News aus Baden-Württemberg
Todesfälle im Maßregelvollzug und in Psychiatrien: Untersuchungsausschuss gefordert

News aus Baden-Württemberg Todesfälle im Maßregelvollzug und in Psychiatrien: Untersuchungsausschuss gefordert

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Die SPD wirft Sozialminister Manne Lucha nach mehreren Todesfällen im Maßregelvollzug und in Psychiatrien mangelnde Zusammenarbeit vor – und will einen Untersuchungsausschuss einrichten.

Nach mehreren Todesfällen im Maßregelvollzug und in Psychiatrien fordert die SPD-Fraktion im Landtag die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses. Eine Sprecherin bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der «Badischen Zeitung» (Samstag). «Die tragischen Todesfälle der vergangenen Wochen und Monate verunsichern die Menschen in unserem Land und verlangen nach parlamentarischer Aufklärung», sagte Fraktionschef Andreas Stoch dem Blatt. Ein Untersuchungsausschuss sei «unausweichlich», so Stoch. «Die Häufung dieser Fälle stellt die Frage nach einem systematischen Versagen, aber auch der politischen Verantwortung des in der Landesregierung zuständigen Ministers Lucha.» Die SPD wirft Sozialminister Manne Lucha (Grüne) mangelnde Zusammenarbeit vor.

Eine Sprecherin von Lucha wies die Vorwürfe zurück, sie entbehrten jeder Grundlage. Man habe in zahlreichen Sitzungen des Sozialausschusses ausführlich und transparent zum Thema Maßregelvollzug und Psychiatrie Auskunft gegeben.

Ein Untersuchungsausschuss gilt als schärfstes Schwert des Parlaments. Nach der Landesverfassung muss der Landtag einen solchen Ausschuss einsetzen, wenn ein Viertel der Abgeordneten oder zwei Fraktionen dies verlangen. Die SPD stellt jedoch nicht die ausreichende Zahl an Abgeordneten und wäre auf die Unterstützung anderer Fraktionen angewiesen.

Die FDP wollte sich am Freitag nicht festlegen. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jochen Haußmann, sagte: «Wir sind im Gespräch.» Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Bernhard Eisenhut, sagte dagegen der «Badischen Zeitung», er unterstütze die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses.

Mitte Februar war im Maßregelvollzug «Fauler Pelz» in Heidelberg ein 27-jähriger Patient gestorben. Die Staatsanwaltschaft hatte später mitgeteilt, der Mann sei als Folge einer «Intoxikation mit einem synthetischen Cannabinoid» gestorben. Im vergangenen September war ein psychisch Kranker aus dem Maßregelvollzug in Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis geflohen und hatte in der Stadt eine 30-Jährige mit einem zuvor entwendeten Messer angegriffen und getötet. Vergangene Woche wurde dann bekannt, dass ein 23 Jahre alter Mann in der Psychiatrie in Wiesloch seinen 65-jährigen Zimmergenossen getötet haben soll.

 

Weitere Nachrichten

Historischer Tiefststand: Niedrigwasser am Bodensee erreicht Rekordwert

Der Bodensee erreicht einen Rekordwert - allerdings weniger einen Höchstwert zum Feiern. Denn der Wasserstand ist so niedrig wie nie zuvor an diesem Tag im Jahr. Warum das so ist.

Sondervermögen: Özdemir will Geld für heimische Tierhaltung

Seit Jahren wird über die Finanzierung besserer Tierhaltung diskutiert. Warum Cem Özdemir jetzt mehr Engagement von der Bundesregierung fordert.

Südwest-Derby zum DFB-Pokal-Auftakt: VfB und KSC spielen freitags

Wer setzt sich beim Pokal-Auftakt im August durch? Waldhof Mannheim trifft auf den 1. FC Kaiserslautern, der VfB Stuttgart spielt später in Rostock. Die Ansetzungen im Überblick.

Am Donnerstag: Warnstreik bei Kaufland - was Kunden erwartet

Verdi ruft erneut zu Arbeitsniederlegungen im Einzelhandel auf. Dieses Mal steht die Handelskette Kaufland im Fokus. Was bedeutet das für Kunden?

Diäten werden angepasst: So viel mehr Gehalt bekommen Politiker im Landtag künftig

Während die Abgeordneten im Bundestag in diesem Jahr auf ein Gehaltsplus verzichten wollen, steigen die Gehälter der Politiker im Landtag an. Nun ist auch klar wie stark genau.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.