News aus Baden-Württemberg
Justiz: Viele Gefängnisse im Land sind überbelegt

News aus Baden-Württemberg Justiz: Viele Gefängnisse im Land sind überbelegt

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild
dpa

In den Haftanstalten im Südwesten drängen sich immer mehr Gefangene. Viele Gefängnisse sind überlastet.

In den Gefängnissen in Baden-Württemberg wird der Platz knapp. Die meisten Justizvollzugsanstalten waren zum Stichtag 31. Oktober überbelegt, wie das Justizministerium der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart auf Nachfrage mitteilte. So liegt die Belegungsfähigkeit der JVA Mannheim bei 611 Häftlingen, allerdings saßen zu dem Zeitpunkt 649 Insassen ein. In der JVA Bruchsal liegt die Obergrenze eigentlich bei 401 Gefangenen, die tatsächliche Belegung lag Ende Oktober aber bei 425 Häftlingen. Um all die Menschen unterzubringen, würden Häftlinge gefragt, ob man noch ein Bett in ihre Zelle stellen könne, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Kein Häftling werde aber zur Doppelbelegung gezwungen.

Die Belegungssituation im Justizvollzug sei bereits seit Anfang 2016 aufgrund eines erheblichen Anstiegs der Gefangenenzahlen angespannt, insbesondere im geschlossenen Männervollzug, heißt es aus dem Ministerium. Die durchschnittliche Auslastung des geschlossenen Vollzugs liege aktuell bei rund 96 Prozent – Tendenz klar steigend. «Selbst die Weihnachtsamnestie hat hier nicht zu einer signifikanten Entlastung geführt», sagte der Sprecher. Rund 200 Häftlinge haben in diesem Jahr von der sogenannten Weihnachtsamnestie der Justiz profitiert und sind vorzeitig aus dem Gefängnis gekommen.

Von einer Vollbelegung spricht man im Justizvollzug bereits ab 90 Prozent, da die Haftanstalten Raum freihalten müssen, um etwa gesetzliche Trennungsgebote gewährleisten zu können. So könne man nicht jeden Sexualstraftäter mit anderen Häftlingen in eine Zelle stecken oder Raucher mit Nichtrauchern unterbringen, erklärte der Sprecher. Das Ministerium spricht zudem von «Vollstreckungsrückständen» aus der Zeit der Pandemie, die nun abgebaut würden und zu einer noch höheren Belegung führen würden.

Eine Lösung des Problems ist der Bau und die Erweiterung von Haftanstalten. 2023 werde man neue Kapazitäten etwa in Stuttgart, Heimsheim und Schwäbisch Hall in Betrieb nehmen und dadurch mehrere hundert Plätze gewinnen, teilte das Ministerium mit. Wegen in den nächsten Jahren anstehenden Sanierungen fielen jedoch auch rund 200 Haftplätze in verschiedenen Gefängnissen weg. «Es besteht daher der dringende Bedarf für die 500 zusätzlichen Haftplätze, die mit dem Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil geplant sind», so das Ministerium.

 

Weitere Nachrichten

Ungewöhnliche Aktion! Museen können sich bewerben: 1.500 Kunstwerke zu verschenken

Das passiert auch nicht alle Tage. Mehr als 1.500 Werke des verstorbenen Kunstsammlers Christoph Müller werden verschenkt. Öffentliche Museen können sich darum jetzt bewerben.

Laut Analyse: Deutsche Autobauer verlieren weiter an Boden

Während in der Autoindustrie Zehntausende Stellen wegfallen, wächst der Unmut: Die IG Metall will am Montag an mehr als 200 Orten protestieren. Eine Analyse zeigt, wie die Autobauer dastehen.

Klimakrise bedroht Existenz von seltenem Riesenregenwurm

Er ist ein verborgener Gigant. Der extrem seltene und nur im Südschwarzwald vorkommende Badische Riesenregenwurm wird zunehmend Opfer der Klimakrise. Wie lange gibt es das Tier noch?

Schwan auf Straße, Esel grast in Garten – tierische Einsätze

Esel «Emil» büxt aus und landet im Garten einer Anwohnerin. Zudem macht ein Schwan den Straßenverkehr unsicher.

Drahtesel im Rhein: Frau angelt nach Fahrrad und löst so Polizeieinsatz aus

Mit einer ungewöhnlichen Bergungsaktion löst eine Frau einen Polizeieinsatz aus. Mehrere Notrufe gehen ein.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.