Karlsruher SC
Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit KSC U23-Coach Dietmar Blicker

Karlsruher SC Die blau-weiße meinKA-Interview-Reihe: 7 Fragen mit KSC U23-Coach Dietmar Blicker

Interview
Quelle: Moritz P. Wagner

In unserer blau-weißen Interview-Reihe „7 Fragen mit…“ werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des KSC. Dabei sprechen wir mit den Spielern und Trainern über die aktuelle Situation und über persönliche Themen. Heute im Fokus: Cheftrainer KSC U23 Dietmar Blicker.

Ihr seid im Sommer in die Oberliga aufgestiegen und die Hälfte der Saison ist jetzt rum, wie zufrieden seid ihr?

Dietmar Blicker, Cheftrainer KSC U23: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt, insofern sind wir mit 19 Punkten nach den ersten 17 spielen zufrieden. Als U23-Trainer kannst du auch nicht immer nur die Entwicklung der Mannschaft sehen, sondern du musst die Entwicklung von den einzelnen Spielern sehen. Das ist unsere Aufgabe und da sind wir sehr zufrieden. Insgesamt sind wir mit unserem Weg, den wir uns da vorgenommen haben, mit der U23 und deren Konzeption sehr zufrieden. Wir haben uns vor drei Jahren zum ersten Mal deswegen zusammengesetzt. Wenn wir vorausgesagt hätten, dass wir im ersten Jahr gleich aufsteigen und jetzt absolut konkurrenzfähig sind, dann wäre ich damit schon zufrieden gewesen.“

 

Wie viel hat sich im Vergleich zur Verbandsliga aus deiner Sicht geändert, sowohl vom Spielniveau als auch kadertechnisch bei euch?

Dietmar Blicker: „Wir haben uns entschieden, keine älteren Spieler mehr holen und es mit den jungen zu versuchen – das hat natürlich auch ein Risiko. Wir merken das auch in manchen Spielen und kriegen dann auch eins auf die Schnauze, aber das gehört dann zur Entwicklung der Jungs mit dazu. Die Oberliga Baden-Württemberg ist eine der stärksten in Deutschland, gerade in Sachen Spieltempo. Für die Jungs ist das eine super Chance, da bei fast jedem Gegner jemand mit Erfahrung aus der zweiten oder dritten Liga spielt. Wir haben uns vor allem im Spiel gegen den Ball verbessert. Am Anfang der Saison hatte ich teilweise noch das Gefühl, als würde eine Herren- gegen eine Jugendmannschaft spielen, aber das habe ich jetzt nicht mehr. Wir haben natürlich auch eine Rotation im Kader – manche Spieler gehen hoch zu den Profis oder kommen runter zu uns und ab und zu kommt auch mal jemand von der U19 zu uns.“

 

Was sind eure Ziele für die Rückrunde und braucht es dafür im Winter noch Verstärkungen?

Dietmar Blicker: „Grundsätzlich sind wir mit den Jungs zufrieden, auch wenn wir vielleicht ein oder zwei Punkte zu wenig haben. Wir wollen in der Rückrunde eine Entwicklung sehen und besser spielen als in der Hinrunde und wollen uns als U23-Team weiterentwickeln. Unsere Jungs sind stark genug und wir vertrauen auf ihre Entwicklung, deshalb suchen wir nicht nach Verstärkungen für den Kader.“

 

Du hast mit dem ATSV Mutschelbach in eurer ersten Oberliga-Saison Platz 5 belegt, worauf kommt es an, um in der Oberliga eine gewisse Konstanz reinzukriegen und sich durchzusetzen?

Dietmar Blicker: „Die Jungs sind noch nicht lange aus der Jugendakademie draußen und sind noch gewissermaßen in ihren Leitplanken unterwegs, die sie aus der Jugend mitbekommen haben. Der Unterschied zum Herrenfußball ist jetzt einfach, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen müssen und ihre Spielintelligenz weiterentwickeln. Wenn wir da den Schalter finden, können wir auch mal ein bisschen nach oben schauen, aber das wird noch dauern und kommt automatisch durch die Anzahl Herrenspiele, die die Jungs absolvieren. Wir bekommen ja auch immer wieder Profis runter, die zwar einen Vertrag haben, aber oftmals noch keine 20 Spiele im Herrenbereich gemacht haben.“

 

Von den Profis werden regelmäßig Spieler runtergeschickt, um bei euch Spielpraxis zu sammeln. Wie sehr bereichert das deine Mannschaft und wie verändert das eure Abläufe?

Dietmar Blicker: „Wir haben natürlich einen Grundworkflow, damit wir mittwochs oder donnerstags eine Tendenz kriegen, wie der Kader aussieht und wer dazukommt. Wenn wir Glück haben, sind die Jungs dann Freitags bei uns im Training und können schon mal ein bisschen was mitmachen. Manchmal ist es aber auch erst freitagabends, weil das in der Natur der Sache liegt. Aus verschiedenen Gründen kann sich der Profikader ja immer wieder verändern und wir müssen uns dann darauf einstellen. Ich sehe es total positiv, wenn die Jungs runterkommen und es macht Spaß mit den Profis zu arbeiten.“

 

„Das war ihm völlig egal, die sollten einfach ein Trikot anhaben.“

 

Wie ist der allgemeine Austausch zwischen den Profis und euch und wann erfahrt ihr, wer am Wochenende zu euch kommt?

Dietmar Blicker: „Was für uns wichtig ist – wir kennen uns alle schon ewig. Also auch die sportliche Leitung mit Matze Cuntz, Pascal Huber und Christian Eichner, die drei die waren alle Spieler von mir. Wir sind einfach befreundet und ich glaube, dass das ein wesentlicher Punkt ist. Eiche hat uns letztes Jahr die Spieler in die Verbandsliga runtergegeben, obwohl sie zum 2. Bundesliga-Kader gehören – dass war ihm völlig egal die sollten einfach ein Trikot anhaben. Also kurz gesagt, könnte ich mir die Kommunikation zwischen Profis, U23 und U19 nicht besser vorstellen.“

 

Wie verbringst du deine Zeit abseits vom Platz?

Dietmar Blicker: „So viel Zeit habe ich da leider nichts weil ich am KIT noch einen zweiten Job habe – wahrscheinlich als einziger U23-Trainer bei so einem Verein. Ich spiele aber gerne Dart oder Billard mit meinem Sohn und gehe unheimlich gern mit meinem Hund raus. Ich genieße es auch ins Stadion zu gehen, wenn wir nicht gleichzeitig mit den Profis spielen und das mache ich, seit mich mein Vater 1980 das erste Mal mitgenommen hat.“

 

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