zu kandidieren. «Ich weiß natürlich, dass es immer schwieriger wird, diese Listen zu besetzen, weil leider auch auf der kommunalen Ebene ein Mandat sehr schnell öffentlich wird – und auch über die sozialen Medien kommentiert wird», sagte Verbandspräsident Steffen Jäger der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Im kommenden Jahr wird bei den Kommunalwahlen über die Gemeinderäte und Ortschaftsräte in den 1101 Städten und Gemeinden des Lands ebenso abgestimmt wie über die Mitglieder der Kreistage in den 35 Landkreisen und der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Die Wahl findet gemeinsam mit der Europawahl am 9. Juni 2024 statt.

Jäger beklagt zudem eine sinkende Wertschätzung von Menschen, die sich als Gemeinde- oder Stadträte engagieren. «Der Respekt gegenüber Menschen, die Verantwortung tragen, nimmt leider ab», sagte er. Das sei keine gute Entwicklung. «Wir sind in einer repräsentativen Demokratie darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, in ihrer Freizeit und in aller Regel nicht für Millionen-Entschädigungen, ihre Kraft und ihre Zeit für das Gelingen des Allgemeinwohls einzubringen.»

Gemeinde- und Stadträte sind immer häufiger mit Gewalt konfrontiert. Im vergangenen Jahr hatten die Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Innenministerium im Juni mitgeteilt hatte, wurden im vergangenen Jahr 1195 Beschäftigte Opfer von Gewalt. Dazu zählen laut Ministerium etwa Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Jobcentern oder Bürgerämtern sowie kommunale Mandatsträger, also Bürgermeisterinnen und Bürgermeister oder Gemeinderäte. Im Jahr 2021 waren 1041 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes Opfer von Gewalt geworden.

Bei der nächsten Kommunalwahl müssen Bewerberinnen und Bewerber für die Gremien deswegen nicht mehr ihre volle Anschrift auf dem Stimmzettel angeben. Das Innenministerium hatte dazu kürzlich die Kommunalwahlordnung entsprechend geändert. Statt der vollständigen Adresse wird bei Bürgermeisterwahlen demnach nur noch der Wohnort angeben. Bei Gemeinderats- und Ortschaftsratswahlen werde zusätzlich der Ortsteil angegeben, da dies für die Wählerinnen und Wähler ein maßgebliches Entscheidungskriterium darstellen könne. Innenminister Thomas Strobl (CDU) begründete die Änderung mit immer häufigeren Angriffen auf Kommunalpolitiker.

Jäger begrüßte die Änderung. «Sie kann dazu beitragen, Kandidatinnen und Kandidaten sowohl im Haupt- und Ehrenamt ein Stück weit mehr zu schützen», sagte der Gemeindetagspräsident. Er sei optimistisch, dass sich «gute und hinreichend viele Personen finden, die für das Allgemeinwohl in ihrem Wohnort eintreten möchten».

 

Weitere Nachrichten

Verwechslungsgefahr! Wildkätzchen bitte nicht mitnehmen – Gefahr für die Art

Wildkätzchen werden oft mit Hauskatzenbabys verwechselt. Warum das Mitnehmen aus dem Wald der streng geschützten Art schadet, erklärt eine Expertin des BUND.

Gefährdete Tiere: Affenberg am Bodensee wächst mit neuem Nachwuchs

Süßer Zuwachs am Affenberg: Drei Affenbabys sind da, weitere sollen noch kommen. Warum Besucher Abstand halten müssen.

BGH in Karlsruhe bestätigt lebenslange Haft nach Mord an Psychologin

Ein Mann wird im vergangenen August wegen Mordes an einer schwangeren Psychologin zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof sieht darin keine Rechtsfehler.

Mutter und Sohn tot in Wohnung im Kreis Karlsruhe aufgefunden – Hintergründe noch unklar

Eine 61-Jährige und ihr Sohn liegen tot in ihrer Wohnung. Details werden nicht mitgeteilt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Psychiatriepatient stirbt während Fixierung durch Polizisten in Wiesloch

Ein Patient verhält sich laut Behördenangaben aggressiv, die Pfleger in der Psychiatrie holen die Polizei zu Hilfe. Am Ende ist der Mann tot. Was bisher bekannt ist.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.