News aus Baden-Württemberg
Im Hotel: Häftling aus Mannheim nach zwei Wochen auf der Flucht gefasst

News aus Baden-Württemberg Im Hotel: Häftling aus Mannheim nach zwei Wochen auf der Flucht gefasst

Quelle: Bernd Weißbrod
dpa

Nach seiner aufsehenerregenden Flucht hat ein Straftäter aus Mannheim etwas mehr als zwei Wochen in Freiheit verbracht. Dann wird er gefasst. Wirklich weit ist er nicht gekommen.

Etwas mehr als zwei Wochen nach seiner Flucht bei einem Arztbesuch außerhalb des Mannheimer Gefängnisses sitzt ein Straftäter nun wieder hinter Gitter. Der 25-Jährige wurde am Freitag in einem Hotel in Weinheim nahe Heidelberg festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er habe keinen Widerstand geleistet. Details zu den Umständen der Festnahme nannte die Polizei nicht.

Von einem weiteren geflohenen Häftling fehlt allerdings nach wie vor jede Spur. Der Straftäter aus der JVA Bruchsal war bereits Ende Oktober bei einem bewachten Ausflug an einen Baggersee in Germersheim (Rheinland-Pfalz) entkommen.

Der am Freitag festgenommene Mann hatte am 14. Dezember einen Arztbesuch im Klinikum der Mannheimer Nachbarstadt Ludwigshafen zur Flucht genutzt. Nach Angaben des Justizministeriums war er von zwei Bediensteten zum Kieferorthopäden begleitet worden. Als er nach der Behandlung zum Transportauto zurückgebracht wurde, sei er sowohl mit Handfesseln als auch an einen JVA-Mitarbeiter gefesselt gewesen. An der geöffneten Tür des Fahrzeugs sei die Fesselung an den Bediensteten gelöst worden, damit der Gefangene in das Fahrzeug habe einsteigen können.

Ein entscheidender Moment: Der 25 Jahre alte Häftling riss sich laut Ministerium los, zeitgleich näherte sich – wohl nicht erkennbar – von hinten ein vermummter Komplize auf einem Motorroller, richtete eine Schusswaffe aus geringer Entfernung auf den Beamten und schoss in die Luft.

Der Häftling war im Oktober 2022 vom Landgericht Mannheim unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und räuberischer Erpressung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seit Juli 2021 wurde er laut Ministerium bereits insgesamt 25 Mal zu Arzt-, Klinik- und Gerichtsterminen ausgeführt – nie habe es Vorkommnisse gegeben.

Die zweite Flucht nach dem Vorfall in Germersheim hatte für scharfe Kritik auch an der baden-württembergischen Justizministerin Marion Gentges (CDU) gesorgt. Die Ministerin musste mehrere Pannen einräumen.

Unter anderem waren nach ihren Angaben im Mannheimer Fall nicht alle Vorschriften eingehalten worden. Neben den erfahrenen Vollzugs- und Vorführbeamten sei bei dem Termin nur ein auszubildender Justizwachtmeister eingeteilt worden und kein zweiter Justizvollzugsbeamter – «entgegen ausdrücklicher Vorgaben», wie Gentges betonte. «Das stellt einen Regelverstoß dar, dem wir weiter nachgehen.» Ausschlaggebend für die Flucht sei dies aber nicht gewesen. Ihr Justizministerium hat inzwischen die Vorgaben für Ausführungen per Erlass verschärft.

Im laufenden Jahr gab es nach Angaben des Justizministeriums rund 20 000 sogenannte Aus- und Vorführungen, darunter auch Arzttermine wie der Ludwigshafener und Gerichtstermine. Eine deutlich geringere Zahl dient wie im Bruchsaler Fall dazu, einen Häftling wieder an das Leben in Freiheit zu gewöhnen und die Familie zusammenzuführen.

 

Weitere Nachrichten

Verwechslungsgefahr! Wildkätzchen bitte nicht mitnehmen – Gefahr für die Art

Wildkätzchen werden oft mit Hauskatzenbabys verwechselt. Warum das Mitnehmen aus dem Wald der streng geschützten Art schadet, erklärt eine Expertin des BUND.

Gefährdete Tiere: Affenberg am Bodensee wächst mit neuem Nachwuchs

Süßer Zuwachs am Affenberg: Drei Affenbabys sind da, weitere sollen noch kommen. Warum Besucher Abstand halten müssen.

BGH in Karlsruhe bestätigt lebenslange Haft nach Mord an Psychologin

Ein Mann wird im vergangenen August wegen Mordes an einer schwangeren Psychologin zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof sieht darin keine Rechtsfehler.

Mutter und Sohn tot in Wohnung im Kreis Karlsruhe aufgefunden – Hintergründe noch unklar

Eine 61-Jährige und ihr Sohn liegen tot in ihrer Wohnung. Details werden nicht mitgeteilt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Psychiatriepatient stirbt während Fixierung durch Polizisten in Wiesloch

Ein Patient verhält sich laut Behördenangaben aggressiv, die Pfleger in der Psychiatrie holen die Polizei zu Hilfe. Am Ende ist der Mann tot. Was bisher bekannt ist.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.