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Kein Schichtkäse mehr im Supermarkt: „Überwältigende“ Nachfrage bei Karlsruher Biohof

News Kein Schichtkäse mehr im Supermarkt: „Überwältigende“ Nachfrage bei Karlsruher Biohof

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Aus und vorbei? In Supermarktregalen gibt es keinen Schichtkäse mehr. Na und? Ist doch eh alles Quark. Von wegen. Die Nachfrage bei einem kleinen Biohof beweist es.

Das Verschwinden des traditionellen Schichtkäses in den meisten Supermarktregalen erregt im Südwesten die Gemüter. Denn die quark-ähnliche Spezialität gilt vielen als die wesentliche Zutat für den badischen Käsekuchen oder den Bibeleskäs, eine herzhafte regionale Kräuterspezialität. Doch noch ist nicht alles verloren: Bei großen Handelsketten werden Alternativen gesucht und mancherorts, wie in Karlsruhe, springen kleinere Höfe ein.

 

Das Geheimnis des Schichtkäses

Schichtkäse ist ein Frischkäse, der aus Kuhmilch hergestellt wird. Im Gegensatz zum glatt gerührten Quark wird er aufwendig in Schichten in Formen geschöpft und muss dann abtropfen. Sein leicht säuerlicher Geschmack gibt dem Schichtkäse eine kernige Note. Er wird gerne pur verzehrt oder als Grundzutat für süße und salzige Speisen eingesetzt.

 

Warum der Schichtkäse weitgehend verschwand

Eine feste Größe in den Supermarktregalen des Südwestens war etwa der Landliebe-Schichtkäse. Nach der Übernahme durch das Unternehmen Müller wurde er Ende Juli 2024 aus dem Sortiment entfernt. Er soll auch künftig nicht mehr von der Unternehmensgruppe produziert werden. «Diese Entscheidung spiegelt unsere kontinuierlichen Bemühungen wider, unser Produktsortiment zu optimieren», sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

 

Es gibt keinen nationalen Anbieter mehr

Komplett verschwunden ist der Schichtkäse nicht. Wie das Unternehmen Rewe mitteilte, gibt es jedoch keinen nationalen Anbieter mehr für Schichtkäse. Teils hat Rewe Schichtkäse noch regional im Angebot, aus Molkereien im Odenwald oder in Niedersachsen. «Diese Anbieter haben einen lokalen Charakter und ihre Produkte sind nur in bestimmten Märkten verfügbar. Aufgrund begrenzter Kapazitäten dieser Molkereien können wir den Schichtkäse leider nicht bundesweit anbieten», sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

 

Die Suche nach Alternativen

Ob Lidl, Aldi, Norma oder Kaufland – in den meisten Supermärkten sucht man Schichtkäse derzeit vergebens. «Das liegt daran, dass mit Schwälbchen und Landliebe zwei große Hersteller ihren Betrieb an Schichtkäse eingestellt haben», sagt eine Kaufland-Sprecherin. Derzeit würden Alternativen geprüft. Bei Edeka wird unter den nationalen Eigenmarken kein Schichtkäse geführt. Ob das Produkt in einzelnen Märkten gelistet ist, entscheiden die Edeka-Kaufleute je nach Nachfrage selbst, hieß es.

 

Not macht erfinderisch

In Karlsruhe-Rüppurr hat ein Hofgut die Initiative ergriffen: Nach einem Bericht der «Badischen Neuesten Nachrichten» über das Verschwinden des Schichtkäses und der teils verzweifelten Suche der Kunden nach diesem machte sich das Bio-Hofgut Schleinkofer selbst an die Herstellung. Für Chefin Susanne Schleinkofer ging es auch darum, «ein traditionelles Lebensmittel zumindest bei uns regional am Leben zu erhalten».

Die Mengen sind nicht groß. Sie hängen davon ab, was die eigenen Kühe an Milch geben. Die Nachfrage ist nach Beobachtung von Landwirtin Schleinkofer «überwältigend». Mit Schichtkäse aus Rüppurr backen nun nicht nur etliche Privatleute ihren Käsekuchen weiter. Auch das Backlädle Thomashof in Karlsruhe-Stupferich schwört auf Schichtkäse im Käsekuchen.

 

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