News aus Baden-Württemberg
Hier Freude, dort Gleichmut: Kasinos zwischen den Jahren

News aus Baden-Württemberg Hier Freude, dort Gleichmut: Kasinos zwischen den Jahren

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild
dpa

Der Champagner perlt, viele werfen sich in Schale, die Gäste sind in Feierlaune: Zwischen den Jahren sehen die drei Landesspielbanken ihren umsatzstärksten Tagen entgegen. In privaten Spielhallen ist das Outfit lässiger – und die Zeit nach Weihnachten nichts Besonderes.

Die vielbeschworenen Tage zwischen den Jahren – für die drei baden-württembergischen Spielbanken in Baden-Baden, Stuttgart und Konstanz sind sie eine richtig gute Zeit. Rund um den Jahreswechsel kämen besonders viele Besucher, sagte Thomas Schindler, Direktor des Kasinos in Baden-Baden. Diese Zeit sei mit Abstand die umsatzstärkste des Jahres.

In Baden-Baden etwa habe das Kasino an den Werktagen zwischen Weihnachten und Neujahr – an Heiligabend selbst und am ersten Weihnachtsfeiertag sind die Spielbanken geschlossen – täglich beinahe so viele Gäste wie sonst nur an Samstagen. Das bedeute pro Tag, ausgehend von Vor-Corona-Erfahrungen, deutlich mehr als 1000 Besucher. An Silvester selbst werde sogar mit rund 1700 Menschen gerechnet. Die Lust auf Roulette, Black Jack oder Glücksspielautomaten sei so stark, dass das Haus in der Kurstadt in diesem Jahr eventuell vor 24.00 Uhr den Zutritt regulieren müsse, sagte Schindler.

In der Spielbank Stuttgart und im Kasino Konstanz sei es ähnlich: Zwischen Weihnachten und Dreikönig würden im Jahresvergleich mit Abstand die meisten Besucher ihr Glück versuchen – «ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag beginnt die heiße Phase», so der Direktor der Spielbank Stuttgart, Patrick Maier. Bis zu 2000 Gäste pro Tag würden hier an den Spieltischen wie auch den Spielautomaten erwartet. Der absolute Lieblingsspieltag in dieser Zeit: «Silvester», sagte auch der Konstanzer Kasino-Direktor Agron Salihi.

Das sieht bei den privaten Spielhallen im Land ganz anders aus. «Für uns sind das Tage wie alle anderen auch», erklärt Dirk Fischer, Vorsitzender des Automatenverbandes Baden-Württemberg. Das liege an der deutlich unterschiedlichen Klientel. «Es gibt keine Ausschläge nach oben oder unten.»

An Silvester etwa machten die Spielhallen bereits zwischen 20.00 Uhr und 22.00 Uhr zu, um 24.00 Uhr wäre an «normalen» Tagen ohnehin Schluss. Alkohol werde grundsätzlich nicht ausgeschenkt. «Da kommt niemand zum Feiern», sagte Fischer. «Silvester ist für uns unsexy.» Außerdem habe der sogenannte kleine Mann zum Jahresende schon die Rechnungen für das kommende Jahr vor Augen und neige dann nicht dazu, Geld für Glücksspiel auszugeben.

Die staatlichen Spielbanken hingegen lebten laut Fischer vor allem während dieser Tage von Themenabenden und Events. «Das gibt es in Spielhallen nicht.» Wie viele Spielhallen es derzeit im Land gibt, ist seinen Angaben zufolge nicht klar. Die letzte Zahl dazu stammt aus dem Jahr 2020 und nennt gut 1000 Standorte. Ein Standort kann mehrere Spielhallen beherbergen.

Die staatlichen Spielbanken hatten in den letzten beiden Jahren schwer unter Corona gelitten. Wegen der damit verbundenen Einschränkungen hatte der Bruttospielertrag im Jahr 2021 nur noch knapp 47 Millionen Euro betragen. Im Jahr 2019 waren es noch 107 Millionen Euro gewesen. Auch die privaten Spielhallen hatten kräftige Einbußen zu verzeichnen und hinken der Zeit vor Corona laut Fischer weiterhin hinterher. Für die einzelnen Bundesländer lasse sich das aber nicht aufschlüsseln.

 

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