Nachrichten
Hilfsorganisation Caritas warnt vor Budgetkürzung und lobt Spendenfreudigkeit

Nachrichten Hilfsorganisation Caritas warnt vor Budgetkürzung und lobt Spendenfreudigkeit

Quelle: Marcus Brandt/dpa
dpa

Die Hilfsorganisation unterstützt Menschen unter anderem im Ukraine- und im Gaza-Krieg. Tausende Spender geben Geld, doch drohende Budgetkürzungen setzen die Helfer unter Druck.

Die Hilfsorganisation Caritas international hat die Bundesregierung vor Budgetkürzungen in der humanitären Hilfe und der Entwicklungshilfe gewarnt. «Angesichts der stetig wachsenden Zahl an Kriegen und Krisen ist es das vollkommen falsche Signal, jetzt die Mittel für humanitäre Hilfe zu kürzen», sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international, in Freiburg bei der Vorstellung des Jahresberichts 2023. «Die Einschnitte durch die in der Ampelkoalition beschlossenen Haushaltskürzungen sind massiv.»

Seit 2022 seien die öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe um mehr als zwanzig Prozent gekürzt worden. Wenn die derzeitige Planung von Finanzminister Christian Lindner (FDP) umgesetzt werde, werde die Finanzierung im Jahr 2025 um mindestens weitere 1,6 Milliarden Euro sinken. In der kommenden Woche will sich das Kabinett mit dem Haushalt befassen.

Dem Entwicklungsministerium stehen im Haushaltsjahr 2024 rund 11,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Das entspricht 2,35 Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Vor zehn Jahren lag der Etat des Hauses bei etwa 6,4 Milliarden Euro.

Ende Juni hatten bereits die Hilfsorganisationen Welthungerhilfe und terre des hommes die Bundesregierung vor Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums (BMZ) gewarnt.

Caritas International hat im vergangenen Jahr mit 110 Millionen Euro nach eigenen Angaben insgesamt 7,4 Millionen hilfsbedürftige Menschen weltweit unterstützt. Das Geld kommt unter anderem in der Ukraine infolge des russischen Angriffskrieges zum Einsatz sowie im Gazastreifen während des Gaza-Krieges. Seit Kriegsbeginn kamen den Angaben zufolge im Gazastreifen drei Caritas-Mitarbeiter ums Leben.

Von den Mitteln stammen demnach allein 65 Millionen Euro von knapp 230 000 Spenderinnen und Spendern. Der Rest des Geldes ist nach Angaben von Caritas unter anderem Stiftungsgeld sowie Beträge von der Bundesregierung und der Europäischen Union.

Die 110 Millionen Euro sind demnach die zweithöchste jemals ausgegebene Summe von Caritas – nur 2022 war die Zahl höher gewesen. «Es gab und gibt trotz hoher Inflation, trotz gestiegener Energiekosten und trotz wachsender politischer Polarisierung eine großartige Solidarität mit Menschen, die auf diese Solidarität weltweit besonders dringlich angewiesen sind», sagte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva-Maria Welskop-Deffaa. Dank der Spenderinnen und Spender könne die Caritas insgesamt bei 663 Projekten in 75 Ländern tätig sein, hieß es.

 

Weitere Nachrichten

Laut Umfrage: Knappe Mehrheit gegen Wahlrecht für Jugendliche

Am 8. März dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme bei der Landtagswahl abgeben. Während die Jungen das mehrheitlich gut finden, kommt es bei einer Gruppe eher schlecht an.

Im Trainingszentrum: So wehrt sich die Polizei bei Messerangriffen

Wie bereitet sich die Polizei auf gefährliche Einsätze vor? In Ravensburg steht das Training gegen Messerattacken im Mittelpunkt – mit nachgebauten Wohnungen und echten Szenarien.

Hunderte Unfälle wegen Schnee in Baden-Württemberg: Was das Land noch erwartet

Schnee, Glätte und Ausfälle: Heftiger Schneefall hat Baden-Württemberg zum Wochenstart fest im Griff – besonders zwischen Stuttgart und Ulm kam es zu zahlreichen Unfällen. Wie geht es nun weiter?

Mann aus Karlsruhe entdeckt seine geklauten Werkzeuge in Online-Inserat

Erst wird Werkzeug aus seinem Keller gestohlen - dann findet ein Mann es im Netz wieder. Was bei der Festnahme des mutmaßlichen Diebes passiert ist.

Umfrage: Jeder Zweite im Südwesten gegen Brandmauer zur AfD

Im Südwesten will nach der nächsten Landtagswahl keine andere Partei mit der AfD zusammenarbeiten. Viele halten das für richtig - mehr Menschen könnten sich aber Arten der Zusammenarbeit vorstellen.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.