News
Insolvenzzahlen in Baden-Württemberg steigen

News Insolvenzzahlen in Baden-Württemberg steigen

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Hohe Energiepreise und die schwächelnde Konjunktur fordern auch im Südwesten ihren Tribut: Die Zahl der Unternehmenspleiten steigt weiter. Tausende Beschäftige bekommen das zu spüren.

Die schwierige Wirtschaftslage zwingt reihenweise Firmen in die Pleite. Bei den Amtsgerichten im Südwesten wurden von Januar bis März 662 Unternehmensinsolvenzen beantragt, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte. Das seien 6,1 Prozent mehr gewesen als im ersten Quartal 2024. Am höchsten war die Zahl der Insolvenzen je 1.000 Unternehmen im Stadtkreis Pforzheim, am niedrigsten im Landkreis Freudenstadt.

Insgesamt waren im ersten Halbjahr mehr als 8.600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Insolvenz ihrer Firma betroffen. Diese Zahl dürfte nach Einschätzung der Statistiker in Wirklichkeit noch höher sein, da nicht selten bereits vor einem Insolvenzverfahren Jobs abgebaut werden und die Zahl der Beschäftigten nicht bei allen Verfahren bekannt ist. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf rund 1,3 Milliarden Euro.

Neben den Unternehmen beantragten demnach auch fast 3.100 Privatschuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens – 13,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Daten stammen aus einer Auswertung der Insolvenzstatistik.

Insolvenzzahlen steigen – aber weniger schnell

Im Gesamtjahr 2024 haben die Amtsgerichte im Land nach früheren Angaben 2.445 Anträge erhalten. Das waren 30,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, als schon eine Steigerungsrate von fast einem Viertel registriert worden war. Höhere Zahlen hatte es zuletzt etwa während der Finanzkrise 2009 gegeben. Die aktuellen Daten zeigen aber, dass die Zahlen weniger schnell steigen.

Im vergangenen Jahr lag der Anstieg auch deutlich über dem Bundesschnitt. Im ersten Quartal war dies nicht der Fall: Deutschlandweit wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts 5.891 Unternehmensinsolvenzen beantragt – und damit 13,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bundesweit rechnen diverse Auskunfteien für 2025 mit mehr Firmenpleiten als im vergangenen Jahr. Der Anstieg war erwartet worden, nachdem die staatliche Unterstützung aus der Corona-Pandemie ausgelaufen war. Außerdem belasten unter anderem hohe Energiepreise, viel Bürokratie und politische Unsicherheit die Unternehmen. .

 

Weitere Nachrichten

Nach zweiter Verhandlungsrunde: Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie rücken näher

In der zweiten Verhandlungsrunde legt die Arbeitgeberseite ein Angebot vor. Doch dieses weisen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück. Damit dürfte es bald Warnstreiks in Baden-Württemberg geben.

Gruselhaus: Für diese Familie ist Halloween wichtiger als Weihnachten

Für viele gehört Weihnachten zum Höhepunkt des Jahres - für Kim und Wolfram König ist es Halloween. Monate investieren sie in ihr Gruselhaus. Dieses Jahr entführen sie Besucher nach Mexiko.

Krankheit Alzheimer wurde vor 120 Jahren entdeckt: Zahl der Betroffenen steigt

Die Zahl von Menschen mit Demenz nimmt zu - die meisten davon haben Alzheimer. Angehörige von Betroffenen übernehmen den größten Teil ihrer Pflege - und bräuchten selbst mehr Hilfen.

Atommüll-Endlager: Zwei Südwest-Gebiete nicht mehr im Rennen

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager geht in die nächste Runde: Die Auswahl der als geeignet bewerteten Gebiete wurde weiter eingegrenzt. Wo liegen die Schwerpunkte in Baden-Württemberg?

Geld Münzen

336 Millionen Euro mehr Steuern - aber trotzdem Lücke im Landeshaushalt

336 Millionen Euro mehr Steuern als erwartet – und trotzdem fehlt Baden-Württemberg Geld im Haushalt 2027. Warum der erwartete Aufschwung den Spielraum der Landesregierung zugleich schrumpfen lässt.

Cyberangriff auf Hochschulen im Land: Das weiß man zum Datenabfluss

Notensysteme und Stundenpläne waren nach dem Angriff offline, Lehrkräfte konnten zunächst nicht bezahlt werden. Die Ermittlungen sind nun vorangekommen und es gibt neue Infos zu der Attacke.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.